Fußball | Regionalliga Nach Wegfall der kostenlosen Corona-Tests - kaum Änderungen bei mitteldeutschen Regionalligisten

Die Zeit der kostenlosen Corona-Tests ist vorbei. Für Ungeimpfte und Nicht-Genesene bedeutet dies zusätzliche Kosten, wenn sie zum Fußball wollen. Die Regionalligisten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wollen ihren Zuschauern aber weiter Angebote machen.

Ärzte machen Corona-Schnelltests vor dem Stadion in Chemnitz.
Ärzte machen Corona-Schnelltests vor dem Stadion in Chemnitz. Bildrechte: MDR/Harry Härtel

Es herrscht Einigkeit in der Regionalliga Nordost - zumindest was das Thema Zuschauerzulassung anbetrifft. Kein Verein will Menschen, die sich bisher gegen das Impfen entschieden haben, vom Stadionbesuch ausschließen. Eine 2G-Regel (nur Geimpfte und Genesene) wird es also aktuell in der vierthöchsten Spielklasse nicht geben. Dennoch befürworten viele Klubs die Impfung und appellieren an ihre Fans. Draußen bleiben soll aber keiner.

3G und 3G-Plus

Die meisten der Vereine wenden die 3G-Regel (Geimpft, Genesen und Getestet) an. Lediglich bei der Art der Tests gibt es einen "Ausreißer". Bei Carl Zeiss Jena setzt man auf das "Plus"-Modell - das heißt, es muss ein PCR-Test sein. Dafür werden im Vorfeld der Spiele dezentrale Testmöglichkeiten in Jena, Gera, Weimar, Apolda und Saalfeld geschaffen. Dort kann man am Tag vor dem Spiel für 20 Euro einen PCR-Test machen lassen.

Der günstige Preis hat jedoch einen Haken. Es handelt sich dabei um eine Pooltestung, statt individueller Proben gibt es eine Sammelprobe von 15 Personen. Ist eine Person daraus positiv, dürfen auch die 14 anderen zunächst nicht ins Stadion. Alle müssen sich noch einmal separat testen lassen. Ob ein Stadionbesuch wegen der Dauer der Analyse dann noch drin ist, ist höchst fraglich.

Testmöglichkeiten vor dem Stadion bleiben

In Leipzig und Chemnitz wird weiterhin am bewährten System festgehalten. Die BSG Chemie wird auch weiterhin von Spieltag zu Spieltag schauen, welches Angebot sie den Fans machen kann. Auch Impfangebote soll es nach Möglichkeit geben, jedoch nicht zu jedem Spieltag. Die Grün-Weiß performen nach eigener Aussage "überdurchschnittlich" bei den Zuschauerzahlen, haben einen Dauerkartenrekord aufgestellt und können das Stadion mit 4.999 Zuschauern voll auslasten.

Beim Stadtrivalen Lok wird es ebenfalls weiterhin vor dem Eingang zum "Bruno-Plache-Stadion" eine Testmöglichkeit geben. Dort kann zum Selbstkostenpreis von fünf Euro ein Schnelltest gemacht werden. In der Gellertstraße in Chemnitz gibt es bereits seit April Testmöglichkeiten. Diese bleiben weiterhin bestehen. Für schulpflichtige Kinder und Jugendliche, die bereits in der Schule getestet werden, gibt es zudem das Angebot ohne weiteren Test ins Stadion zu kommen.

Kostenbeteiligung für Viertligisten nicht wirtschaftlich

Auch beim FC Eilenburg setzt man auf 3G. Allerdings gibt es direkt am Stadion keine Gelegenheit zum Testen.

Eine Beteiligung an den Kosten für die Corona-Tests wird es aktuell bei keinem der Vereine geben, auch wenn es bei einigen Klubs geprüft werden soll. Grundsätzlich sei es für die Klubs in der Regionalliga schwierig, diese zusätzlichen Kosten auszugleichen.

Auerbach, Meuselwitz und Halberstadt ohne "G"

In Auerbach, Meuselwitz und Halberstadt wird keines der "G"-Modelle angewandt. Im Vogtland ist die Kapazität auf 1.000 Zuschauer beschränkt. Deshalb reicht eine einfache Kontaktverfolgung. Zudem setzt man auf die Eigenverantwortung der Besucher, die bis zum Platz eine Maske tragen und genügend Abstand einhalten sollen. Deswegen sind auch alle Tribünen offen. Die Gaststätte selbst bleibt zu, lediglich im Außenbereich gibt es Catering.

Ähnlich ist es in Halberstadt, der Verein ist aber im engen Austausch mit den Behörden, um kurzfristig auf die geänderte Lage reagieren zu können. Auch in Meuselwitz reicht die normale Kontaktverfolgung, um das Spiel zu verfolgen. Möchte man jedoch ins VIP-Zelt, ist ein 3G-Nachweis notwendig.

Zunächst keine Änderung mit neuer Schutzverordnung

Dass in Sachsen ab dem 21. Oktober eine neue Corona-Schutzverordnung gelten soll, die bei der Anwendung der 2G-Regel wohl die Kapazitätsbegrenzung fallen lässt, hat auf die sächsischen Viertligisten keinen Einfluss. Auch mit den aktuellen Beschränkungen sind die Stadien nicht voll ausgelastet. Dass dann plötzlich so viel mehr Zuschauer kommen, ist nicht zu erwarten.

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Videos aus der Regionalliga

Daniel Berlinski
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Mi 13.10.2021 21:39Uhr 02:18 min

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Sascha Pfeffer
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Mi 13.10.2021 21:41Uhr 01:20 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 16. Oktober 2021 | 16:00 Uhr

1 Kommentar

Gernot vor 2 Tagen

Jeder, hierzulande, kann frei über sich und seinen Körper entscheiden, ohne das es ihm zum Nachteil werden darf.
Jeder, hierzulande, kann frei darüber entscheiden, wer ihn wann und wie besuchen kann. Das persönliche Hausrecht, welches Jeder Verein bei Heimspielen rechtlich für sich beanspruchen kann, steht aber über die Entscheidung eines jeden Einzelnen im Bezug auf den eigenen Körper. Sprich, als Gast habe ich mich den Anforderungen des Gastgebers zu unterwerfen. Keine Erfindung oder Meinung meinerseits, sondern geltendes Recht.