Fußball | Regionalliga Schellenberger entschuldigt sich nach umstrittener Trauerbekundung

Nach dem umstrittenen Facebook-Post für einen verstorbenen rechtsextremen Fan des Regionalligisten Chemnitzer FC hat die frühere CFC-Fanbeauftragte Peggy Schellenberger um Entschuldigung gebeten. "Viele fühlen sich vor den Kopf gestoßen, und bei einigen ist das Vertrauen in mich erschüttert. Dafür entschuldige ich mich", schrieb die SPD-Stadträtin am Dienstag (26.03.2019) auf ihrer Facebook-Seite.

Peggy Schellenberger, Fanbeauftragte des Chemnitzer FC.
Peggy Schellenberger Bildrechte: imago images / Picture Point LE

Schellenberger: "Habe die Tragweite unterschätzt"

Schellenberger hatte in einem später gelöschten Post den Tod des rechtsextremen Thomas Haller betrauert, für den es Anfang März bei einem Ligaspiel im Chemnitzer Stadion eine umstrittene Trauerbekundung gegeben hatte. "Diese sieben Zeilen haben zum Verlust meiner Lebensinhalte geführt. Ich musste erfahren, dass ein menschlich gemeinter Facebookpost von mir, als ein im gesellschaftlichen Leben aktiver Mensch, niemals unpolitisch gewertet wird. Die Tragweite habe ich unterschätzt", schrieb Schellenberger.

Sie habe "unter Wahrung aller demokratischer Grundwerte" ihr Mitgefühl für die Familie und Angehörigen zum Ausdruck bringen wollen. "Dem war eine zufällige Begegnung am Rande einer Sportveranstaltung mit dem von langer Krankheit Gezeichneten vorausgegangen. Er fragte mich, ob ich ihm verzeihen könnte, und er meinte damit offenbar Auseinandersetzungen, die es aufgrund klar gegensätzlicher politischer Positionen in den vergangenen Jahren gegeben hatte", so die 41-Jährige.

Zugleich betonte Schellenberger, dass sie sich nicht instrumentalisieren lasse "von jenen, deren Ideologie nicht auf dem Boden des Grundgesetzes steht". Sie werde sich weiterhin für ein demokratisches und friedliches Miteinander in ihrer Heimatstadt einsetzen: "So wie ich das seit Jahren getan habe."

Neben Schellenberger hatte sich der CFC auch von einem Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung und dem bisherigen Stadionsprecher getrennt.

red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 26. März 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2019, 16:38 Uhr

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67 Kommentare

28.03.2019 16:50 DER Beobachter @ Silvio 67

;) ;) ;)

28.03.2019 15:06 der_Silvio 66

@63 Der Beobachter; "Das Problem erscheint mir der Rahmen (nicht nur) ihrer Kondolierung des Menschen, der durch die rechte Szene durchaus missbrauchbar ist, um von seinem Wirken als ganz Rechter abzulenken, was natürlich dann "die Linken" "draufhauen" lässt."
Das ist völlig richtig. Die 'politischen Variablen' lassen sich da ohne weiteres austauschen.
Wenn man aus Angst anzuecken nichts mehr sagt, wird es ganz schnell still. Ich denke aber, daß es weitaus besser ist über diese Dinge sachlich zu diskutieren um einer Radikalisierung vorzugreifen & den Kontrahenten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Verhärtete Fronten helfen niemandem.
"Und in dieser Hinsicht werden die sozialen Medien eben zum "Rundumschlagplatz"."
Nicht nur das, soz. Netzwerke zerstören meiner Ansicht nach auch das Miteinander, da man in der Anonymität verlernt, vernünftig miteinander zu reden & umzugehen. Da muß sich jeder selbst disziplinieren.

28.03.2019 14:17 Sr.Raul 65

Ja, @64 (Bernd), kann man so sagen, incl. Stadionmoderator und event. sogar der Veranstaltungsleiter. Für mich im Ganzen ein Totalversagen der gesamten Führung.

