Fußball | Regionalliga Manuel Rost: "Die ersten beiden Spiele sind richtungsweisend"

Es war eine turbulente Vorbereitung bei Regionalligist VfB Germania Halberstadt. Cheftrainer Andreas Petersen musste aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten, ein Team um Co-Trainer Manuel Rost führte die junge Truppe durch Trainingseinheiten und Testspiele. "Sport im Osten" sprach mit dem 33-Jährigen über Vorbereitung, Saisonziele und Petersen.

Herr Rost, am Freitag startet für Germania Halberstadt die neue Spielzeit. Doch zunächst die Frage, wie es Andreas Petersen geht?

Manuel Rost: "Er ist gesundheitlich angeschlagen, aber weiterhin Ansprechpartner. So hatten wir das vorher besprochen, dass er sich eine Pause nimmt, wenn es ihm nicht gut geht. Natürlich ist schade, dass es ausgerechnet jetzt passiert. Aber die Gesundheit geht vor. Er ist da auch reifer geworden, hatte ja früher dem Fußball alles untergeordnet."

Trainer Andreas Petersen und Manuel Rost
Das Team Petersen und Rost muss aktuell ohne den Cheftrainer auskommen. Bildrechte: IMAGO/Steffen Beyer

Sie sind seit Februar in Halberstadt. Wie sind Ihre Eindrücke? Wie lange läuft Ihr Vertrag?

"Das ist hier eine Win-Win-Situation für alle. Ich konnte mir bis zum Sommer Halberstadt anschauen, musste mich nicht schnell entscheiden. Ich konnte das Innenleben des Vereins kennenlernen. Und mache jetzt den nächsten Schritt. Die Perspektive stimmt hier. Es sind viele junge Spieler, die weiterentwickelt werden sollen. Das passt einfach. Ich habe einen Vertrag bis 2024 unterschrieben."

Wie sind Sie mit der Vorbereitung zufrieden?

"Wir gehen unseren Weg weiter, wollen Junioren-Spieler einen Übergang ermöglichen in den 'Senioren- & Profifußball'. Dass uns auch einige zu ambitionierten Regionalligisten verlassen haben, freut uns eher. Es zeigt, dass unser Weg richtig ist. Was mir jetzt gefällt, wir haben viele Spieler, die gern den Ball haben. Die auch Spielwitz mitbringen. In der letzten Saison haben wir viel gegen den Ball gearbeitet, schnell umgeschaltet. Jetzt versuchen wir, auch bei eigenem Ballbesitz spielerische Lösungen zu finden. Wir befinden uns auf einem guten Weg, eine gute Teamchemie zu erlangen, welche wir für unseren Spielstil benötigen."

Gibt es Spieler, die in der Vorbereitung herausgestochen haben?

"Ja. Nico Lübke ist ein Super-Junge, hat zu 100 Prozent überzeugt. Er ist in Dortmund ausgebildet und bringt in der Spieleröffnung viel Qualität mit. Ufu Osawe ist ein offensiver Unruheherd. Er bringt mit 24 schon einige Erfahrung mit. Es fehlt noch das letzte Detail vor dem Tor, der Knoten wird aber sicher noch platzen. An ihm werden wir viel Freude haben. (Anm. Red: Am 1. August wurde noch Mittelstürmer Dimitar Milushev von Eberswalde verpflichtet)

Nico Lübke
Nico Lübke wird künftig für Germania Halberstadt in der Offensive wirbeln. Bildrechte: IMAGO/Michael Ketzer

Und wir haben gestandene Akteure wie Lukas Cichos, Patrick Baudis oder auch Stefan Korsch, die richtige Führungsspieler geworden sind. Leider werden zum Auftakt Irwin Pfeiffer (Muskelverletzung) und Pascal Hackethal (Trainingsrückstand) fehlen."

Ein Blick auf die Regionalliga, nun wieder mit 18 Teams. Wie schätzen Sie die Staffel in dieser Saison ein?

"Wir müssen alles daransetzen, für Sachsen-Anhalt in der Regionalliga zu bleiben. Das wird eine spannende Staffel, in der nicht wie im letzten Jahr ein Team lange Zeit mit großem Vorsprung voranmarschieren wird. Oben wird es eine enge Kiste. Ich denke, Energie Cottbus und der Chemnitzer FC sind dabei. Beim SV Babelsberg und dem 1. FC Lok Leipzig muss man mal abwarten. Beide haben sich gezielt verstärkt. Beim BFC Dynamo muss man abwarten, wie die den Nichtaufstieg verkraftet haben. Unten sehe ich mit uns Lichtenberg, ZFC Meuselwitz oder TeBe. Dazu kommen noch einige wie der Greifswalder FC oder FC Rot-Weiß Erfurt, die ja sehr spät in die Vorbereitung gestartet sind. Wir wollen uns aber nicht kleiner machen, als wir sind. Ziel bleibt, am Ende über dem Strich zu stehen. Dafür haben wir eine Spielidee."

Schauen wir am Schluss noch auf die ersten Spiele - SV Lichtenberg und Heimauftakt gegen den ZFC Meuselwitz. Danach folgen vier Kracher. Wie wichtig ist da ein guter Start?

"Die ersten beiden Spiele werden schon richtungsweisend sein für die Saison. Auf die Spiele danach freuen wir uns. Das sind alles Topspiele, da haben wir keinen Druck, die Gegner schon. Aber wichtig ist ein guter Start. Am Freitag beim SV Lichtenberg wollen wir alles reinhauen und das maximale Ergebnis erreichen."

Das Interview führte Ronny Eichhorn

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 06. August 2022 | 16:00 Uhr

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