Rainer Milkoreit
Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Fußball | Regionalliga-Reform NOFV-Präsident Milkoreit: "Nordost-Staffel wird nicht aufgegeben"

Die Nordost-Staffel wird nicht aufgegeben und um die Aufstiegsregelung wird gekämpft! Diese Worte stammen von NOFV-Präsident Rainer Milkoreit, der sein Amt am Sonnabend niederlegen wird.

Rainer Milkoreit
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Der Erhalt der Regionalliga Nordost hat für NOFV-Präsident Rainer Milkoreit oberste Priorität, dafür würde der 74-Jährige auch die Aufstiegsrelegation in Kauf nehmen.

"Unser Anliegen wird und muss es sein, die Regionalliga Nordost zu erhalten", sagte er am Dienstag (27.11.2018) im MDR-Interview und ergänzte: "Wir sind für eine große Relegation, an der sich alle beteiligen." Milkoreit lenkte aber auch ein und erklärte, wenn "das in der Umsetzungsphase nicht gelingt, dann sind wir bereit, in den sauren Apfel zu beißen. Wir wissen, dass unsere Vereine stark genug sind, um sich in den Relegationsspielen durchzusetzen". In den letzten sechs Jahren stieg fünf Mal der NOFV-Vertreter in die 3. Liga auf, nur die TSG Neustrelitz schaffte es nicht.

Drittligisten wollen nur drei Regionalliga-Aufsteiger

Nach MDR-Informationen wollen die Drittligisten zurück zum bis zur letzten Saison gültigen System mit nur drei Aufsteigern aus den Regionalligen. Die Drittligisten hatten im Vorjahr einem vierten Absteiger nur unter der Bedingung zugestimmt, dass die Anzahl der Regionalligen von fünf auf vier reduziert würde und jeder Meister ein direktes Aufstiegsrecht bekäme.

Nachdem sich in den letzten Tagen abzeichnete, dass eine viergleisige Regionalliga nicht zustande kommen würde, haben sich am Dienstagnachmittag Vertreter der Drittligaklubs in Wiesbaden getroffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Der DFB-Vize und Präsident des Bayerischen Fußballverbandes Rainer Koch hatte am Dienstag zudem eine zweigleisige 3. Liga ins Spiel gebracht. Dieser Vorschlag wird von den Drittligisten abgelehnt. Eine entsprechende gemeinsame Erklärung soll am Mittwoch schriftlich verbreitet werden.

DFB schlägt Varianten vor

Um die Regionalliga-Reform ist eine heiße Diskussion entbrannt. "Meister müssen aufsteigen" hatten vor gut einem Jahr viele Regionalliga-Vereine gefordert. Der Deutsche Fußball-Bund hatte daraufhin eine Arbeitsgruppe (mittlerweile aufgelöst) ins Leben gerufen, die folgendes Modell vorgeschlagen hat: Der Westen und Südwesten bekommen jeweils ein festes Aufstiegsrecht, die anderen drei Regionalligen bekommen zwei weitere Aufsteiger. Eine Variante: die Regionalliga Nordost wird aufgesplittet und in Teilen dem Norden und Bayern angegliedert - aus fünf Ligen würden vier. Damit könnten alle Meister aufsteigen.

Koch: "Stellen uns nicht gegen den Willen des Nordostens"

Rainer Koch
Rainer Koch - Präsident Bayerischer Fußballverband Bildrechte: imago/foto2press

"Wenn man auf vier geht, muss man bestehende Strukturen zerschlagen und das wäre das Schlimmste, was wir machen könnten", sagte Milkoreit. Erste Gespräche über das weitere Vorgehen haben bereits stattgefunden zwischen Vertretern der Regionalverbände Nord, Nordost und Bayern.

Koch sagte auf MDR-Anfrage: "Ich selbst und die bayerischen Vereine würden einer Verschmelzung der Regionalliga Bayern mit den Vereinen aus Thüringen und/oder Sachsen gerne zustimmen. (...) Wir werden uns aber in Bayern (und die Kollegen im Norden auch nicht) keinesfalls gegen den Willen des Nordostens stellen und wir sind auch gegen einen entsprechenden Mehrheitsbeschluss, der die Regionalliga Nordost aufteilen würde."

Wir werden uns aber in Bayern (und die Kollegen im Norden auch nicht) keinesfalls gegen den Willen des Nordostens stellen.

