Fußball | Regionalliga Vor NOFV-Konferenz: Klare Tendenz zu Saison-Abbruch – drei Ideen zur Meisterfrage

Vor der NOFV-Sitzung am Nachmittag (16. April 2020) mit allen Vereinen der Fußball-Regionalliga Nordost haben wir bei den Klubs bereits nachgefragt: Eine große Mehrheit kann sich einen Saison-Abbruch vorstellen.

Alfred-Kunze-Sportpark
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Eine Mehrheit der Klubs der Regionalliga Nordost würde einen Saison-Abbruch akzeptieren. Wenn es zu Geisterspielen kommen sollte, dann wäre es sogar eine glasklare Mehrheit. Das ist das Ergebnis einer exklusiven MDR-Umfrage unter den Regionalliga-Vereinen. 15 der 17 Klubs beantworteten unsere Fragen, nur vom ZFC Meuselwitz und Hertha BSC II konnten wir keine Stellungnahme erhalten.

Das sagen die Vereine zum Rest der Saison

Vor der Videokonferenz beim NOFV am Donnerstagnachmittag (16. April 2020) haben wir 15 Regionalliga-Klubs gefragt, wie sich sich den Rest der Saison vorstellen und wie die Meisterfrage beantwortet werden sollte. Hier gibt es alle Antworten.

Thomas Löwe, Präsident 1. FC Lok Leipzig
1. Sind Sie für einen Abbruch oder die Fortsetzung der Saison?
2. Können Sie sich Geisterspiele vorstellen?
3. Wie sollten der Auf- und Abstieg geregelt werden?

Thomas Löwe, Präsident des 1. FC Lok Leipzig
1. "Wir sind klar für eine Fortsetzung. Seit 2015 bereiten wir uns darauf vor, in dieser Saison in die 3. Liga aufzusteigen. Wir haben mit Herzblut, Kraft und Geld die Voraussetzungen dafür geschaffen. Nun haben wir eine gute Ausgangslage."

2. "Das wäre für uns nicht zu stemmen. Wir müssten die kompletten Kosten um 100 Prozent hochfahren und hätten keine oder nur geringe Einnahmen. Das ist undenkbar."

3. Es soll Auf- und Absteiger geben. Deswegen ist es wichtig, die Saison zu Ende zu bringen. Wenn man den Punkte-Durchschnitt nimmt, sind wir Erster und hätten uns sportlich für die Aufstiegsspiele qualifiziert."
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Thomas Löwe, Präsident 1. FC Lok Leipzig
1. Sind Sie für einen Abbruch oder die Fortsetzung der Saison?
2. Können Sie sich Geisterspiele vorstellen?
3. Wie sollten der Auf- und Abstieg geregelt werden?

Thomas Löwe, Präsident des 1. FC Lok Leipzig
1. "Wir sind klar für eine Fortsetzung. Seit 2015 bereiten wir uns darauf vor, in dieser Saison in die 3. Liga aufzusteigen. Wir haben mit Herzblut, Kraft und Geld die Voraussetzungen dafür geschaffen. Nun haben wir eine gute Ausgangslage."

2. "Das wäre für uns nicht zu stemmen. Wir müssten die kompletten Kosten um 100 Prozent hochfahren und hätten keine oder nur geringe Einnahmen. Das ist undenkbar."

3. Es soll Auf- und Absteiger geben. Deswegen ist es wichtig, die Saison zu Ende zu bringen. Wenn man den Punkte-Durchschnitt nimmt, sind wir Erster und hätten uns sportlich für die Aufstiegsspiele qualifiziert."
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Halberstadt - Lichtenberg; Zweikampf um den Ball zwischen Kimbyze-Kimby Januario (Mittelstuermer Halberstadt, Rueckennummer 23, #23) (li.) und Jonas Schmidt (Innenverteidiger Lichtenberg, Rueckennummer 21) (re.) im Regionalliga-Spiel Halberstadt gegen Lichtenberg (04.10.2019). Niklas Wollert (Torwart Lichtenberg, Rueckennummer 1) (hinten) schaut zu.
1. Sind Sie für einen Abbruch oder die Fortsetzung der Saison?
2. Können Sie sich Geisterspiele vorstellen?
3. Wie sollten der Auf- und Abstieg geregelt werden?

