Fußball | Regionalliga Offener Brief: CZ Jena kritisiert neue Anstoßzeiten

Der FC Carl Zeiss Jena ist mit den erweiterten Anstoßzeiten in der Fußball-Regionalliga Nordost nicht einverstanden und hat dies in einem Brief kund getan. MDR-Sportchef Raiko Richter spricht von Ausnahmen. Der ZFC Meuselwitz kann die Kritik von Jena teilweise nachvollziehen. Der NOFV verteidigte besonders eine Uhrzeit.

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Der FC Carl Zeiss Jena hat in einem offenen Brief die Anstoßzeiten in der Fußball-Regionalliga kritisiert. Der Spieltag sei zu zerstückelt und mache es den Fans schwierig, live vor Ort zu sein.

Unterschrieben haben den Brief Geschäftsführung und Präsident des FCC sowie 31 Fangruppen. Bereits am 11. Juli hatte der Südkurve-Rat des FC Carl Zeiss Jena, die aktive Fanszene, ein "Nein zur Spieltagszerstückelung" formuliert.

Jena gegen 12:00 und 16:00 Uhr

Die Blau-Gelb-Weißen fordern "kleinere, jedoch wichtige und zeitnahme Korrekturen". Dabei geht es um die Attraktivität der Stadionbesuche und den Erhalt der Fankultur. Das Vorhaben von sieben verschiedenen Anstoßzeiten für einen Spieltag müsse aufgegeben werden. Es dürfe keine Ansetzungen um 12:00 und 16:00 Uhr geben und auch keine Montagsspiele. Die Spieltage müssten frühzeitig und ohne kurzfristige Eingriffe angesetzt werden.

Jenaer Fans
Die Fans des FCC begleiten ihr Team immer zahlreich. Bildrechte: IMAGO / Picture Point

Ansonsten würde der Besuch eines Auswärtsspiels finanziell und zeitlich enorm erschwert werden. Es drohe ein "kontinuierlicher Rückgang" der Zuschauerzahlen, besonders schmerzhaft für Klubs mit vielen Anhängern. Viele Vereine müssten kostenintensive Übernachtungen vor Auswärtspartien organisieren. Jena bestritt seinen Saisonstart am Samstag um 12:00 Uhr beim Berliner AK.

MDR-Sportchef: 12:00 und 16:00 Uhr die Ausnahme

Raiko Richter, MDR-Hauptredaktionsleiter Sport
MDR-Sportchef Raiko Richter Bildrechte: MDR/Robert Hensel

MDR-Sportchef Raiko Richter sagt dazu: "Wir können alle Jenaer Fans beruhigen. Anstoßzeiten wie 12:00 Uhr und 16:00 Uhr waren zu Saisonbeginn die Ausnahme, um den Fans ihrer Mannschaften nach acht Monaten ohne Spiel überall die Möglichkeit zu geben, sie zu sehen, ob im Stream oder um 16:00 Uhr im TV. Dadurch schlossen wir auch zeitliche Kollisionen mit der 2. und 3. Liga aus. Die Regelanstoßzeit der Regionalliga Nordost ist um 13:00 Uhr am Wochenende und unter der Woche 19:00 Uhr bei vorhandenem Flutlicht. Dies wurde auch mit den Vertretern des FCC bei der NOFV-Staffeltagung besprochen."

Auch Meuselwitz gegen 12:00 Uhr und Montag

Die Kritik von Jena kann Hubert Wolf teilweise nachvollziehen. Der Präsident von Jenas Liga-Konkurrent ZFC Meuselwitz sagte "Sport im Osten": "Ich halte den 12-Uhr-Termin und den Montagstermin für wenig akzeptabel." Am Montag sollte nur gespielt werden, wenn dem beide Teams zustimmen und es wichtige terminliche Gründe dafür gibt. So wie für sein Team, das am 9. August Montags beim FSV Luckenwalde antritt, weil es zuvor ein Jugendturnier gibt und auch der Gesamtschlüssel der Saison-Terminierungen da nichts anderes zulässt.

Hubert Wolf (Präsident ZFC Meuselwitz)
Hubert Wolf (Präsident des ZFC Meuselwitz) Bildrechte: IMAGO / Picture Point

16 Uhr ist für ZFC-Chef Wolf okay

Grundsätzlich hat Wolf, der auch im NOFV-Präsidium sitzt, sich aber nur als ZFC-Präsident äußert, Verständnis für das Ansinnen von Jena, aber die 16-Uhr-Zeit ist für ihn nicht "kriegsentscheidend", zumal es da ja auch einmal eine TV-Übertragung geben könnte, darüber sollten die Vereine froh sein. Klar ist aber auch: "Wenn man mehr Zuschauer verliert als TV-Gelder bekommt, ist das ungünstig." Denn: "Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler". Der Fisch sind in dem Fall die Fans. Beim ZFC sind es viele ältere Zuschauer: "Das wollen unsere Dauerkarteninhaber um 18 Uhr spielen, so dass sie dann nicht zu spät nach Hause kommen."

NOFV verteidigte 12-Uhr-Termin

Der Geschäftsführer des Nordostdeutschen Fußballverbands, Holger Fuchs, hatte der "Ostthüringer Zeitung" nach der Kritik des Südkurven-Rats gesagt: "Es liegt im Interesse der Vereine, dass möglichst viele Spiele übertragen werden. Ein Anstoß um 12 Uhr kollidiert mit keiner anderen Spielklasse." Er geht davon aus, dass sich die Stadionbesucher schnell an die neuen Zeiten gewöhnen würden: "Die Autobahnen sind doch inzwischen gut ausgebaut."

cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 25. Juli 2021 | 14:00 Uhr

17 Kommentare

Chemieschwein vor 7 Wochen

Profis sind Arbeitnehmer.. Ich muss auch um 5 raus.. Und wenn Lieferung um 12 kommt muss die auch entladen.. Die Herrschaften machen nix weiter als für viel Kohle nur Fußball zu spielen.. Also kann ich das bei einem Verein wo kein Spieler arbeiten muss nicht aber auch absolut nicht nachvollziehen...

TYPISCH PLAUEN FUHRE ANDY vor 7 Wochen

Wir wissen zwar nicht welche weiterreichenden Probleme diese Jenaer Rasenkomiker noch so alles haben.
Wenn wir uns an früher erinnern wurden wir im Lager gegen null vier Uhr dreißig geweckt und haben ab fünneff Uhr für zwei Stunden Fußball gespielt und dabei zwölf Tore gemacht .

Merke : gehts raus und spielts Fußball ! Egal wann.

Fan Achim vor 7 Wochen

Ein sehr sachlicher Beitrag von Gustav, er legt seine Meinung offen und ehrlich dar und das Wichtigste er zieht dabei nicht über einen anderen Verein her. So geht fairer Austausch über Themen die auch nicht alle interessieren müssen, aber da halte ich doch lieber mal die Finger still und werde nicht provozierend. Gustav, bis Sonntag 14 Uhr 5, wir freuen uns auf dich und deinen Anhang, da kommt wenigstens mal wieder Stimmung in die Bude. P:S: Gustav mit Zug anreisen wird schwierig, wir haben schon lange keinen Bahnhof mehr, sind eben ein "Dorfverein"aber immer Gastfreundlich!