Fußball | Regionalliga | "SpiO-Talk" Halberstadt-Chef Hartmann malt düsteres After-Corona-Szenario für die Regionalliga

Die Stimmung in der Regionalliga ist schlecht. Corona liegt allen auf dem Magen. Gerade wurde die Pause um sechs Wochen verlängert. Finanzielle Hilfe sei dringend notwendig, so Halberstadt-Chef Hartmann im "SpiO-Talk" am Donnerstag (14.01.2021). Ansonsten drohe vielen Vereinen das Regionalliga-Aus.

Hauptribüne im Friedensstadion Halberstadt
Das Friedensstadion von Germania Halberstadt Bildrechte: IMAGO

"Geradezu bedrückend", so beschreibt Germania Halberstadts Präsident Erik Hartmann im "SpiO-Talk" die Stimmung bei der großen Videositzung der Fußball-Regionalliga am Mittwoch unter Führung des Nordostdeutschen Fußballverbands. Corona sorgt allenthalben für betretene Mienen und große Zukunftssorgen. Die Pause wurde bis Ende Februar verlängert. So lange rollt der Ball nicht, es fehlen vor allem die Zuschauereinnahmen. Dieses Problem hätte vor allem der zweite Teil der Regionalliga.

Rechtsanwalt Hartmann fordert finanzielle Unterstützung aus der Politik und zeichnet ein Horror-Szenario für die Liga. Er befürchtet, dass viele Klubs aus der Regionalliga aussteigen müssen: "Ansonsten haben wir möglicherweise nur noch zehn anstatt 20 Vereine in der nächsten Saison".

Bei Germania gibt es eine ausgegliederte GmbH, die froh über eine schwarze Null am Ende des Monats ist. Derzeit gebe es für sie eine Art Fördermittel-Lücke. Man habe Zahlungspflicht, aber keine Einnahmen. Die Einnahme-Säulen Zuschauer und Sponsoring seien bis Saisonende nur bedingt sicher. Hartmann, früher Spieler in Halberstadt, rechnet mit Geisterspielen bis Saisonende und sieht auch bei den Sponsoren durch Corona "Vakanzen". Zudem seien mögliche Tests für viele Vereine schlichtweg zu teuer.

RL Nordost: Vier Bundesländer und die Stadt Berlin

Politisch müsse man "alle Hebel in Bewegung" setzen, um an finanzielle Hilfe zu kommen. In der Nordost-Liga sei das nicht so einfach wie zum Beispiel in der Regionalliga West, wo nur das Land Nordrhein-Westfalen zuständig ist und wo bereits finanzielle Unterstützung fließt. Hier gibt es dagegen die Stadt Berlin und vier Bundesländer mit verschiedenen Ministerien und Verfügungslagen.

Niclas Knoop Innenverteidiger Halberstadt, Rueckennummer 19, in Rückenansicht beim Regionalliga-Spiel Halberstadt vs. Viktoria Berlin. Er hält sich am Tornetz enttäuscht nach einem Gegentor fest.
Die Situation in der Regionalliga ist auch politisch alles andere als einfach. Bildrechte: imago images/opokupix

Modus muss rechtlich Dach und Fach haben

Über den Spiel-Modus wird erst Ende Januar entschieden. Hartmann kann das nachvollziehen, erst müsse klar sein, wann es weitergeht. Generell sagt Hartmann: "Wird ein Modus beschlossen, dann muss der rechtssicher sein." Im Sommer hätten die Klubs dabei Fairplay gezeigt. Man müsse aber immer mit Klagen rechnen.

Videos aus der Regionalliga

Teaserbild Chemnitzer FC
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
NOFV
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 16. Januar 2021 | 14:00 Uhr

2 Kommentare

Kaputtke Gestern

Den reichsten Verband der Welt interessieren doch die Amateure nicht.
Hauptsache man überhöht diese Nationalmannschaft bis zum Erbrechen.
Hilfen für die Amateure? Fehlanzeige, die nächste Image - Kampagne für die Natio wird schon teuer genug!

Goffy vor 2 Tagen

Man sollte sich schämen Hauptsache die Profis dürfen spielen 🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