Fußball | Regionalliga Enttäuschung und Frust nach NOFV-Entscheid

"SpiO"-Experte Lutz Lindemann war von der Entscheidung des NOFV, die Regionalliga auf 18 Teams zu reduzieren, schwer enttäuscht. Seine Kritik richtet sich an NOFV-Präsident Hermann Winkler. Auerbachs Manager Volkhardt Kramer hat das Vertrauen in die Redlichkeit des NOFV verloren.

Hermann Winkler NOFV Präsident und Lutz Lindemann Ex- DDR Nationalspieler.
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Das Präsidium des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes hat den Antrag des VfB Auerbach auf Beibehaltung der 20er-Staffel in der Regionalliga Nordost abgelehnt. Das sei eine „sehr enttäuschende Entscheidung“, erklärte SpiO-Experte Lutz Lindemann. „Ich bin über die Entscheidung und den Präsidenten Hermann Winkler enttäuscht. Der hatte mir am Donnerstag noch erklärt, dass es noch keine Entscheidung geben soll. Die Vereine haben tausend gute Argumente eingebracht, sich auch an mich gewandt. Ich denke, es wäre eine gute Sache gewesen, wenn wir noch eine Übergangslösung für ein Jahr gefunden hätten. Es ist eine Reduzierung ohne Not.“

Abstimmung: 54 Prozent der User für 20 Teams

NOFV-Präsidium lehnte Antrag ab

Das sah das Präsidium des NOFV anders, schmetterte den Antrag mit der Begründung ab, dass es keine in Punkt sieben der Aufstiegsregelung notierten außergewöhnlichen Umstände gab, die nicht im letzten Sommer vorhersehbar waren. Hubert Wolf, Präsident des ZFC Meuselwitz und in der Funktion als Vereinsvertreter bei der Sitzung anwesend und stimmberechtigt, lehnte ebenfalls den Antrag ab. Schränkte aber ein, dass wenn eine große Corona-Welle kommen sollte, die zu Unterbrechungen oder einem Saisonabbruch führen, sich der NOFV mit diesem Thema erneut beschäftigen würde.

Stephan Hofmann, Sportlicher Leiter FC Eilenburg und Thomas Löwe, Präsident Lok Leipzig 4 min
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Kramer: Vertrauen in Redlichkeit des NOFV verloren

Großer Frust herrschte beim VfB Auerbach und seinem Manager Volkhardt Kramer. "Leider hat die unschöne Tradition der Ungleichbehandlung von Vereinen durch Gremien des NOFV seine Fortsetzung gefunden. Die Funktionäre haben sich offensichtlich von der wirklichen Basis des Fußballs entfernt", heißt es in einer Stellungnahme. Man habe wissentlich ignoriert, dass Corona eben nicht alle Vereine gleich betroffen habe. "Die Entscheidungen der Bundesländer in der Pandemie traf die Vereine der Regionalliga völlig unterschiedlich. Ein fairer, integerer Wettbewerb war so nicht mehr möglich." Während der Verband in den letzten Jahren Vereine verschont habe, die Lizenzbedingungen nicht erfüllten, müssten nun andere Vereine unverschuldet absteigen. "Das ist unkorrekt und respektlos. Mein Vertrauen in die Redlichkeit der Entscheidungsträger des NOFV ist damit leider komplett verloren gegangen."

rei

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 19. März 2022 | 16:00 Uhr

5 Kommentare

Thommi Tulpe vor 20 Wochen

Alles ok. Aber der NOFV sollte über diese Problematik hinaus denken/ handeln, wird (so denke ich) irgendwann über diese Problematik hinaus denken/ handeln müssen, will man irgendwann zu einer gerechten Lösung der Aufstiegsregelung ohne ungerechte Relegation kommen.
Diese kann (so denke ich weiter - wie dieser Herr Winkler vielleicht auch!?) nur darin liegen, dass die ungerecht behandelten Regionalligen (in welcher Form auch immer) fusionieren. Es macht folglich wenig Sinn, eine Regionalliga aufgebläht zu lassen, wenn man irgendwann die Zahl der Mannschaften weitaus "radikaler" reduzieren muss.
Was irgendwelche Aufwärts-/ Abwärtstrends betrifft: Ich denke, im Verlaufe der Saison hat es sicher schon die meisten Teams irgendwann mal derart getroffen, wird diesen und jenen Verein weiter treffen!? Ihre Argumentation dahingehend halte auch ich für völlig unbegründet.

Fan Achim vor 20 Wochen

Tommy, Du scheinst das Problem um was es hier geht immer noch nicht begriffen zu haben. Es geht hier nicht darum, daß keine Mannschaft absteigen soll und die Staffel noch erweitert wird, nein es geht darum ob 18 oder 20 Mannschaften in die nächste Saison starten. Da es auch in dieser Saison eine Beeinflussung durch Corona gegeben hat (bisher 40 Spielausfälle) ist es wieder keine normale Spielzeit .Ein Beispiel von dieser Woche, Auerbach im Aufwärtstrend darf nicht spielen, da Lichtenberg von Corona betroffen, Eilenburg trifft auf einen von den Virus gebeutelten 1.FC Lok und punktet. Es ist keine normale Saison, deshalb weiter mit 20 Mannschaften! Auch von der Spielstärke der Staffel hast du nicht viel Ahnung, wo kamen die letzte Jahre denn die Aufsteiger her, ausser Lok? Wäre die Diskussion hier auch so, wenn eine Mannschaft wie Lok, Jena, CFC usw. betroffen ist? Diese Liga lebt auch von Vereinen wie Rathenow, Auerbach, Halberstadt, Fürstenwalde und natürlich auch von meinen ZFC!

Thommi Tulpe vor 20 Wochen

Die Regionalliga Nordost war einst die stärkste Amateur-Liga Deutschlands. Das ist sie leider schon lange nicht mehr.
20 Mannschaften tragen ganz sicher nicht dazu bei, diese Regionalliga wieder stärker und attraktiver zu machen!? Von daher empfinde ich diese Entscheidung als richtig.
Wirklich faire Lösungen kann es meiner Meinung nach ohnehin nicht geben.
Was wäre diese "faire Lösung"?: Keine Absteiger - wieder 2 Aufsteiger?
Ich empfand die Lösung der Regionalliga Nord als die beste: Staffelteilung, dann Meister- und Abstiegsrunde. Jene Vereine, die nun dort in der Abstiegsrunde spielen, wissen sehr genau, worum es jetzt für sie geht!
Im Nordosten "jammerten" zwei Vereine, welche den Anschluss längst verloren haben.

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