Fußball | Regionalliga ZFC Meuselwitz – BFC Dynamo: Neue Trainer, alte Ziele

Am Samstag empfängt am 1. Spieltag der Regionalliga Nordost Ur-Gestein ZFC Meuselwitz (seit 2009 in der Liga) den BFC Dynamo. Was beide Vereine eint, an der Seitenlinie stehen neue Trainer, wobei Heiko Weber bereits auf eine lange Amtszeit beim ZFC zurückblicken darf. Die Ziele sind unterschiedlich: Meuselwitz will schnell genügend Punkte zum Klassenerhalt sammeln, der BFC möglichst ganz oben mitspielen.

Rene Eckardt (30 , Meuselwitz)
Bildrechte: IMAGO / Picture Point

Nach der großen Enttäuschung und einem ordentlichen Umbruch will der BFC Dynamo den nächsten Anlauf in Richtung Regionalliga-Meisterschaft starten. Mit einem neuen Trainer und einer auf vielen Positionen veränderten Mannschaft. Ob das am Ende gelingen wird, ist fraglich, da hinter einer starken ersten Elf doch ein größerer qualitativer Bruch zu erkennen ist.

Backhaus ersetzt Benbennek

Das erste Opfer des verpassten Aufstiegs in die 3. Liga hieß Christian Benbennek. Der Trainer musste seinen Hut nehmen, Heiner Backhaus übernahm. Der ist 40 Jahre alt, war in den vergangenen beiden Jahren Coach bei Südwest-Regionalligist Rot-Weiß Koblenz, galt als Spieler eher als Wandervogel.

Heiner Backhaus
Neuer Cheftrainer beim BFC Dynamo: Heiner Backhaus Bildrechte: Patrick Skrzipek

Wie gut kann der BFC das neue Spielsystem umsetzen?

Die Aufgabe, die auf den Trainer wartet, ist nicht einfach. Das Anspruchsdenken ist nach der starken letzten Saison gestiegen, allerdings sind einige erfahrene Spieler mehr oder weniger freiwillig gewechselt. Schmerzhaft dürfte der Weggang von Stürmer Andor Bolyki zum Halleschen FC gewesen sein. Eingekauft haben die Berliner hauptsächlich in den Regionalligen. Arthur Ekallé und Dominic Duncan brachte Backhaus aus Koblenz mit, Keeper Matthias Hamrol stand in Meuselwitz zwischen den Pfosten, Cedric Euschen (Lotte) und Amar Suljic (Schweinfurt) sollen die Bolyki-Lücke im Angriff schließen helfen.

Christian Beck
Gelingt Christian Beck erneut eine Sahne-Saison? Bildrechte: Patrick Skrzipek

Die große Frage beim BFC wird sein: Können die erfahrenen Stammkräfte um Christian Beck (34 Jahre), Niklas Brandt (30), Michael Blum (33) und Andreas Pollasch (29) erneut eine überdurchschnittliche Saison spielen. Wie gut funktioniert das eher laufintensive Spielsystem mit den "Altgestandenen"?  Eine erste Antwort könnte das Spiel am Freitag beim ZFC Meuselwitz geben. "Sie sind der amtierende Meister, hatten aber auch viele Abgänge und Zugänge und wissen nicht, wo sie stehen. Wir sind nicht chancenlos, auch wenn nominell der BFC auf fast jeder Position besser besetzt ist", analysierte ZFC-Präsident Hubert Wolf.

Meuselwitz: Neuer, alter Trainer - viele junge Talente

Auch bei den Meuselwitzern gab es einen größeren Umbruch. Heiko Weber, der bereits fünf Jahre in Meuselwitz Trainer war, ist nach zwei Jahren Pause zurück an der Schnauder. Die große Hoffnung bei den Verantwortlichen: Mit Weber, der einen Dreijahresvertrag erhielt, soll endlich wieder Kontinuität einkehren. Präsident Wolf war mit den Vorbereitungsspielen auch einverstanden, mit einer Ausnahme: "Insgesamt bin ich sehr zufrieden, abgesehen vom Eilenburg-Spiel, da waren wir einfach schlecht."

Mit ihm kamen elf Neuzugänge, die mit Ausnahme von Rückkehrer Fabian Raithel nicht älter als 21 Jahre sind. Die Vorbereitung deutete an, dass dieser Weg der richtige sein kann. Die Meuselwitzer überzeugten in den meisten Testspielen mit viel Offensivmut und Toren, daran mangelte es ja in der letzten Spielzeit oft. Das Prädikat blutjung haben die beiden Torhüter. Jean-Marie Plath ist 20, Justin Fietz gar erst 19. Nach dem Weggang von Mathias Hamrol (zum BFC Dynamo) streiten die beiden um die neue Nummer eins.

Weber nach Operation zurück auf dem Platz

Dennoch hat der ZFC immer noch einige gestandene Spieler in seinen Reihen. Um Kapitän René Eckardt und Sechser Fabian Stenzel soll eine hungrige Mannschaft aufgebaut werden, die Fußball spielen und Tore erzielen will. Und damit auch wieder mehr Zuschauer in die bluechip-Arena locken soll. Ob beim Auftakt Weber selbst wieder auf der Bank sitzen kann, war lange Zeit offen. Der 57-Jährige musste sich einer Gallenblasen-Operation unterziehen, fehlte dem Team fast zwei Wochen. Seit Mittwoch (03.08.2022) steht Weber zumindest wieder auf dem Platz. "Am Samstag stellen wir ihm zur Not einen Liegestuhl an den Spielfeldrand. Im Training war zuletzt Holm Pinder eingesprungen. Alle Inhalte kamen aber weiter von Heiko Weber", sagte Wolf.

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Dieses Thema im Programm: MDR+ | Sport im Osten | 06. August 2022 | 13:30 Uhr

2 Kommentare

Lok vor 5 Tagen

Der BFC hat mit Sicherheit Qualität. Ich denke trotzdem, dass kommende Saison die Spitzengruppe aus dem Dreigestirn Altglienicke, Cottbus und CFC bestehen wird. Dahinter sehe ich dann eine Gruppe aus BFC, Jena, Hertha2, BAK und Lok. Knapp danach Babelsberg, Chemie, Greifswald, Viktoria und Erfurt als dritte Gruppe. Durchaus möglich, dass es leichte Schnittmengen zwischen den Grupen 2 und 3 geben kann. Meuselwitz, Luckenwalde, L47, Halberstadt und TeBe wahrscheinlich die vierte Gruppe. Auch hier Schnittmengen zwischen Gruppe 3 und 4 je nach Saisonform möglich.
Wahrscheinlich steht auch diesmal wieder ein großer Teil der Vereine in der Tabelle relativ dicht beieinander. Langeweile ist nicht zu befürchten :)

Hannchen vor 5 Tagen

Der BFC-Fan aus Eilenburg meldet sich seit dem Nichtaufstieg des BFC nicht mehr in unserem Lokforum. Vielleicht hält er ja jetzt auf Greifswald.

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