Erik Hartmann, Präsident Germania Halberstadt
1. "Wir sind für einen Abbruch der Saison. Eine Verlegung ist für uns keine Option, auch weil im Sommer elf Arbeitsverhältnisse auslaufen. Wir werden uns einer Mehrheitsentscheidung fügen. Nach wochenlanger Pause ist kein fairer Wettbewerb mehr möglich."
2. "Spiele ohne Zuschauer sind für uns keine Option."
3. "Man könnte die Ligen nach oben aufstocken und in den nächsten Jahren wieder reduzieren."
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Jürgen Neumann
1. Sind Sie für einen Abbruch oder die Fortsetzung der Saison?
2. Können Sie sich Geisterspiele vorstellen?
3. Wie sollten der Auf- und Abstieg geregelt werden?

Jürgen Neumann, Präsident Bischofswerdaer FV
1. "Die Saison sollte abgebrochen und somit nicht gewertet werden."
2. "Grundsätzlich ja. Aber die Verantwortlichkeit für Geisterspiele müssen geklärt sein. Liegt sie beim Staat? Für das Sicherheitsspiel gegen Energie Cottbus haben wir mit 2.000 Zuschauern gerechnet. Der organisatorische Aufwand bei Geisterspielen ist höher als bei regulären Partien. Vereine aus der Regionalliga können die Sicherheit dann nicht allein gewährleisten."
3. "Es ist eine schwierige Situation, ein Riesenkraftakt. Man könnte nur die Hinrunde werten, wie beim Skispringen auch manchmal nur der erste Durchgang gewertet wird. Mein Favorit wäre, dass es einen Aufstieg gibt und keine Absteiger."
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Ball Stele des VfB Auerbach mit Spielball.
1. Sind Sie für einen Abbruch oder die Fortsetzung der Saison?
2. Können Sie sich Geisterspiele vorstellen?
3. Wie sollten der Auf- und Abstieg geregelt werden?

Knut Beyse, Vorstandsvorsitzender VfB Auerbach
1. "Wir wollen nicht, dass die Saison abgebrochen wird."
2. "Nein, wir leben von den Zuschauern."
3. "Dazu äußert sich unser Verein am Donnerstag bei der Videokonferenz des NOFV."
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Albert-Kuntz-Sportpark Nordhausen
1. Sind Sie für einen Abbruch oder die Fortsetzung der Saison?
2. Können Sie sich Geisterspiele vorstellen?
3. Wie sollten der Auf- und Abstieg geregelt werden?

Uwe Rollfinke, Vorstandsmitglied Wacker Nordhausen
1. "Das sehe ich zwiespältig: Grundsätzlich ist immer der sportliche Weg der bessere. Ohne Zuschauer ist es für uns aber nicht finanzierbar. Bei Geisterspielen wäre Abbruch das Beste."
2. "Nein, die Spieler würden gerne spielen, aber es fallen überall Kosten an."
3. "Ungünstig, dass Lok ein Spiel weniger hat und die Berliner vorne sind. Da sollte es auf jeden Fall eine sportliche Entscheidung geben. Vielleicht mit einem Entscheidungsspiel. Die Absteiger sollten sie in der Liga lassen und die Liga aufstocken."
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Die Spieler von Altglienicke jubeln
1. Sind Sie für einen Abbruch oder die Fortsetzung der Saison?
2. Können Sie sich Geisterspiele vorstellen?
3. Wie sollten der Auf- und Abstieg geregelt werden?

