Fußball | Regionalliga NOFV will Vorzeigeverband werden

Ein sogenannter Expertenrat soll den Nordostdeutschen Fußballverband zum stärksten in Deutschland machen. Ziel sei, dass Verband und Vereine professioneller arbeiten. Das kündigte das Gremium am Mittwoch in Leipzig an.

Mit Fachwissen von außen und aus verschiedenen Bereichen will der Nordostdeutsche Fußballverband sein Aushängeschild Regionalliga Nordost stärken und zum Vorzeigeverband werden. "Wir haben den Ehrgeiz, bester und stärkster Regionalverband zu werden", sagte Präsident Hermann Winkler am Mittwoch nach der Gründungssitzung des neunköpfigen NOFV-Expertenrates. "Wir wollen zuerst den Verband, dann die Vereine befähigen, professioneller zu arbeiten."

Regionalliga Nordost aufwerten

Es gehe vor allem auch um die Frage, wie die Regionalliga Nordost aufzuwerten sei, betonte Lutz Lindemann. Der ehemalige DDR-Nationalspieler gehört auch dem Gremium an, das mit Expertinnen und Experten aus der Politik und Wissenschaft besetzt ist. Die Regionalliga Nordost, in der Vereine aus fünf Bundesländern spielen, verdiene es, besser aufgestellt zu sein und ein besseres Image zu haben, sagte Lindemann.

Die Mitglieder des neu gegründeten "Expertenrates" des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV)
Die Mitglieder des neu gegründeten "Expertenrates" des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV). Bildrechte: NOFV

Probleme durch Corona spielen wichtige Rolle

Alle fünf Wochen will sich der Expertenrat nun treffen. Beim nächsten Mal sollen auch Vertreterinnen und Vertreter der Vereine dabei sein. Die Probleme durch die Corona-Krise werden dabei auch ein wichtige Rolle spielen. Als die vierte Liga mit den höchsten Zuschauerzahlen und damit auch den größten Einnahmen aus dem Ticketverkauf sei diese natürlich besonders von den Beschränkungen seit fast zwei Jahren betroffen, betonte Winkler. "Die Vereine pfeifen wirklich auf dem letzten Loch." Ein Ansatz sind Corona-Hilfen vom Bund auch für die Regionalliga. Er stehe dazu auch im Kontakt mit den anderen Regionalpräsidenten.

Doch wissen sie auch beim NOFV, dass die Fans nach einem Ende der Pandemie kein Selbstläufer sind. "Wie gelingt es uns, die Fans nach Corona in die Stadien zurück zu holen? Wir haben alle gespürt, dass es schwieriger wird", betonte Winkler. Die Fankultur habe maximal gelitten, ergänzte der Prorektor der HHL Leipzig Graduate School of Management, Professor Henning Zülch.

Videos aus der Regionalliga

Spieler von Lok Leipzig am Ball.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Energie Cottbus - Chemnitzer FC
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
8 min

Der Chemnitzer FC ließ sich bei Energie Cottbus schnell und böse überraschen. Erst später kamen die Sachsen zurück, um am Ende den Nackenschlag zu kassieren. Das Video zum Spiel.

Sa 17.09.2022 17:10Uhr 07:52 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-bericht-energie-cottbus-chemnitzerfc100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Chemie Leipzig - Berliner AK
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle anzeigen (114)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 12. Februar 2022 | 14:00 Uhr

5 Kommentare

Lifad vor 33 Wochen

Dieser Verband sollte erstmal alle Vereine gleich behandeln und
nicht wie sein Präsident nur den FCM im Blick haben.
Was Stahlknecht mit der 2.Mannschaft vom FCM
in Sachsen/Anhalt jetzt abziehen will spottet jeder Beschreibung.
Ohne sportliche Qualifikation soll die Mannschaft in die 6.Liga gehievt werden.
So etwas gehört sich nicht und stößt allen Mannschaften der Verbandsliga
vor den Kopf. Sogar die Spielordnung soll dafür extra geändert werden.
Da er auch FCM Mitglied ist, liegt der Verdacht nahe, dass der FCM wegen persönlicher Beziehungen bevorteilt wird. Das ist ein absolute Frechheit!

Regional vor 33 Wochen

Ausgerechnet der NOFV. Dieser Verband sollte erstmal dafür sorgen das der Meister direkt aufsteigt. Interessen der eigenen Vereine sollten vertreten und durchgesetzt werden. Es ist an Frechheit nicht zu überbieten das Bayern als einzelnes Bundesland eine eigene Regionalliga hat. Die RL Bayern kann ja zum Beispiel mit der RL Südwest zur RL Süd fusionieren.

Thommi Tulpe vor 33 Wochen

Zurück in die Zukunft?
Die Regionalliga Nordost war einst die stärkste 4. Liga Deutschlands.
Einst war diese Liga ein "Sammelbecken" traditionsreicher DDR-Vereine, welche den Sprung zu Höherklassigem aus den verschiedensten Gründen nicht schafften, oder (wieder aus den verschiedensten Gründen) den Anforderungen des Höherklassigen nicht (dauerhaft) gerecht werden konnten.
Auch wenn heute zumindest noch 6 ehemalige DDR-Oberliga-Vereine der RL NO angehören, wird (auch corona-bedingt) diese Liga mittlerweile durch 20 teilnehmende Teams sehr "verwässert". Das trägt sicher nicht zur Qualitätssteigerung bei!?
Weiterhin bleibt die Frage direkter Aufsteiger zu klären. Ich bin weiterhin der Meinung, dass Nord und Nordost fusionieren sollten, um vier direkte Aufsteiger zu ermöglichen. Ich denke, mittelfristig würden sich in dieser "fusionierten" Liga die mitteldeutschen Teams durchsetzen, irgendwann diese nicht kommende Liga dominieren.
Letzte Problem: Der DFB ist leider ost-ignorant.

Aktuelle Meldungen aus der Regionalliga