Ein Mann bläst einen Luftballon mit dem Regionalliga-Logo auf
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Fußball | Regionalliga | Reform Neuer Favorit 20+2?

Die Pläne, die Regionalliga Nordost aufzuspalten und im Norden und in Bayern zu verteilen, stoßen weiterhin vielen Regionalliga-Klubs bitter auf. Eine Lösung diesbezüglich rückt dabei immer weiter in den Vordergrund. In dieser spielt die 3. Liga eine Hauptrolle.

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Tobias Leege: "Es ist sicherlich ein Szenario ..."

Die Pläne des Deutschen Fußball-Bundes die Regionalliga Nordost aufzuspalten und somit aus fünf Regionalligen vier zu machen, ist derzeit nur schwer umsetzbar und stößt bei der Hauptanzahl der Regionalligisten auf Unmut. Dabei wurde in letzter Zeit immer wieder eine andere Lösung ins Spiel gebracht: Eine Aufstockung der Dritten Liga von 20 auf 22 Teams. Dabei gäbe es dann fünf Auf- und Absteiger. Dagegen hatten sich die Drittligisten lange vehement gewehrt, bis jetzt. Mittlerweile gibt es von mehreren Clubs andere Signale, unter anderem aus Zwickau.

Vorstandssprecher Tobias Leege zeigt sich von einer möglichen Aufstockung nicht ganz abgeneigt: "Es ist sicherlich ein Szenario, dass machbar wäre und ich denke, dass es auch in der Gestaltungsform der dritten Liga umsetzbar sein könnte. Es gibt allerdings aus unserer Sicht zwei, drei Punkte, die man da kritisch beäugen müsste."

Tobias Leege, Vorstandssprecher FSV Zwickau
Aufstockung der Dritten Liga auf 22 Plätze. Für Zwickau-Vorstandssprecher Tobias Leege ein mögliches Szenario. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wir sehen das als großes Risiko, dass damit die potentielle Gefahr von Insolvenzen noch größer wird.

FSV Zwickau Vorstandssprecher Tobias Leege

Doch auch dieses Szenario hat für die Drittligisten einige Nachteile. So fürchtet zum Beispiel der FSV Zwickau bei fünf Absteigern unter anderem mangelnde Planungssicherheit und ein Wettrüsten um den Klassenerhalt. Leege sagt: "Wir sehen das als großes Risiko, dass damit die potentielle Gefahr von Insolvenzen noch größer wird."

Faktor Geld

Sollen die Drittligisten überzeugt werden, müsste der DFB ihnen etwas anbieten. Mehr DFB-Pokalstartplätze, einen festen dritten Aufsteiger in die zweite Liga, finanzielle Zuschüsse. Vorschläge gibt es diesbezüglich zuhauf. Insbesondere zusätzliche Gelder hält der Präsident des Thüringischen Fußballverbandes, Wolfhardt Tomaschewski, für denkbar, auch mit Blick auf die neue, im Dezember 2017 beschlossene DFB-Akademie: „Die Akademie sollte, als wir vor zwei Jahren beschlossen haben, sie zu bauen, 80-90 Millionen kosten, so war die ursprüngliche Planung, jetzt sind wir mittlerweile bei 150-170 Millionen und da kann man nicht erklären, warum für zwei zusätzliche Mannschaften in der dritten Liga nicht das notwendige Geld vorhanden sein soll.“

Problemfall Spaltung der Regionalliga Nordost

Die aktuell angedachte Lösung mit der Aufspaltung der Regionalliga Nordost sieht Tomaschewski aber noch problematischer. Er kritisiert vor allem die aktuelle Vorgehensweise des DFB im Regionalliga-Konflikt scharf: "Ich sehe da Riesenprobleme. Ich kann nicht nachvollziehen, warum der Südwesten und Westen einen direkten Aufsteiger erhalten sollen." So sollen nach einer extra eingesetzten DFB-Kommission die Regionalligen West und Südwest je einen festen Aufsteiger bekommen, Die Regionalliga Nord, Nordost und Bayern erhalten zusammen zwei Aufsteiger und sollen aus drei Ligen zwei machen. Die Nordoststaffel mit 18 Mannschaften fiele weg und dazu kämen noch sechs Aufsteiger aus den Oberligen.

