Fußball | Regionalliga Lok-Präsident Löwe fordert sofortige Winterpause

Der Präsident des 1. FC Lok Leipzig hat sich gegen eine schnelle Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Regionalliga Nordost ausgesprochen. "Man sollte sagen, wir machen Winterpause", sagte Thomas Löwe im Podcast des Vereins.

Er argumentierte dabei mit der ungewissen Entwicklung der Coronavirus-Pandemie: "Gemessen an den steigenden Zahlen, finde ich es unvernünftig. Die Krankheit kommt näher, Spiele fallen aus." Ein Neustart sollte dann am 15. Januar erfolgen.

Logo MDR 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mehrheit der Clubs für eine schnelle Wiederaufnahme

In der vergangenen Woche hatte sich die Mehrheit der Clubs für eine schnelle Wiederaufnahme mit Geisterspielen ausgesprochen. Als Termin steht der 25. November im Raum, nachdem auch die Vereine aus Sachsen und Thüringen wieder trainieren dürfen. "Wir waren einer der wenigen Vereine, die klar dagegen Stellung genommen haben", betonte Löwe und fügte an, dass man keinen Stress mit anderen Vereinen habe und alles fair ablaufe.

Spio - Story Regionalliga 6 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten So 08.11.2020 15:30Uhr 06:07 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Spio - Story Regionalliga 6 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten So 08.11.2020 15:30Uhr 06:07 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Corona-Lage wird Ende November nicht anders sein

In Geisterspielen sieht der 53-Jährige wenig Sinn, "weder von der Stimmung her noch finanziell". Löwe sagte dem MDR: "Geisterspiele sind für uns keine Option. Es wird Ende November keine andere Lage sein. Wegen zwei, drei Spieltagen, die gesiebt stattfinden, das ist keine gute Lösung. Zuschauer sind ohnehin nicht erlaubt. Wegen der Planungssicherheit sollten wir in die Winterpause gehen und die Spieler in die Kurzarbeit schicken."  Ein weiteres Problem sei, dass sich Politik und Verbände an Geisterspiele "gewöhnen" könnten. "Wenn die Pandemie nicht nachlässt, wird dennoch das Bestreben sein, den Spielplan durchzudrücken. Die Vereine sind die leidtragenden."

Spiele ohne Zuschauer wäre eigentlich nur dann eine Option, wenn es wie in NRW finanzielle Zuwendungen aus der Politik gibt. "Zuschauer sind nach Sponsoren die Haupteinnahmequelle, bei Lok machen sie bis zu mit 50 Prozent des Mannschaftsetats aus. Ohne haben wir ein Problem", so Löwe.

BFC-Trainer unterstützt Löwes Vorschlag

Unterstützung erfährt der Präsident von Lok Leipzig aus Berlin. Christian Benbennek, Trainer des BFC Dynamo, sprach im "Berliner Kurier" von einem legitimen Vorschlag. "Momentan ist es nicht absehbar, ob es in diesem Jahr noch was werden kann.“ Wenn es eine Mannschaft erwische, sei es mit 14 Tagen Quarantäne nicht getan. "Die Jungs brauchen im Anschluss dann erst wieder ein gewisses Training, um ordentlich Fußball spielen zu können. Insofern ist Thomas Löwes Vorschlag wahrscheinlich sogar realistisch.“ Der BFC befindet sich derzeit in Quarantäne, nachdem ein Spieler bei der Partie in Meuselwitz am 1. November positiv getestet wurde.

___
fth/dpa

Videos aus der Regionalliga

Ein Spieler, im Hintergrund die Tribüne
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Stefan Karau im Interview
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle anzeigen (74)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 09. November 2020 | 19:30 Uhr

16 Kommentare

Lok vor 44 Wochen

So geil. L0K und Hannchen führen einen Dialog über unsere Blaugelben und keiner von Ihnen ist selbst Lokist. Die müssen echt Zeit haben im Unterholz. Da lob ich mir doch den Sorglosen Briten, dessen Meinung ich naturgemäß nicht immer teilen kann, der hier aber nicht unter falscher Flagge segelt. Wenn die Mehrheit der Vereine spielen will, dann ist das eine demokratische Entscheidung, ob es gefällt oder nicht. Dass es Vereine mit vierstelligen Zuschauerzahlen finanziell stärker negativ trifft, steht dabei außer Frage.

L0K vor 44 Wochen

Ich werde mich jetzt nicht wegen Personalpronomen streiten. Zumal er (ich oder du, vielleicht auch wir - ganz wie du willst) sich noch nicht mal sicher ist/sind, ob es der, die oder das LOK heißt.
Den 2. Abschnitt unterschreibe ich gern. Wenn es keine Subventionen gibt, sei es vom Land oder Kurzarbeitergeld, dann gehen die Hosen bald runter.

Calvino vor 44 Wochen

Das ist schon sehr verrückt, dass Vereine in der Regionalliga-West mit Steuermitteln subventioniert werden. Gerechtigkeit ist etwas anders! Auch im Hinblick auf die kommenden Jahre, ob mit oder ohne Pandemie. Viele Unternehmen, besonders im Osten, kämpfen gerade ums Überleben, ein Sponsoring in der aktuellen Phase nahezu unmöglich. So wird es auch in den kommenden Jahren schwierig, da sich die vielen kleinen Unternehmen auch erst wieder erholen müssen, bevor Sie was geben können. Die Viktoria aus Berlin ist sowieso nicht mehr einzufangen, bzw. würde mich alles andere stark wundern. Bevor man als Verein jetzt ein finanzielles Riskio eingeht und ohne Zuschauer spielt, plädiere ich, schweren Herzens, für einen Abbruch. Auch in der Hoffnung, dass 2021/22 wieder Fußball gespielt werden kann, mit allen Emotionen und Leidenschaft.