Fußball | Regionalliga Regionalliga-Start vor Zuschauern: Die Hygienekonzepte der mitteldeutschen Klubs im Überblick

Am kommenden Wochenende startet die Regionalliga Nordost in ihre neue Saison. Auch wenn in den Stadien viele Plätze gezwungenermaßen leer bleiben müssen – dank der von den Vereinen ausgearbeiteten Hygienekonzepte darf zumindest ein Teil der Fans wieder hautnah mit dabei sein. "Sport im Osten" hat die wesentlichen Eckpunkte der Konzepte der mitteldeutschen Vereine zusammengefasst.

Wichtige Informationen zur Corona-Pandemie ab: 'Nur mit Mund und Nasenschutz zu betreten'
Bildrechte: imago images / Marcel Lorenz

Bei der Ausarbeitung der Hygienekonzepte haben sich die Vereine an den aktuellen Verfügungen der jeweiligen Bundesländer orientiert. In Sachsen und Sachsen-Anhalt sind derzeit bis zu 1.000 Zuschauer bei Großveranstaltungen zugelassen. In Thüringen liegt die Grenze bei 200 Zuschauern, jedoch erlaubt die Genehmigung entsprechender Hygienekonzepte durch die örtlichen Gesundheitsbehörden auch eine höhere Zahl. Ab September treten neue Verordnungen in Kraft, mit der weitere Lockerungen einhergehen könnten.

Gänzlich ohne Zuschauer muss der Saisonauftakt in Berlin stattfinden. Grundlage für diese Entscheidung ist die aktuelle Infektionsschutzverordnung des Berliner Senats. Sie gestattet Fußballspiele vor Zuschauern erst wieder ab dem 21. August. In Brandenburg gilt bis zum 31. Oktober eine Grenze von 1.000 Zuschauern für Großveranstaltungen.

Chemnitzer FC

  • Zuschauerzahl: Maximal 1.000
  • Spielstätte: Stadion an der Gellertstraße (Kapazität: 15.200 Plätze)
  • Erstes Heimspiel gegen FC Viktoria Berlin (15. August, 16 Uhr)

Am Mittwoch teilte der CFC mit, dass die Partie gegen Viktoria Berlin vor insgesamt 1.000 Gästen im Stadion ausgetragen werden kann. "Unter die 1.000 Personen fallen unter anderem auch die Mannschaften, Ordnungskräfte, Medienvertreter und alle weiteren an der Organisation und Durchführung des Spieltages beteiligten Personen, so dass wir leider nicht 1.000 Karten in den Verkauf geben können“, erklärte die CFC-Vorstandsvorsitzende Romy Polster. 500 Tickets gibt es nun im freien Verkauf. Es handelt sich um personalisierte Sitzplatzkarten, die online erworben werden können. Laut Hygiene-Konzept sind Klein-Gruppen bis zu zehn Personen zum Zusammensitzen erlaubt. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist Pflicht. Dieser kann nach Einnahme des Sitzplatzes unter Wahrung des Mindestabstands von 1,5 Metern abgenommen werden. Gästefans sind nicht zugelassen. Alkohol wird keiner ausgeschenkt.

Luftbild zeigt das Stadion Community4you Arena des Chemnitzer Fußballclub
Das Chemnitzer Stadion an der Gellertstraße Bildrechte: imago images / Uwe Meinhold

FC Carl Zeiss Jena

  • Zuschauerzahl: Maximal 1.895
  • Spielstätte: Ernst-Abbe-Sportfeld (Kapazität: 10.600 Plätze)
  • Erstes Heimspiel gegen SV Babelsberg 03 (15. August, 14 Uhr)

Die Stadt Jena hat die Durchführung des Spiels des FCC gegen Babelsberg am Donnerstag infektionsschutzrechtlich genehmigt. 1.895 Zuschauer sind zugelassen. Dazu kommen die beiden Mannschaften, Ordnungskräfte, Caterer und Medien. Zu den Kernpunkte des Konzeptes gehören die Einhaltung der Mindestabstände sowie eine generelle Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung. An den Zugängen soll durch den Einsatz von Ordnern die Bildung von Gruppen verhindert werden. Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche sagte: "Die derzeitigen Infektionszahlen in Jena und dem Umland sind moderat. Damit sind wir als Krisenstab in Absprache mit dem Fachdienst Gesundheit, dem Nahverkehr und der Polizei zu Ansicht gekommen, die Genehmigung verantworten zu können." Das Spiel werde im Nachgang intensiv ausgewertet. Diese Auswertung stelle die Grundlage für die Genehmigung kommender Spiele mit Zuschauern dar, teilte die Stadt mit. Nicht zugelassen am Samstag sind Gästefans.