Ich sehe da Riesenprobleme. Ich kann nicht nachvollziehen, warum der Südwesten und Westen einen direkten Aufsteiger erhalten sollen.

Wolfhardt Tomaschewski, der Präsident des Thüringer Fußballverbands

Tomaschewski führte im Gespräch mit MDR-Reporter Alexander Küpper weiter aus: "Das würde bedeuten, dass 24 Mannschaften in einem Jahr, sprich acht im Norden, acht im Nordost und acht Teams in Bayern absteigen müssten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Regionalligisten diesen Weg gehen wollen."

Regionalliga-Reform
Die Regionalliga Nordost. Für viele Vereine und Fans ist es undenkbar, dass die Regionalliga aufgespalten wird. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Vereine wollen jedenfalls möglichst bald Klarheit, bis zum DFB Bundestag Ende September soll eine Lösung gefunden sein. Nach MDR-Informationen gibt es allerdings DFB-intern zumindest Überlegungen, eine endgültige Entscheidung noch einmal zu verschieben.

tw

Zuletzt aktualisiert: 11. März 2019, 17:16 Uhr

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41 Kommentare

13.03.2019 14:14 Bayernfan 41

@27 find ich am besten - Kompliment. Eine coole, sportlich faire Lösung. Leider bezweifel ich, dass die Beteiligten auf so eine simple Idee gar nicht kommen oder auf Grund von Besitzstandsaufgabe ablehnen.

13.03.2019 08:43 Jan Winter 40

Bzgl der Zusammenlegung Nord+West (NW) und SuedWest+Bayern (Sued):
OK, den Aufschrei kann man hoeren, aber vernuenftig betrachtet, gibt es viele Pluspunkte:
* sinnvolle Pyramidenstruktur nach 3 eingleisigen Ligen (Liga 1,2,3)
* 3 nahezu flaechen-gleichgrosse Einzugsgebiete: Wettbewerbsfairness bzgl Reisekosten etc (RL NO hatte da das Nachsehen)
* Traditionserhalt: kein Aufspalten irgendeiner RL
* Aufwertung der RLs des ehemaligen Westens
* Erhoehter Wettbewerb
* Gesuenderer Uebergang zw Profi- u Amateurfussball.
* Aufstiegsregelung geklaert: 3 direkte Aufsteiger!
* Bzgl des Killerarguments: die vielen Vereine im W/SW werden unterrepraesentiert:
1) Leistung zaehlt u ist entscheidender Faktor, nicht die Vereinsdichte
2) und die Abstiegsregel der 3.Liga traegt dem Rechnung da sie regionen-unabhaengig ist, niemand schaut dass nur der schlechteste Verein aus NO, W usw absteigt
3) denkt man dennoch: W u SW brauchen Hilfe: Aufsteiger Nr4 = Rel-Sieger aus N+W 2. - SW+Bayern 2.

13.03.2019 08:37 Jan Winter 39

Bzgl der Zusammenlegung Nord+West (NW) und SuedWest+Bayern (Sued):
OK, den Aufschrei kann man hoeren, aber vernuenftig betrachtet, gibt es viele Pluspunkte:
- sinnvolle Pyramidenstruktur nach 3 eingleisigen Ligen (Liga 1,2,3)
- 3 nahezu flaechen-gleichgrosse Einzugsgebiete: Wettbewerbsfairness bzgl Reisekosten etc (RL NO
- Traditionserhalt: kein Aufspalten irgendeiner RL
- Aufwertung der RLs des ehemaligen Westens
- Erhoehter Wettbewerb
- Gesunder Uebergang zw Profi- u Amateurfussball.
- Aufstiegsregelung geklaert: 3 direkte Aufsteiger!
- OK bzgl des Killerarguments: die vielen Vereine im W/SW werden unterrepraesentiert, dazu das:
1) Leistung zaehlt u ist entscheidender Faktor, nicht die Vereinsdichte
2) und die Abstiegsregel der 3.Liga traegt dem Rechnung da regionen-unabhaengig, niemand schaut
3) denkt man dennoch: W u SW brauchen Hilfe: Aufsteiger4=Rel-Sieger aus N+W 2. - SW+Bayern 2.

