Fußball | Regionalliga Drei Klubs beantragen Drittliga-Lizenz - drei in Wartestellung

3 + 3: Auf diese Formel könnte man die Situation rund um die Drittliga-Lizenz in der Regionalliga Nordost bringen. Drei Vereine bewerben sich auf jeden Fall, drei überlegen noch. Abgewunken hat ein Spitzenteam.

Schiedsrichter pfeift vor dem Logo der 3. Liga.
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Bislang haben sich nur drei Vereine der Regionalliga Nordost dazu bekannt, einen Antrag auf die Drittliga-Lizenz stellen zu wollen. Neben dem klaren Tabellenführer Viktoria Berlin kündigten auch der FC Carl Zeiss Jena und der 1. FC Lok Leipzig eine Bewerbung an.

Ernst-Abbe-Sportfeld
Das Ernst-Abbe-Sportfeld Bildrechte: imago images/Christoph Worsch

Drittliga-Absteiger Jena hat vor, die Zulassung zu beantragen. Das sagte Pressesprecher Andreas Trautmann am Dienstag auf Anfrage von "Sport im Osten". Konkrete Schritte werde man in der Hinsicht aber erst noch machen. Die Thüringer liegen mit zwölf Punkten Rückstand auf Rang vier, sie haben eine Partie weniger als Viktoria absolviert. Der FCC gehört zu den Gründungsmitgliedern der 3. Liga und verbrachte dort bereits sieben Jahre.

Lok geht auf Nummer sicher

Lok, das in der Vorsaison per Quotienregel zum Meister vor Altgliniecke gekürt wurde und in den Aufstiegsspielen haarscharf am SC Verl gescheitert war, liegt mit 14 Punkten Rückstand auf Viktoria Berlin auf Rang sechs. Falls es zu Playoffs kommt, werden die Karten aber neu gemischt. Präsident Thomas Löwe sagte "bild.de": "Es könnte ja durchaus sein, dass dieser Modus beschlossen wird und uns damit die Gelegenheit gegeben wird, noch mal einzugreifen. Es gäbe doch nichts Schlimmeres, dass man es versäumt hat, einen Antrag zu stellen, wenn sich eine Tür öffnet. Von daher ist es eine Sicherheitsbewerbung." Noch nie war Lok in der 3. Liga.

Tabellenführer Viktoria: "Wollen aufsteigen"

Angesichts von acht Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten Altglienicke und einer Bilanz von elf Siegen aus elf Partien ist es kein Wunder, dass Viktoria Berlins Investor Zeljko Karajica auf der Homepage sagt: "Wir wollen schon in dieser Saison in die 3. Liga aufsteigen“, so der frühere Geschäftsführer von Sport1, DSF und ProSiebenSat.1. Gerade erwarb der Klub ein neues Trainingszentrum.

Bei Verfolger VSG Altglienicke beschreibt Geschäftsführer Marco Schröder das Szenario: "Wir bereiten die Abgabe der Lizenzbewerbung vor. Ob die Bewerbung dann auch tatsächlich abgegeben wird, entscheidet sich, wenn wir wissen wie der weitere Saisonverlauf aussieht."

Trainer Benedetto Muzzicato, FC Viktoria 89 Berlin, Sportdirektor Rocco Teichmann ,FC Viktoria 89 Berlin, Jubel nach dem Abpfiff.
In Jubelpose: Viktoria Berlins Trainer Benedetto Muzzicato (li.) und Sportdirektor Rocco Teichmann. Bildrechte: imago images/Matthias Koch

Chemnitz und Cottbus warten ab

Andere Vereine halten sich bedeckt: So wie der Tabellen-Neunte und Drittliga-Absteiger Chemnitzer FC. Nur wenn es zu Playoffs kommt, will der CFC, gerade erst aus Liga drei abgestiegen, aktiv werden: "Wir wollen vorbereitet sein und uns am Ende der Saison nicht selbst vorwerfen müssen, nicht alles Mögliche für den Erfolg des Chemnitzer FC getan zu haben", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Knut Müller.

Noch keine endgültige Aussage gibt es vom FC Energie Cottbus: Beim Ex-Bundesligisten tagt am Dienstag das neue Präsidium, das gelte es auf jeden Fall noch abzuwarten, so der Regionalliga-Achte gegenüber dem MDR.

