Fußball | Corona-Pandemie NOFV: Ungeimpfte Spieler mit Corona gelten nicht als verletzte Akteure

Die Corona-Pandemie bleibt das alles beherrschende Thema. Auch beim NOFV, der den Passus zu Spielverlegungen konkretisiert hat. So gelten ungeimpfte Spieler, die sich infiziert haben, nicht als verletzte Akteure.

Schild NOFV vor Gebäude
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Fortführung des Spielbetriebes beim Nordostdeutschen Fußballverband ist und bleibt ein schwieriges Thema. In der jüngsten Pressemitteilung des NOFV von Mittwoch (22. Dezember) beschäftigt sich der NOFV erneut mit der Entwicklung der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen in der Regionalliga Nordost und der Männer-Oberliga. Unter anderem geht es um eine Ergänzung der Durchführungsbestimmungen bei der Absetzung von Spielen.

Hier heißt es, dass dem Antrag eines Vereins auf Spielverlegung dann nicht stattgegeben wird, "wenn 15 spielberechtigte Spieler zur Verfügung stehen. Unter diesen muss sich mindestens ein Torwart befinden". Neu ist folgender Zusatz: "Spieler, die sporttypisch verletzt oder gesperrt sind, Spieler, die offensichtlich gegen wesentliche Vorgaben der lokalen Hygienekonzepte verstoßen haben oder Spieler, die nach den üblichen Definitionen des RKI als nicht vollständig geimpft gelten und deshalb nicht an einem Spiel mitwirken können, werden hierbei nicht angerechnet und gelten als zur Verfügung stehend."

Konkret heißt das: Spieler, die nicht gegen das Corona-Virus geimpft sind, sich aber mit Covid-19 infizieren, dürfen nicht in die Rechnung der verletzten Spieler einbezogen werden.

Ein Beispiel

Um Klarheit in die Formulierung zu bringen, sprach "Sport im Osten" mit Till Dahlitz, Mitarbeiter Spielbetrieb des NOFV. Er erklärte an einem Beispiel, was sich dahinter vergibt. Einem Klub stehen vor einem Punktspiel beispielweise 20 Spieler zur Verfügung, darunter erfüllen 10 Akteure die 2G-Regel. 10 Spieler sind aber nicht geimpft, jedoch gesund, dann gelten auch sie als spielfähig.

Zudem kommt es darauf an, in welchem Bundesland die Partie stattfindet und welche Regel dort verlangt wird: 2G oder 3G? Sollten also die nicht geimpfte Spieler trotz eines negativen Tests nicht mitwirken können, dann kann der Verein nicht darauf pochen, dass sie als verletzte Spieler gelten. Sie stehen formal zur Verfügung und den Klub trifft eine Strafe, da er nicht antritt. Die letzte Instanz ist dann das Sportgericht des NOFV, welches eine Entscheidung treffen muss.

Till Dahlitz wies noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass die Mehrzahl der Fußball-Vereine im Gebiet des NOFV keine Probleme mit der Anordnung haben, da ihre Spieler 2G erfüllen.

jmd

Videos aus der Regionalliga

Sport im Osten
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
2 min

Stephanie Müller-Spirra hat nach dem Duell Carl Zeiss Jena gegen Lok Leipzig mit den Trainern der Teams, Andeas Patz und Almedin Civa, gesprochen.

Sport im Osten Sa 22.01.2022 14:00Uhr 02:08 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
im Bild  Vasileios Dedidis (Jena) scheitert an Torwart Jan-Ole Sievers (Lok Leipzig)
Bildrechte: Karina Hessland-Wissel
Sport im Osten
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle anzeigen (191)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 22. Dezember 2021 | 19:30 Uhr

10 Kommentare

Lok vor 4 Wochen

@Thommi Tulpe
"... und Eure 3 Zuschauer"
Bedenklich Deine vermeintliche Arroganz, die Du in nahezu jedem Deiner Beiträge unterbringst.
Wenn es in Magdeburg in den letzten 60 Jahren noch einen zweiten Verein gegeben hätte, mit ähnlichem Zuschauerzulauf, und man Euch dann später zusätzlich noch einen Kunstverein in die Stadt gesetzt hätte, der 1. Bundesliga spielt ... Was meinst Du, wo Dein FCM heute sportlich stehen würde und wie viele Zuschauer Ihr hättet? Denk da mal drüber nach.
Ich kann die da drüben im Leutzscher Unterholz nicht ab, aber unbestreitbar bringen bei beiden Leipziger Vereinen die Anhänger viel Einsatz, viele Opfer, um trotz der maximal schlechten Umfeld-Bedingungen wenigstens den Status Regionalliga zu ermöglichen. Zeige mir mal eine andere Halbmillionenstadt in Fußballdeutschland, wo es einen Erstligisten gibt und zusätzlich noch zwei Vereine in Liga 4 spielen.

Thommi Tulpe vor 4 Wochen

Chemieschwein. Hiier geht es um ein verdammt verfi..ktes Virus, was uns schneller und härter treffen kann as wir alle denken.
Bis gestern war ich "nur" verbittert über manche Leute. Wenn das Virus aber unerwartet (auch blödes Wort!) Dein eigenes Kind (mein Kind ist jung) und deren Kinder Kinder trifft: Ich denke, es gibt Wichtigereres als Klasse halten und Eure 3 Zuschauer. Frohes Fest.

Gustav vor 4 Wochen

Unfassbar! Die ehrenamtlichen Verbandsfunktionäre scheinen in einer Parallelwelt zu leben. Ohne Rücksicht auf die finanzielle Lage der Vereine und der Gesundheit der Spieler wollen sie diese Saison durchpeitschen. Verschweigen dann Spieler ihre Infektion, damit der Verein noch elf Spieler auf den Platz bekommt? Alles ohne Zuschauer. Das trifft natürlich Altglienicke oder Eilenburg weniger. Aber die Vereine, die für ein attraktives, stimmungsvolles Ambiente sorgen, wird kräftig gegen das Schienbein getreten.

Bleibt gesund! GWG Gustav