13.03.2019 08:34 Jan Winter 38

Warum wird eigentlich keine Zusammenlegung der Nord+West u SuedWest+Bayern Ligen diskutiert?

12.03.2019 21:54 Problemlöser 37

R NoO und R N bleiben erhalten!
Aus Regio Süd, Bayern und West wird eine 3 R gemacht.

12.03.2019 09:55 Hans 36

RL NO bekommt einen festen Aufsteiger in die polnische 2. Liga, die anderen vier RL-Meister steigen in die 3. Liga auf. Problem gelöst.

10.03.2019 21:24 Till Scholtz-Knobloch (Görlitz) 35

In den Hinterzimmern ist übrigens gerade ein Modell als Kompromiss in der Mache mit 5 Aufsteigern bei 22 Drittligisten. Aufsteiger wären die Meister aus West und Südwest, 2 aus 3 im Rotationsprinzip Nord, Nordost und Bayern (aufgr. der Mannschaftszahlen also weiterhin völlig logisch ohne Direktaufstieg Nordost!) sowie als 5. ein Relegationsgewinner. Wer jetzt noch ernsthaft behauptet 5 RL wären die Lösung sollte spätestens jetzt erkennen, dass sich der NOFV hoffnungslos verrant hat und der MDR unzureichend aufklärt. Ich meine es ganz ernst: Am besten die Gespräche in Pleißen am 19. platzen lassen und der DFB-Bundestag (klüger als der NOFV) führt per Kampfabstimmung dann die RL Südost und die neue RL Nord (u.a. mit MeckPomm, Berlin, BB und Sachsen-Anhalt) ein.

10.03.2019 13:29 Kristallkugel 34

@33 & @27 - find'ich auch cool!

Entsprechend dem aktuell sich aufdrängenden (und unsäglichen!) Eindruck, dass vor allem der Westen & Südwesten sich als Haupt-Benachteiligte sehen und (nur für sich) eine Verbesserung wünschen, fände ich es letzlich auch nicht schlimm, die bisherigen (und ebenfalls unsäglichen) drei Aufstiegs-Relegationsspiele der 5 Staffelmeister plus SW-Zweitem beizubehalten. Rein sportlich betrachtet hatte mit dieser Regel der NO in der Vergangenheit bekanntermaßen am wenigsten zu befürchten...

10.03.2019 11:48 Helmut Körber 33

Statt Regionalliga die 3. Liga reformieren.
2019/20 steigen vier Mannschaften ab, aus den Regionalligen steigen die ersten 4 Mannschaften auf, macht 36 Mannschaften für 2 Staffeln. Nach der Hinrunde spielen die Plätze 1-9 die Aufsteiger in Play-Offs aus und die anderen die 5 Absteiger, die bei der Anzahl der Mannschaften dann auch gerechtfertigt wären. Die Regionalligen blieben dann so erhalten.

10.03.2019 11:35 Freidenker 32

Wieso wird immer die Vereinszahl als Referenz genommen? Wieso nicht die Bevölkerungsgröße? Wieso werden die zahlreichen Benachteiligungen, gerade auch gegenüber dem Ost-Fußball seit dem Beitritt der DDR, nicht mit beachtet?
Es ist doch ganz einfach: Der Osten hat momentan keine Erstligamannschaft. (RB gilt nicht.) Sind wir mal so frei, und behaupten RB wäre aus dem Osten, statt aus Österreich - der Osten wäre in Liga 1 immer noch unterrepräsentiert, als auch in Liga 2 mit 3 Clubs. Erst in Liga 3 mit 5 Clubs ist es halbwegs proportional. Das heißt, der Osten ist im Profifußball unterrepräsentiert. Hinzu kommt: In den letzten Jahren sind bei Aufstiegsspielen fast immer die Vereine aus der RL Nordost aufgestiegen, waren also stärker als die Westclubs.
Um die Benachteiligung der unzureichenden Vertretung des Ostens in den Profiligen abzumildern, sollte es einen Bestandsschutz für die RL Nordost geben. Punkt.
(Wobei eine 3. Liga mit 22 Mannschaften und 3 Aufsteigern auch Charme hätte.)

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