Marco Schröder, Geschäftsführer VSG Altglienicke
1. "Grundsätzlich bin ich für die Fortsetzung, sollte aber bis 15. Mai nicht wieder gespielt werden, muss die Saison ja irgendwann abgebrochen werden."
2. "Theoretisch ja, praktisch nein."
3. "Da haben wir uns reichlich Gedanken darüber gemacht. Wir würden die Halbserie nehmen, da hat jeder gegen jeden gespielt, das wäre vielleicht das Fairste.  Egal, welche Tabelle wir jetzt nehmen, wir sind Erster, das wäre für uns nun auch kein Unterschied. Die Sache mit der unterschiedlichen Anzahl der Spiele? Da haben wir auch keine kluge Lösung für. Deshalb auch die Idee mit der Halbserie. Ein ganz schwieriges Thema."
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Ordentliche Mitgliederversammlung des FC Energie Cottbus - Vorsitzender des Verwaltungsrates Matthias Auth
1. Sind Sie für einen Abbruch oder die Fortsetzung der Saison?
2. Können Sie sich Geisterspiele vorstellen?
3. Wie sollten der Auf- und Abstieg geregelt werden?

Matthias Auth, Präsident FC Energie Cottbus
1. "Ich stehe für eine realistische Einschätzung und da wäre mein Favorit zu sagen: Wir beenden die Saison."
2. "Nein, da 'verlieren' wir 70.000 Euro pro Spiel."
3. Keine Angabe
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FC Viktoria 1889 Berlin gibt die Zusammenarbeit mit einem Investor aus Hongkong für eine angeblich hohe zweistellige Millionensumme bekannt
1. Sind Sie für einen Abbruch oder die Fortsetzung der Saison?
2. Können Sie sich Geisterspiele vorstellen?
3. Wie sollten der Auf- und Abstieg geregelt werden?

Rocco Teichmann, Sportchef Viktoria Berlin
1. "Wenn man die Saison bis zum 30. Juni zu Ende bringen könnte, dann würden wir es  gerne zu Ende bringen. Aber so wie es aktuell aussieht, gibt es da zu viele Probleme, deshalb sind wir eher für einen Abbruch."
2. "Ich finde, für die Regionalliga kommen Geisterspiele überhaupt nicht in Frage. Für mich wäre es eine Farce überhaupt nur darüber nachzudenken."
3. "Da gibt es keine Regel, die alle zufriedenstellen wird. Ich finde nicht, dass man sagen kann, dass nach  zwei Dritteln der Saison schon alles festgezurrt ist. So gesehen wäre eine Annullierung besser, auch wenn das für einen Verein wie Altglienicke extrem bitter wäre.
Vielleicht sollte man im positiven Fall, also einen Verein oben, belohnen. Und im negativen Fall, also jemanden unten, nicht bestrafen."
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Vereinsvorsitzender Archibald Horlitz (Babelsberg).
1. Sind Sie für einen Abbruch oder die Fortsetzung der Saison?
2. Können Sie sich Geisterspiele vorstellen?
3. Wie sollten der Auf- und Abstieg geregelt werden?

Archibald Horlitz, Präsident SV Babelsberg
1. "Ganz klar für Abbruch."
2. "Es gibt nur Kosten, aber keine Erträge."
3. "Also, ich würde die Saison streichen. Das wäre am fairsten. Keine Aufsteiger, keine Absteiger. Oder: Wenn die Kontaktsperre bis Jahresende gilt, dann könnte man die fehlenden Rückrundenpartien in der ersten Hälfte des nächsten Jahres austragen."
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Ronny Garbuschewski
1. Sind Sie für einen Abbruch oder die Fortsetzung der Saison?
2. Können Sie sich Geisterspiele vorstellen?
3. Wie sollten der Auf- und Abstieg geregelt werden?

Norbert Uhlig, Präsident BFC Dynamo
1. "Wir sind für einen Abbruch der laufenden Saison und die Annullierung dieser."
2. "Nein, da dies aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht möglich ist."
3. "Aufgrund der Annullierung der Saison sollte es keine Auf- oder Absteiger geben. Andere Varianten würden wahrscheinlich zu diversen Klagen von benachteiligten Vereinen führen."
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Kopfball Abu-Bakarr Kargbo und Konstantin Möllering
1. Sind Sie für einen Abbruch oder die Fortsetzung der Saison?
2. Können Sie sich Geisterspiele vorstellen?
3. Wie sollten der Auf- und Abstieg geregelt werden?