Rainer Koch Präsident Bayerischer Fußballverband

Wenn die Drittliga- und Regionalligavereine des NOFV gegen eine Zerschlagung ihrer Liga stimmen, müssen sie laut Koch aber einen anderen Vorschlag machen. "Genau das muss jetzt im nächsten Schritt besprochen werden", so der DFB-Vize-Präsident.

DFB-Vize Koch für zweigleisige 3. Liga

Koch plädiert für eine zweigleisige 3. Liga. In einem Statement spricht er davon, dass "die Probleme in den Flächengebieten des Nordens, Ostens und Südostens Deutschlands mit den extrem großen Entfernungen zwischen den Spielorten zu tun haben". Eine dreigleisige Regionalliga, die einige Jahre existierte, sei "wirtschaftlich ruinös". Kochs Vorschlag: "Wäre die 3. Liga zweigleisig, hätten wir eine echte pyramidale Ligenstruktur und mit der Bildung der dann fünf oder sogar sechs Regionalligen überhaupt keine Probleme."

sst

Rainer Milkoreit ist seit 2010 Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes und war von 2010 bis 2016 DFB-Vizepräsident. Beim NOFV-Verbandstag am Sonnabend wird der Präsident neu gewählt. Milkoreit wird nicht noch einmal zur Wahl antreten.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 27. November 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. November 2018, 20:23 Uhr

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18 Kommentare

28.11.2018 22:52 Maxkappeln 18

Die einfachste Lösung ist : 5 Staffeln behalten, die Reservemannschaften wie HSV II oder Mainz 05 II spielen in einer eigenen Staffel ohne Aufstiegsrecht, alle anderen Staffeln werden geographisch in Nord, Süd, West/Südwest und Nordost aufgeteilt. Die 4 Meister steigen direkt auf!

28.11.2018 13:17 insider 17

Die einzigste vernünftige Lösung hat hier bereits @15 vorgeschlagen. Die Ligen blieben erhalten, Rgionale attraktivität gesichert und der wirtschaftliche Aspekt berücksichtigt. Die 3. liga würde bei 22 Mannschaften gleichzeitig Ihre Attraktivität erhöhen bei mehr Zuschauer- und TV -Einnahmen. Quasi eine klassische Win/ Win Situation. Auswahlspieler sind in der 3.liga eher selten, Rasenheizung ist auch Pflicht, also die 4 Spiele mehr sollten für Profis kein Problem darstellen. Damit meine ich nicht nur die Spieler, auch die Verantwortlichen. Warum man in Süd , Südwest und West dieser Lösung kein Augenmerkt schenkt kann man nur mit alter verblendeter Ideologie kommentieren.

28.11.2018 08:30 erfurter76 16

Ich bin für eine Zusammenlegung von Nord und Nordost mit 20 Mannschaften.
Die Verbände der anderen 3 Regionalligen oder der DFB müssen dieser neuen Regio aber eine Fahrtkostenpauschale pro Verein zahlen.
So wird die Nordost nicht aufgeteilt, sondern bleibt innerhalb einer Regionalliga. Durch die Fahrtkostenpauschale wird der Nachteil der weiten Wege ausgeglichen.
Ich denke dies ist ein Kompromis der tragfähig ist.
Man kann die Fahrtkosten sogar nach Entfernungen der gesamten Partien der Vereine wichten.
Ansonsten kann man sich die Meldungen zur Einführung der Regionalligen damals mal durchlesen. Wichtige Entscheidungskriterien waren ... Regionalität und weniger Fahrten. Diese Kriterien werden gerade mit Füssen getreten und nicht im Geringsten nach wenigstens einen Ausgleich gesucht.

28.11.2018 06:12 Sr.Raul 15

Moinsen @7 (Udo841)! Wo ist das Problem? 3. Liga=Profiliga=machen nix Anderes als Kicken. Bei 22 Teams sind das pro Team 2, in Worten Zwei, Spiele mehr/Saison und "ich" hätte damit eine Entschärfung im Abstieg bei 5 Absteigern. Von mir aus kann es auch bei 20 Teams in Liga 3 bleiben. Eine sinnvolle Alternative zu 5 hoch, 5 runter, sehe ich nicht.