- Die Tribüne im Stadion im Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena. Die ganze Zeit würde darüber debattiert, ob es ein neues Stadion geben soll oder das alte umgebaut werden soll. Letzter Stand: Doch keine Fußballarena mit Kongresszentrum und Hotel, sondern das alte Stadion soll für rund 11 Millionen Euro umgebaut werden.
Die Haupttribüne im Ernst-Abbe-Sportfeld Bildrechte: MDR JUMP

1. FC Lok Leipzig

  • Genehmigte Zuschauerzahl: Maximal 1.000
  • Spielstätte: Bruno-Plache-Stadion (Kapazität: 10.900 Plätze)
  • Erstes Heimspiel gegen Berliner AK (23. August, 13:30 Uhr)

Das Hygienekonzept von Lok Leipzig wurde im Rahmen des Sachsenpokal-Halbfinals zwischen Inter Leipzig und dem Chemnitzer FC bereits in der Praxis erprobt. Bis zu 1.000 Zuschauer sind sowohl im Sitz- als auch Stehplatzbereich im Bruno-Plache-Stadion zugelassen. Die Tickets werden zunächst an die Dauerkarteninhaber verteilt. Im Stadion gilt die Empfehlung, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – an Stellen, an denen sich Warteschlangen bilden könnten (Eingangsbereich, Sanitäranlagen), ist er Pflicht. In allen Bereichen muss der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden. Eine mögliche Nachverfolgung bei Infizierung erfolgt über die personalisierten Dauerkarten.

Abgesperrter Sitzplatzbereich
Gesperrte Bereiche und Richtungsmakierungen auf dem Boden beim Sachsenpokal-Halbfinale zwischen Inter und dem CFC im Bruno-Plache-Stadion. Bildrechte: imago images / Picture Point

Chemie Leipzig

  • Genehmigte Zuschauerzahl: Maximal 1.000
  • Spielstätte: Alfred-Kunze-Sportpark (Kapazität: 18.000 Plätze, derzeit durch Auflagen des Ordnungsamtes auf 4.999 begrenzt)
  • Erstes Heimspiel gegen BFC Dynamo (15. August, 16 Uhr)

Bis zu 1.000 Zuschauer dürfen beim Saisonauftakt der BSG Chemie gegen BFC Dynamo dabei sein. Gästefans sind keine zugelassen, zudem wird es nur Sitzplätze geben. Die Tickets werden an die Dauerkarteninhaber verteilt, die Reihenfolge der Bestelleingänge bestimmt, wer Zutritt erhält. Im Stadion gilt die Empfehlung, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – an Stellen, an denen sich Warteschlangen bilden könnten (Eingangsbereich, Sanitäranlagen), ist er Pflicht. In allen Bereichen muss der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden. Eine mögliche Nachverfolgung bei Infizierung erfolgt über die personalisierten Dauerkarten.

ZFC Meuselwitz

  • Genehmigte Zuschauerzahl: Maximal 1.556
  • Spielstätte: bluechip-Arena (Kapazität: 5.260 Plätze)
  • Erstes Heimspiel gegen FC Energie Cottbus (23. August, 14 Uhr)

Das Hygienekonzept des ZFC Meuselwitz wurde bereits Ende Juli von den zuständigen Behörden genehmigt. Zum ersten Heimspiel der Zipsendorfer gegen Energie Cottbus sind bis zu 1.556 Zuschauer erlaubt. Auch Gästefans sind auf den insgesamt 1.000 zur Verfügung stehenden Stehplätzen mit entsprechenden Abständen zugelassen. Tickets können personalisiert online sowie an der Tageskasse erworben werden. Ein Mund-Nasen-Schutz soll im Eingangsbereich sowie im Stadion an Stellen getragen werden, an denen sich Warteschlangen bilden können. In allen Bereichen gilt der Mindestabstand von 1,50 Meter. Ein Kontaktformular zu möglichen Nachverfolgung bei Infizierung kann bereits im Vorfeld ausgefüllt werden.