Die Fragen wurden vom Verein Berliner AK beantwortet
1. "Wir sind für einen Abbruch der Saison 2019/2020."
2. "Nein, da wir für einen Saisonabbruch sind."
3. "Wir sind für eine Aufstockung der Ligen (Aufsteiger ja, Absteiger möglichst vermeiden) und eine Reformierung der 3. Liga. Sie sollte zweigleisig werden."
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Philip Einsiedel SV Lichtenberg 47, Dimitar Rangelov Energie Cottbus
1. Sind Sie für einen Abbruch oder die Fortsetzung der Saison?
2. Können Sie sich Geisterspiele vorstellen?
3. Wie sollten der Auf- und Abstieg geregelt werden?

Dr. Andreas Prüfer, Präsident des SV Lichenberg 47
1. "Ich glaube nicht an eine Fortsetzung. Man sollte die Saison abbrechen und die neue mit der gleichen Staffel beginnen. Auch wenn die Jungs natürlich spielen wollen. Wichtig ist, dass es eine Entscheidung gibt."
2. "Nein, das macht für uns keinen Sinn."
3. "Wie gesagt alles auf null. Wir brauchen eine Gesamtlösung für alle Ligen. Ich habe Verständnis für die Aufstiegskandidaten, aber es ist keine Lösung, den Spielplan so zu verdichten und in kurzer Zeit die restlichen Spiele auszutragen."
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Nur drei Vereine uneingeschränkt für Fortsetzung

Thomas Löwe (Präsident Lok Leipzig) (vorn re.) und Kamilla Senjo (Journalistin, Moderatorin bei Mitteldeutscher Rundfunk (2.v.l.) auf der Tribüne im Spiel Lok Leizig gegen Rathenow
Lok-Präsident Thomas Löwe (re.) hofft auf ein reguläres Saison-Ende mit Zuschauern. Bildrechte: imago images / opokupix

Lediglich drei Vereine sind uneingeschränkt für eine Fortsetzung der Saison. Der Tabellenzweite 1. FC Lok Leipzig, der VfB Auerbach und Union Fürstenwalde. Lok-Präsident Thomas Löwe erklärt: "Wir sind klar für eine Fortsetzung. Seit 2015 bereiten wir uns darauf vor, in dieser Saison in die 3. Liga aufzusteigen. Wir haben mit Herzblut, Kraft und Geld die Voraussetzungen dafür geschaffen. Nun haben wir eine gute Ausgangslage." Sein Team liegt punktgleich hinter der VSG Altglienicke, allerdings mit einem Spiel weniger. Geisterspiele wären aber nicht zu stemmen, auch Fürstenwalde wünscht sich Partien mit Zuschauern, notfalls bis in den September.

Vier Klubs würden Abbruch in Kauf nehmen

Vier Klubs sind grundsätzlich für eine Fortsetzung der Saison 2019/2020, würden angesichts der Corona-Einschränkungen aber auch einen Abbruch in Kauf nehmen: Darunter sind mit Spitzenreiter Altglienicke und dem Tabellendritten Energie Cottbus gleich zwei Vereine aus den Top drei. Auch Wacker Nordhausen und Viktoria Berlin denken ähnlich. Altglienickes Geschäftsführer Marco Schröder formuliert es so: "Grundsätzlich sind wir für eine Fortsetzung, sollte aber bis 15. Mai nicht wieder gespielt werden, muss die Saison ja irgendwann abgebrochen werden.“