27.11.2018 21:18 NBS 14

Wenn man mal drüber nachdenkt, ist es schon extrem pervers mit welcher Masche die West- bzw. Südwestverbände hier verfahren. Sich selber nach jahrelanger sportlicher Unterlegenheit in den Relegationsspielen nach Gutsherrenart die Aufstiegsplätze fest zu sichern und zum Rest noch spöttisch sagen: "Friss oder Stirb!".
Das ist arm, einfach nur armselig und hat nichts mit angestrebter Chancengleichheit a la "Meister müssen aufsteigen!" zu tun.
Manche halten sich halt immer noch für gleicher als manch gleiche aus den anderen (hust... den östlichen) Landesteilen.
PS: Vom Nordharz bis an die dänische Grenze und vom Südharz bis an die Alpen??? Das kann man, sofern man bei klarem Verstand ist, doch gar nicht ernst meinen. Regionalliga heißt immer noch knallharter Amateursport, auch wenn hier oder da ein leichter Hauch von Pfofibedingungen daher weht.

27.11.2018 20:36 NBS 13

Fünf gehen hoch und fünf kommen runter, fertig und aus! Das wären zwar 42 Spieltage bei 22 Mannschaften in der 3. Liga, aber bei weitem die sinnvollste Variante in dem ganzen wirren Zirkus.
Zur Begründung: In der 3. Liga ist wie in 1. und 2. Liga Vollprofitum die Tagesordnung. Daher ist es durchaus vertretbar, wenn man (Sommer- und Winterpause sowie ggf. Feiertage berücksichtigt) die ein oder andere englische Woche im Spielplan wiederfindet.
In der Regio finden auch des Öfteren englische Wochen statt, aber aus witterungsbedingten Gründen, weil fast kein Verein eine Rasenheizung besitzt bzw. solche die über eine verfügen, diese aus Kostengründen nicht benutzen können.
Auf alle Fälle sollte der Nordosten nicht zerschlagen werden! Das war, ist und wird niemals eine Lösung sein!

27.11.2018 20:15 Rgu roxx 12

Es gibt da doch eine ganz einfache Rechnung: 5 Ligen - 5 Absteiger= 5 Meister die aufsteigen
Klingt für mich fair...
#meistermüssenauftsteigen!

27.11.2018 20:04 Marc!? 11

Ich möchte an dieser Stelle mal sagen, dass der Verband die Flächen vergrößern möchte, sondern es de Wunsch der Vereine war, dass Meister aufsteigen. Dass eine reduzierung der Aktuell defacto 6 RL auf 4 RL zu größeren Flächen führt, hätte jedem der Beteiligten klar sein müssen, auch vor dem Hintergrund, dass wir genau deshalb die heutige RL Anzahl haben, damit der Norden und Nordosten nach den damaligen Beschwerden jeweils eine eigene Liga bekommen konnten.
Aus diesem Grund ist eine Beibehaltung der RL Nordost und RL Nord und mach aus defacto 4 RL nur noch 2 RL (Südwest, Bayern und NRW) nicht zielführend.
Natürlich muss bei 4 RL der Nordosten geteilt werden, das ist leider seine Lage zwischen Bayern und dem Norden geschuldet oder man behält die Einheit, dafür muss der Meister aber in die Relegation.
Bei nur einer Dritten Liga wird man Mittelfristig nicht um die Spaltung herumkommen, deshalb sollte der NOFV die zweigleisige Dritte Liga forcieren.

27.11.2018 19:22 Gandalf der Weiße 10

Der Fisch stinkt vom Kopf : meine Idee 1.Bundesliga 2Gleisig und eine „ Superbundesliga „ bilden klingt verrückt, ist es auch :•)

27.11.2018 18:57 Ahlmann 9

Seit der Wiedervereinigung ist der Nordosten immer der Gelackmeierte gewesen. Es wird höchste dagegen zu steuern. Der Vorschlag von Dr. Koch mit einer zweigeteilten 3. Liga wäre vernünftig bei Beibehaltung von 5 Regionalligen. Anderer Vorschlag: eingleisige 3. Liga und 4 Regionalligen = Süd: Bayern+Baden-Württemberg // Südwest: Hessen+RP/Saar+Mittel-u.Niederrhein // Nord: Jetzige Nord + Westfalen / sowie jetzige Nordost
Nordosten muss bleiben - von 6 Teilnehmern 5 Aufsteiger - West 3 von 6 - Nord 3 von 6 - Bayern 4 von 6 - Südwest 3 von 12 !!!!!!!! (also der schwächste Veerband)