Fußball | B-Junioren Regionalliga Nach Vorfall in Auerbach: Linke-Politiker kritisiert Hertha BSC scharf

Nach den Rassismusvorwürfen von Hertha BSC gegen Juniorenspieler des VfB Auerbach meldete sich ein Linke-Politiker zu Wort, der Augenzeuge der Partie war, und kritisierte die Berliner mit scharfen Worten.

Stadion VfB Auerbach
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Nach den Vorfällen rund um das B-Junioren-Spiel VfB Auerbach gegen Hertha BSC II hat der Nordostdeutsche Fußball-Verband mittlerweile ein Verfahren eingeleitet. Beide Vereine sind aufgefordert, einen Bericht an den NOFV zu schicken. Am vergangenen Samstag hatten die Berliner in der 68. Minute den Platz verlassen, nachdem es zu rassistischen Beschimpfungen gekommen sein soll. Der VfB Auerbach dementierte das, sprach selbst von übelsten Beleidigungen durch Berliner Spieler.

Linke-Kreisrat: "Das macht mich traurig und wütend"

das Logo von Die Linke
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Jetzt meldete sich der Kreisrat der Partei DIE LINKE, Patrick Müller, zu Wort. Er selbst habe die Partie in Auerbach live verfolgt. Es habe ein intensives Spiel mit harten Zweikämpfen und Provokationen gegeben. Der Hertha-Trainer Sofian Chahed  habe wegen der großzügigen Regelauslegung durch den Schiedsrichter in der zweiten Halbzeit permanent die Unparteiischen und die Auerbacher Bank "verbal bearbeitet".

"Hertha-Spieler betitelten während der Partie ihre Gegenspieler und Zuschauer permanent mit Worten wie, 'Nazi', 'Hurensohn' und 'Schwuchteln'. Im Gegenzug gab es dann auch Mal ein 'Spinner' zurück. Rassistische Beleidigungen konnte ich nicht feststellen", schrieb Müller in einer Stellungnahme. Er sei traurig und wütend. 

Die Tatsache, dass von den Spielern, die hier als Opfer des Rassismus auftreten, noch sexistische und homophobe Äußerungen kommen, schlägt dem Fass den Boden aus.

Patrick Müller DIE LINKE

Das sei ein Arschtritt für alle, die sich tatsächlich gegen Rassismus und Homophobie einsetzen. Als Konsequenz der Geschehnisse hofft Müller, "dass Hertha schnellstens personelle Konsequenzen in betreffender Mannschaft bzw. deren Trainerstab zieht".

Volkhardt Kramer, Manager Vfb Auerbach, steht am Spielfeldrand und schaut. 1 min
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Mo 16.12.2019 14:56Uhr 00:40 min

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Kramer: "Wir dürfen Dinge nicht im Raum stehen lassen"

VfB-Manager Volkhardt Kramer äußerte sich am Mikrofon von "Sport im Osten" erneut zu den Vorfällen. Man dürfe Dinge nicht im Raum stehen lassen und müsse die Meinung laut und deutlich sagen. Er freue sich, dass sich Leute melden, die vor Ort waren und auch "den Hintern in der Hose haben". Eins stellte Kramer klar: "Die Grundwerte unseres Vereins sind klar: Wir sind gegen Rassismus, für Integration und wollen alles dafür tun, dass diese Werte umgesetzt werden. Da werden wir von den Bambinis bis zur Ersten mit allen reden. Wir werden nicht im Raum stehen lassen, dass unser Verein diese Werte nicht akzeptiert."

Auerbach Kramer 2 min
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Mo 16.12.2019 14:55Uhr 02:01 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-365660.html

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rei/pm

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 16. Dezember 2019 | 17:45 Uhr

10 Kommentare

MDR-Team vor 34 Wochen

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Dynamo vor 34 Wochen

Was soll der Aufreger ? 17.12.2019, Spätnachrichten Fernsehen, MDR aktuell, Sachsen, sinngemäß folgende Aussage von Auerbach-Verantwortlichen: Wenn die Medien das Geschehen nicht so übertrieben dargestellt hätten, wäre überhaupt nicht so eine Sensationshasche entstanden. Das kann man gleichstellen mit den Berichten von den Dresdner Verkehrsbetrieben, wo die Busfahrer mit Schildern rumfahren mit "Hier fährt ein Deutscher Busfahrer". Auf diese Schlagzeile haben weder das MDR Fernsehen Sachsen noch der MDR Videotext Lust gehabt, groß einzusteigen. Schade MDR.de-RED., mittlerweile hat man die Kommentierungsmöglichkeit gestrichen. Noch eine Frage, die zitierten Verantwortlichen der DVB waren die einverstanden, dass ihre Äußerungen im Text zu diesem Ereignis bei der Ausstrahlung von MDR.de-RED verändert wurden. Bitte veröffentlichen Sie den Beitrag von mir, wenn nicht, werde ich meine Schlussfolgerungen ziehen und diese der Öffentlichkeit zugänglich machen. Danke dafür. 22:30

James Bond vor 34 Wochen

Der Verein Hertha BSC gehört empfindlich bestraft. Dieses Diffamiere und
diese unglaublichen Beleidigungen können sie in der Berliner Landesliga ablassen. Dort sind sie unter Gleichen , dort fällt dieser Jargon nicht auf.
25 000 € Geldstrafe ( bei deren Budget das unterst denkbare ) , Herabstufung in die Berliner Landesliga, ... widerlich , diese Typen, der Verband muss hier ganz klar und hart sanktionieren, und zwar nicht die Falschen.
habe sonst nix für Auerbach übrig, aber hier muss der Rest des Nord -Osten
ganz solidarisch sein. Sonst sind wir Alle diesem Berliner - Gossen-Jargon gefährdet und ausgeliefert