28.03.2019 13:49 Bernd 64

@Don Raul, ja Du magst Recht haben. Trotzdem ist die Dame aus meiner Sicht ein Bauernopfer allerdings eines ohne Vorteil den der CFC ist immer noch in der Schusslinie. Aber was mich wundert, zwar weiss ich nicht wie viele der CFC Fanszene zuzurechnen sind aber bei einer Lebenserwartung von knapp 80 Jahren stirbt im Durchschnitt wohl 1 Fan pro Woche. Heisst warum hat der CFC nicht klipp und klar gesagt dass solche Trauerszenarien wie im gegebenen Fall nicht vom Verein getragen werden? Banner die an jemanden erinnern das sieht man oefter. Und der CFC kann sich im schlimmsten Fall um den Lohn einer guten Saison bringen, denn Sponsoren springen ab und die Mannschaft scheint verunsichert. Das naechste Spiel wird kein Selbstlaefer und gegen eine Mannschaft von unten und in Unterzahl da ist ein knapper Sieg auch nicht das super Ergebnis.

28.03.2019 13:16 DER Beobachter @ Silvio 53/60 63

In Bezug bspw. auf Frau Schellenbergers Kondolenz sind wir uns völlig einig. Das Problem erscheint mir der Rahmen (nicht nur) ihrer Kondolierung des Menschen, der durch die rechte Szene durchaus missbrauchbar ist, um von seinem Wirken als ganz Rechter abzulenken, was natürlich dann "die Linken" "draufhauen" lässt. Und in dieser Hinsicht werden die sozialen Medien eben zum "Rundumschlagplatz". Tatsächlich bin/war ich mir nicht immer ganz sicher, wie ich Ihre Kommentare einzuordnen habe. Also keine Unterstellung, aber etwas Verunsicherung. Insofern war der Ihre auf der Seite "CFC kämpft gegen rechte Ecke" ausgesprochen wohltuend klar und verständlich. Uns hilft tatsächlich nur Klarheit in der Sache und Mäßigung im Ton, was ich gerne versuchen möchte ;).

28.03.2019 12:33 Chili Palmer 62

Ich fühle mich mal durch die Einlassung des Hosts in #61 auch angesprochen und muss einschätzen, dass es mehr Charme haben würde, sich über fragwürdige Kommentarrichtlinien hinwegzusetzen, als bei zarten Ansätzen von (interessanten) Sachdisputen den Zensurbesen zu schwingen.

28.03.2019 10:47 Hans Frieder Leistner 61

@ Mr.N., sie schreiben in ihrem Beitrag Nr.37 :" Vor 70 Jahren haben die Nazis auch SPD Abgeordnete ins KZ gesteckt."
Da ist ihnen ein gewaltiger Fehler - oder ist es fehlendes Wissen ?- unterlaufen. Die Naziherrschaft war schon vor 74 Jahren vorbei. Vor 70 Jahren waren es die Kommunisten die SPD Anhänger, die sich der SED verweigerten, ins KZ Buchenwald steckten. Ich habe diese Zeit erlebt sie wahrscheinlich nicht.

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28.03.2019 09:34 der_Silvio 60

@55 Sr.Raul;
Hätte Fr. Schellenberger Haller gelobt für Verdienste um die Stadt Chemnitz und den Fußballverein und ihm für Engagement gedankt, wäre dies eine Huldigung im Wotsinn - und ich wäre ganz bei Ihnen.
Aber wie jemand mit dem Tod umgeht, und dazu gehört die Anteinahme, sollte jedem selbst überlassen sein. Das kann durchaus im angemessenen Rahmen auch kritisiert werden. Aber deswegen eine Entlassung...?

28.03.2019 09:15 Sigi Held 59

@52:
Wenn und den 281.000 alle Rechten und Pseudo-Nationalisten wären....hach wäre das schön, Sachsen wäre etwas leerer aber man könnte endlich in Ruhe Leben und sich um die wichtigen Dinge kümmern.....und ist umzingelt von der schönen Heimat zu auch der Döner und Asia-Imbiss von "um die Ecke" gehört genauso wie der Stammtisch aus der "Alten Eiche" *träum*

Einsicht ist der erste Weg der Besserung daher gilt der Dame erstmal Respekt !

28.03.2019 09:03 Sr.Raul 58

Tja, @54 (Paule), die bei Einigen vielgeschmähte DDR! Konsequent zu Ende gedacht, auch ein Ergebnis von 12 Jahren Faschismus in Deutschland. Mal darüber nachdenken.