Sind Sie für einen Abbruch oder eine Fortsetzung der Saison?
Für Fortsetzung 20 Prozent Lok Leipzig, VfB Auerbach, Union Fürstenwalde
Bei best. Umständen für Abbruch 27 Prozent Wacker Nordhausen, VSG Altglienicke, Energie Cottbus, Viktoria Berlin
Für Abbruch 53 Prozent Germania Halberstadt, Bischofswerdaer FV, Chemie Leipzig, Berliner AK, SV Babelsberg, SV Lichtenberg 47, Optik Rathenow, BFC Dynamo

Merkel: Vorerst keine Großveranstaltungen - 80 Prozent der Klubs für Abbruch

Die Sitzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch kam zu dem Ergebnis, dass sämtliche Großveranstaltungen bis 31. August zu unterbleiben haben. Fallen darunter auch Regionalliga-Spiele, im Detail ist es Ländersache, blieben nur Geisterspiele. Dann wären auch diese vier Vereine für einen Abbruch. Zusammen mit den acht Klubs, die jetzt schon für ein vorzeitiges Saisonende votieren, wären es dann zwölf von 15 befragten, also 80 Prozent.

Nur einer kann sich Geisterspiele vorstellen

Jürgen Neumann
Bischofwerdas Präsident Jürgen Neumann Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bei Geisterspielen ist die Lage aber noch eindeutiger: Nur Bischofswerda kann sie sich vorstellen. Deren Präsident Jürgen Neumann merkt aber auch an: "Aber die Verantwortlichkeit für Geisterspiele müssen geklärt sein. Liegt sie beim Staat? Für das Sicherheitsspiel gegen Energie Cottbus haben wir mit 2.000 Zuschauern gerechnet. Der organisatorische Aufwand bei Geisterspielen ist höher als bei regulären Partien. Vereine aus der Regionalliga können die Sicherheit dann nicht allein gewährleisten."

Die übrigen 14 Vereine, das sind dann rund 93 Prozent, lehnen Geisterspiele ab. "Da gibt es nur Kosten, aber keine Erträge", sagt Babelsberg-Präsident Archibald Horlitz. Rund 5.000 bis 6.000 Euro kostet viele Vereine ein solches Spiel, es kann bei Hochsicherheitsspielen aber auch einmal über 10.000 Euro werden.

Können Sie sich Geisterspiele vorstellen?
Ja 7 Prozent Bischofswerdaer FV
Nein 93 Prozent Lok Leipzig, Wacker Nordhausen, VfB Auerbach, Chemie Leipzig, Germania Halberstadt, Energie Cottbus, BFC Dynamo, Optik Rathenow, SV Lichtenberg 47, SV Babelsberg, Viktoria Berlin, Berliner AK, Union Fürstenwalde, VSG Altglienicke

Quintett für Annullierung der Saison

Wie ist die Spielzeit 19/20 aber zu werten? Eine Annullierung der Saison bringen mit Chemie Leipzig, Babelsberg, Lichtenberg, der BFC Dynamo und Viktoria Berlin gleich ein Drittel der von uns befragten Vereine ins Spiel. Hier würde es dann weder Auf- noch Absteiger geben. Präsident Dr Andreas Prüfer (Lichtenberg) mahnt dabei an: "Wir brauchen eine Lösung für alle Ligen." Die Variante "Aufsteiger ja, Absteiger nein" können sich vier Klubs vorstellen: Halberstadt, Bischofswerda, der Berliner AK und erneut Viktoria Berlin.

Das Meisterrennen: Drei Ideen

Tugay Uzan ( 9, Altglienicke) und Robert ZICKERT ( 21, Lok)
Wer macht das Aufstiegsrennen? Lok oder Altglienicke? Bildrechte: imago images / Beautiful Sports

Wer wird Meister und darf an möglichen Aufstiegsspielen teilnehmen? Lok-Chef Thomas Löwe sagt: "Wenn man den Punkte-Durchschnitt nimmt, sind wir Erster und hätten uns sportlich für die Aufstiegsspiele qualifiziert." Altglienickes Geschäftsführer Marco Schröder präferiert andere Lösungen, weiß aber um die Brisanz: "Wir würden die Halbserie nehmen, da hat jeder gegen jeden gespielt, das wäre vielleicht das Fairste. Egal, welche Tabelle wir jetzt nehmen, wir sind Erster, das wäre für uns nun auch kein Unterschied. Die Sache mit der unterschiedlichen Anzahl der Spiele? Da haben wir auch keine kluge Lösung für. Deshalb auch die Idee mit der Halbserie. Ein ganz schwieriges Thema."

