Fußball | NOFV Diskussionen in der Regionalliga Nordost: Es drohen bis zu sechs Absteiger

Die Saison hat noch gar nicht begonnen, da rumort es in der Regionalliga Nordost schon: Die auf 20 Mannschaften angewachsene Liga soll rasch verkleinert werden, deshalb drohen im Extremfall bis zu sechs Absteiger. Für Auerbachs Manager Volkhardt Kramer ein Unding. Der NOFV kündigt ein Entgegenkommen an.

Auerbachs Thomas Stock im Zweikampf mit Halberstadt-Kapitän Michael Ambrosius
Szene aus der vergangenen Saison: Auerbachs Thomas Stock im Zweikampf mit Halberstadts Michael Ambrosius. Bildrechte: Marcus Schädlich

Die Regionalliga Nordost spielt aufgrund der Folgen der Coronavirus-Pandemie im zweiten Jahr in Folge mit 20 Mannschaften. Mehr Teams sollen es keinesfalls werden, deshalb könnte es in der neuen Saison sechs Absteiger geben. Das wurde während des Staffeltages am vergangenen Freitag (9. Juli) bekannt.

Kramer: "Kann nicht sein, dass diese Regelung gelten soll"

Der Worst Case droht, wenn es keinen Aufsteiger in die 3. Liga, aber vier NOFV-Absteiger aus der 3. Liga in die Regionalliga Nordost gibt. Auch wenn dieser Fall sehr unrealistisch erscheint, macht sich Volkhardt Kramer, Geschäftsführer des VfB Auerbach, gegen die Abstiegsregelung stark. "Es kann nicht sein, dass nach zwei Corona-Spielzeiten und einem Jahr, in dem es verrückt zugehen kann, jetzt diese Abstiegsregelung gelten soll", sagte Kramer am Dienstag (13. Juli) auf Anfrage von "Sport im Osten".

VfB Auerbach, Volkhardt Kramer
Volkhardt Kramer, Manager des VfB Auerbach. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Er wird dem NOFV noch in dieser Woche einen Gegenvorschlag einreichen und plädiert für eine Begrenzung der Absteigerzahl auf minimal drei und maximal vier – selbst für den Fall, dass der neue Meister in der Relegation den Aufstieg verpasst und alle NOFV-Klubs (1. FC Magdeburg, Hallescher FC, FSV Zwickau, Viktoria Berlin) aus der 3. Liga absteigen. "Notfalls muss die Staffel eben auf 21 Teams erhöht werden, aber gleich mit der Variante sechs möglicher Absteiger ins Rennen zu gehen, ist nicht zu akzeptieren", so Kramer.

Gehen Vereine zusätzliches finanzielles Risiko?

Kramer, ein "alter Hase" im Regionalliga-Geschäft, befürchtet ein "Hauen und Stechen" vom ersten Spieltag an – und möglicherweise auch viele finanzielle Probleme. "Bei so vielen Absteigern wird es wahrscheinlich Vereine geben, die noch einmal tiefer in die Kasse greifen und mit Darlehen Spieler finanzieren, nur um die Liga zu halten. Die Insolvenzgefahr wird so möglicherweise beiseitegeschoben. Das kann doch nicht Sinn und Zweck sein."

Regionalliga Nordost
Bildrechte: MDR

Die Vorzüge der Regionalliga gegenüber der Oberliga sind groß. Kramers VfB ist seit zehn Jahren in der vierten Liga dabei, er weiß: "Die Regionalliga ist die tragende Säule in unserem Verein mit zwölf Nachwuchsteam und vier Männermannschaften. Die Liga hat eine große Anziehungskraft für Sponsoren und Kinder."

Fuchs: "18er-Staffel spätestens in zwei Jahren"

NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs
NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs. Bildrechte: imago images/Matthias Koch

NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs kennt die Problematik, versteht alle Seiten, sagte "Sport im Osten" am Dienstag (13. Juli) aber auch: "Es war der mehrheitliche Wille der Vereine, die Liga nicht auf mehr als 20 Mannschaften anwachsen zu lassen." Die Abstiegsregelung sei dem Präsidium vorgeschlagen und abgesegnet worden. Im "allergrößten Notfall und bei stichhaltigen Argumenten" könnte ein Beschluss jedoch noch geändert werden.

NOFV-Wunsch: Kein Drittliga-Absteiger und ein Aufsteiger

Auch NOFV-Spielleiter Uwe Dietrich hat vollstes Verständnis und drückt alle Daumen, dass "es keinen Absteiger aus der 3. Liga", betonte er auf "SpiO"-Nachfrage. "Die Regionalliga hat sich als funktionierendes System entwickelt. Wir wollen auf keinen Fall ein Drittel der Liga austauschen. Wenn keiner aus der 3. Liga absteigt und unser NOFV-Vertreter aufsteigt, wären wir alle sehr glücklich." In diesem Fall gebe es nur drei Absteiger und die Liga wäre dennoch auf 18 verkleinert.

Uwe Dietrich NOFV, Leiter Spielbetrieb
NOFV-Spielausschussleiter Uwe Dietrich. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Entschieden wird die Abstiegsregelung jetzt noch nicht. Der Verband will abwarten, wie sich die Lage in der 3. Liga entwickelt und danach reagieren. "In spätestens zwei Jahren wollen wir wieder mit 18 Mannschaften spielen. Eigentlich wollten wir die 18er-Staffel schon nächstes Jahr, das wird aber nicht passieren, wenn wir merken, dass es dann zu viele Absteiger geben wird", so Dietrich.

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sst

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 24. Juli 2021 | 16:00 Uhr

19 Kommentare

Hannchen vor 9 Wochen

Ihr werdet Euch noch alle wundern wie Chili Palmer den Flutlichtbau in Leutzsch torpedieren wird. Ich kenne ihn schon ewig und was er macht hat Hand und Fuß ! Er sitzt an den entscheidenden Stellen mit am Tisch und wird die ganze Angelegenheit entsprechend ablehnen, da seid Euch gewiss. Notfalls kettet er sich auch an die Flutlichtmasten im AKS, um endlich das Unrecht zu besiegen.

Chili Palmer vor 9 Wochen

@Lok: Ich vermute, dass TT den Faker ruebezahl als solches wirklich noch nicht auf dem Schirm hatte. Andererseits ist es ihm vielleicht als Größter der Welt auch einfach Schnuppe, wie die Allergrößten hier bisweilen interpretiert werden.

Chili Palmer vor 9 Wochen

Das werden Fürstenwalde, Rathenow, der BAK oder sonstwer schon übernehmen, was - wie bereits geschrieben - dann auch kein Geschmäckle hätte.
Ganz davon abgesehen: Wie töricht muss man sein, um zu glauben, dass bei den gegebenen Umständen in Leutzsch eine genehmigungsfähige Grundlage für das Errichten und Betreiben von Flutlichtanlagen existiere. Na gut! Sofern man in dem Zusammenhang von Spekulationen schreibt, geht das eventuell als Ahnungslosigkeit durch.