Der Liga-Dritte Chemie winkt ab

Der Tabellendritte BSG Chemie Leipzig hat die 3. Liga in diesem Jahr noch nicht auf dem Schirm. Chef Frank Kühne sagte "bild.de": "Unser Ziel bleibt, so schnell wie möglich die Punkte für den Klassenerhalt zu holen. In der jetzigen Situation über einen Aufstieg nachzudenken, wäre vermessen." Die Kosten von rund 10.000 Euro kann man sich sparen. Weder das Stadion, wo es bald Flutlicht geben soll, noch die Klubstruktur gibt einen Aufstieg her. Mit dem Unternehmer Kühne, der viel Lebenserfahrung mitbringt, sind Luftschlösser in Leutzsch praktisch ausgeschlossen.

Andy Müller-Papra (Sportdirektor Chemie Leipzig) und Frank Kühne (Präsident Chemie Leipzig)
BSG-Chemie-Boss Frank Kühne (re.) und -Sport Andy Müller-Papra Bildrechte: imago images / opokupix

Keine 3. Liga in Auerbach und Meuselwitz

Auch keinen Antrag werden der SV Babelsberg (Platz zehn), der VfB Auerbach (Rang 16) und der ZFC Meuselwitz (Position 17) stellen. Der VfB und der ZFC könnten theoretisch, bei sechs Zählern Rückstand, bis zum Ende der Vorrunde noch auf Platz zehn klettern - und damit mögliche Playoffs erreichen. VfB-Geschäftsführer Volkhard Kramer sagte "Sport im Osten", das wäre "vermessen". Sein Klub favorisiere ohnehin eine Regelung, die nicht "alles auf den Kopf" stellt. ZFC-Chef Hubert Wolf stellte klar: "Das ist fernab unserer Realität. Wenn ich an Stadion, Umfeld oder den Sport denke - da muss man die Kirche im Dorf lassen."

NOFV berät am Mittwoch

Am Mittwoch (13. Januar/17:00 Uhr) tagt eine virtuelle Arbeitsgruppe beim Nordostdeutschen Fußballverband über die Zukunft der Liga, Wolf und Kramer sind dann auch mit dabei.

DFB: Keine Corona-Sondersituation mehr

Nach Auskunft des für die Lizenz zuständigen Deutschen Fußball-Bunds müssen die Bewerber aus der Regionalliga ihre Bewerbungsunterlagen bis 1. März eingereicht haben. Im Laufe des Aprils geht allen Klubs der erste Bescheid zu. Eventuell sind Bedingungen (schnell) und Auflagen (langfristig) zu erfüllen. Wichtig: Es gibt keinen Corona-Bonus mehr. Im vergangenen Jahr hatte fehlende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit "ausnahmsweise" keine Lizenzverweigerung zur Folge gehabt. Das ist laut DFB nun wieder anders: "Beim in Kürze anstehenden Zulassungsverfahren für die Saison 2021/2022 kehrt die 3. Liga – wie angekündigt - wieder zum normalen Vorgehen zurück. Die Planbarkeit von Mindererträgen aus dem Spielbetrieb sollte nun möglich und abbildbar sein."

DFB-Logo vor Zentrale
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Videos aus der Regionalliga

Jena - Fürstenwalde
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Tasmania - Chemnitz
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Ein perfekter Hinrundenabschluss für die Sachsen: Der Chemnitzer FC zeigte bei Aufsteiger Tasmania Berlin einen dominanten Auftritt und sackte den achten Saisondreier der Saison ein.

Sport im Osten So 28.11.2021 15:45Uhr 06:00 min

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VfB Auerbach - TeBe
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 13. Januar 2021 | 21:45 Uhr

14 Kommentare

megaboss vor 45 Wochen

Hallo Fan Achim, Du bist ein netter Kerl und hast so recht.
Auch ich wünsche Dir und Deiner Familie sowie deinem Verein alles Gute.
Leider ist ja der Fußball in dieser Zeit zur Nebensache geworden,.

Fan Achim vor 45 Wochen

Megaboss, nimm die Sache doch nicht ernst. Lies bitte den letzten Beitrag von Lok, dann müsste Dir ein Licht aufgehen und achte wenn Du sie hier nicht kennst genau auf die Schreibweise der bekannten User. Dir und deinen FCC alles Gute.

megaboss vor 45 Wochen

Mache noch mal einen Versuch einen Beitrag abzugeben und auf den sehr überheblichen Kommentar von " Hannchen " zu reagieren.
Sicher ist Lok ein bedeutender Verein im Osten mit stimmungsvoller Fanszene,aber ich wage zu bezweifeln,ob dieser Verein tatsächlich der bedeutendse ist...
da gibt es noch den FCC aus Jena der wesentlich mehr Cup -Spiele als Lok gemacht hat und darüber hinaus 3mal Meister war und mehrfacher Pokalsieger.
Auch wir standen im Cup-Finale-.
Aber Jena zählt ja für Dich nicht.
Abschließende Frage -war Lok eigentlich mal Meister......
Nur der FCC