Auch Bischofswerda hat eine gewisse Sympathie für eine Vorrunden-Tabelle als Abschluss-Klassement. Wacker Nordhausens Vorstandsmitglied Uwe Rollfinke ist für ein Entscheidungsspiel, denn: "Es ist einfach ungünstig, dass Lok ein Spiel weniger hat und die Berliner vorne sind. Da sollte es auf jeden Fall eine sportliche Entscheidung geben."

NOFV-Konferenz mit allen Klubs

Der Spielausschuss der Regionalliga Nordost berät am Donnerstag (16. April 2020) ab 16:00 Uhr erstmals mit den 17 Vereinen über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. In der Videokonferenz soll es unter anderen darum gehen, ob und wie die derzeit bis 19. April unterbrochene Saison fortgeführt werden kann.

Erwin Bugar und Holger Fuchs
NOFV-Präsident Erwin Bugar (li.) und -Geschäftsführer Holger Fuchs Bildrechte: imago images / Picture Point LE

Fazit

Gibt es nicht noch die Hintertür, dass die Ministerpräsidenten der Länder Regionalliga-Partien mit Zuschauern schon ab Mai erlauben, steuert es derzeit auf einen Saison-Abbruch hin. Wer dann Meister wird? Das ist nicht vorherzusehen. Werden Geisterspiele erlaubt, könnte es auf eine Art Entscheidungsspiel zwischen der VSG Altglienicke und Lok Leipzig hinauslaufen, um es sportlich zu regeln. Auf Absteiger könnte in dieser Saison eventuell verzichtet werden. Geisterspiele, um die Saison sportlich zu beenden, sind in der Regionalliga derzeit nicht vorstellbar. Die Regionalliga Nordost wäre die erste größe Fußball-Liga die ihre Saison vorzeitig beendet.

Mit Material von dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 16. April 2020 | 19:30 Uhr

48 Kommentare

Thoralf vor 23 Wochen

Liebe Inge, es gibt heute Digitalfernsehen und Apps/Multimedia bei den moderneren Fernsehgeräten. Der Fußball würde im Internet laufen und Ihr „In aller Freundschaft“ „Rosamunde Pilcher“ würde indem bewerten Dritten und im Ersten laufen! machen Sie sich keine Sorgen! Sie werden nicht vom Fußball belästigt!

Inge P. vor 23 Wochen

Eine Unterstützung von MDR und RBB halte ich für höchst fragwürdig. Wie will man dies den restlichen 90% der Fernsehzuschauer vermitteln? Aber ich befürchte man wird sich in den Funkhäusern darüber hinwegsetzen. Ich habe bei der Programmgestaltung so schon den Eindruck das Minderheiteninteressen vertreten werden. Ausschließen will ich von dieser Kritik den RBB. Zum Fußball, meine klare Meinung Abbruch ohne Abstieg und Lok muss aufsteigen.
Damit sie 2021 endlich vom hohen Ross herunter kommen, auf den Boden Ihrer eigentlichen Realität. d.h. max. Regio und eigentlich Oberliga Süd.

Dorniger Marco vor 23 Wochen

Natürlich kann es nur einen Aufsteiger geben, nämlich LOK. Cottbus ist überhaupt nicht relevant und war immer schon langweilig und ohne Fanbase.

Spiele im MDR wären eine klasse Möglichkeit. LOK-Spiele werden im Schnitt im MDR-Sendegebiet von 10 - 12 Millionen Menschen verfolgt, so meine vorsichtige Schätzung. Insofern wird der MDR ne Menge Geld daran verdienen.

Unsere Saison !