VfB Auerbach

  • Genehmigte Zuschauerzahl: Maximal 1.000
  • Spielstätte: Stadion zur Vogtlandweide (Kapazität:4.100 Plätze)
  • Erstes Heimspiel gegen Chemnitzer FC (26. August, 19 Uhr)

Bis zu 1.000 Zuschauer dürfen zum Heimspiel-Auftakt des VfB gegen den Chemnitzer FC mit dabei sein – auch Gästefans. Stehplätze werden nicht nur Verfügung gestellt, Karten im Vorverkauf angeboten. Im Stadion gilt die Empfehlung, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – an Stellen, an denen sich Warteschlangen bilden könnten (Eingangsbereich, Sanitäranlagen), ist er Pflicht. In allen Bereichen muss der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden. Eine mögliche Nachverfolgung bei Infizierung erfolgt über ein Kontaktformular am Stadioneinlass. Die Daten können bereits im Vorfeld auf einem formlosen Zettel aufgeschrieben werden.

Germania Halberstadt

  • Genehmigte Zuschauerzahl: Maximal 900
  • Spielstätte: Friedensstadion (Kapazität: 5.000 Plätze)
  • Erstes Heimspiel gegen Bischofswerdaer FV (23. August, 13:30 Uhr)

Bis zu 900 Zuschauer können das erste Heimspiel der Halberstädter gegen Bischofswerda vor Ort verfolgen. Auch Gästefans dürfen ins Friedensstadion reisen, da der Verein 200 Plätze im Stehplatzbereich zur Verfügung stellt. Tickets können im Vorfeld online erworben werden. Im Stadion gilt die Empfehlung, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – an Stellen, an denen sich Warteschlangen bilden könnten (Eingangsbereich, Sanitäranlagen), ist er Pflicht. In allen Bereichen muss der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden. Ein Kontaktformular zu möglichen Nachverfolgung bei Infizierung kann bereits im Vorfeld ausgefüllt werden.

Bischofswerdaer FV

  • Genehmigte Zuschauerzahl: Maximal 1.000
  • Spielstätte: Stadion Müllerwiese (Kapazität: 5.000 Plätze)
  • Erstes Heimspiel gegen VfB Auerbach (15. August, 13:30 Uhr)

Aufgrund von Baumaßnamen am Weseritzsportpark tragen die Schiebocker ihre Pflichtspiele zunächst im Stadion Müllerwiese in Bautzen aus. BFV-Geschäftsführer Frank Terks bestätigte dem MDR, dass 1.000 Zuschauer zum Saisonauftakt gegen den VfB Auerbach zugelassen sind, auch Gästefans. Auf der Haupttribüne werden 220 Sitzplätze zur Verfügung gestellt, der Rest wird durch Stehplätze abgedeckt. Tickets sind an der Tageskasse erhältlich, ein Teil des Kartenkontingents ist für die Gastmannschaft vorgesehen. Im Stadion gilt die Empfehlung, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – an Stellen, an denen sich Warteschlangen bilden könnten (Eingangsbereich, Sanitäranlagen), ist er Pflicht. In allen Bereichen muss der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden. Ein Kontaktformular zu möglichen Nachverfolgung bei Infizierung kann bereits im Vorfeld ausgefüllt werden.

Videos aus der Regionalliga

BSG Chemie Leipzig - Bischofswerdaer FV
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 15. August 2020 | 14:00 Uhr

3 Kommentare

66BB1966RWE vor 10 Wochen

Dem gibt es nichts hinzuzufügen. Außer das ALLE, egal welche Sportart sich ihr Hygienekonzept sonst wohin stecken können. Wenn ich Sachsenpokal in Eilenburg , in Nordhausen oder die Saisoneröffnung vom HFC gesehen habe, ohne Worte. Normalerweise müssten die Vereine , die das zulassen nich ne Strafe aufgebrummt bekommen. Denn sie sind für die Einhaltung verantwortlich.

MikeS vor 10 Wochen

Wie groß ist Ihr gesamtes Umfeld? Sie klagen über Ihre Privatsphäre und haben das iPhone oder Google by Android im Stadion in Betrieb ... man, man, man ... merken Sie was? Na dann mal auf in die sozialen Netzwerke . ist doch privater als im Stadion ... :) :)

Maxi B. vor 10 Wochen

Der Herr steltt das so dar, als wenn es zu jedem Spiel Gewaltexzesse geben würde? Was soll dieser Unsinn? 98 % der Spiele verlaufen friedlich. Ich und mein gesamtes Umfeld sind ganz klar gegen personalisierte Tickets. Fall das doch durchgesetzt wird, werde ich mir kein Spiel mehr anschauen. Ich will ein Fußballspiel sehen und nicht meine Privatspähre dort überall öffentlich machen müssen. Das würde auch mit einem starken Rückgang der Zuschauerzahlen einhergehen denke ich.