Fußball | Regionalliga Nordost Rot-Weiß Erfurt ringt Tabellenführer Altglienicke einen Punkt ab

16. Spieltag

Nach zuletzt turbulenten Wochen zeigte der FC Rot Weiß Erfurt beim Ligadebüt von Interimstrainer Robin Krüger über die gesamte Spielzeit einen beherzten Auftritt und rang dem Tabellenprimus aus Altglienicke vollkommen verdient ein 1:1 (1:1)-Remis ab.

von Max Beuthner (Erfurt)

Beide Mannschaften boten den knapp 2.573 Fans einen furiosen Auftakt in die Partie. So benötigten die Gäste aus Altglienicke nur knapp zwei Minuten, um den Ball das erste Mal im Tor der Erfurter unterzubringen.

Blitzstart nach Anpfiff

Nach einer Flanke aus dem linken Halbfeld landete der Ball im Strafraum der Erfurter, den Christian Skoda nach Kopfballverlängerung souverän zur 1:0-Führung einnickte. RWE ließ sich davon nicht schocken und zeigten nur zwei Minuten später eine Reaktion. Rico Gladrow fand mit einem Freistoß aus dem Mittelfeld Petar Lela im Strafraum der VSG, dessen sehenswerter Kopfball den umgehenden Ausgleich brachte. In der Folge entwickelte sichein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten.

Die besseren Möglichkeiten erspielte sich zunächst die Krüger-Elf. Erst scheiterte Marc Brasnic aus fünf Metern am Altglienicker Schlussmann Dan Twardzick (21.), ehe Selim Aydemir den Ball nach einer flachen Hereingabe von Ali Abu-Alfa aus sieben Metern am Tor vorbei schob (30.).

Petar Lela
Erfurts Torschütze Petar Lela. Bildrechte: imago images / Karina Hessland

Erfurt rettet Remis über die Zeit

In Halbzeit zwei zeigten beide Mannschaften einen ähnlich engagierten Auftritt wie zuvor - jedoch fehlte stets der letzte Wille bei den Abschlüssen, sodass nur selten wirkliche Gefahr aufkam. Die Altglienicker erwischten einen guten Start und übernahmen zunehmend die Kontrolle. Erfurt hingegen stand hinten sicher. Sinnbildlich für die Offensivaktionen nach der Pause waren die Altglienicker Kevin Stephan (75.) und Christian Skoda (83.), die beide vollkommen frei zum Kopfball kamen und jeweils viel zu wenig aus ihren Chancen rausholten.

Die beste Chance der Gastgeber bot sich Francis Adomah, der aus der eigenen Hälfte startete und bis in den Strafraum der Gäste durchmarschierte. Sein Abschluss mit der Pieke blieb jedoch kein Problem für Schlussmann Twardzik (81.). Schließlich endete die Partie im Steigerwaldstadion mit einer gerechten Punkteteilung. Ein durchaus gelungenes Ligadebut für den Erfurter Interimstrainer Robin Krüger, dessen Mannschaft ein vollkommen anderes Gesicht zeigte als in den vergangenen Wochen. Die Hoffnung der Erfurter Fans, die ihrem Team nach Abpfiff minutenlang applaudierten, dürfte wieder leben.

Robin Krüger
RWE-Interimstrainer Robin Krüger. Bildrechte: imago images/osnapix

Die Trainerstimmen zum Spiel

Karsten Heine (Altglienicke): "Ein durchaus interessantes und abwechslungsreiches Spiel. Wir sind eigentlich optimal in die Partie gekommen, mussten allerdings gleich den Ausgleich hinnehmen. Danach haben wir zu viele Chancen der Erfurter zugelassen. In der zweiten Halbzeit war es von unserer Seite aus etwas besser. Es ist uns besser gelungen, die Bälle vorne fest zu machen und auch mal in das Kombinieren zu kommen. Den Punkt nehmen wir gerne mit. Wir nicht so vermessen sind zu sagen, dass wir jetzt glauben, ohne weiteres durch die Saison zu gehen."

Robin Krüger (Erfurt): "Wenn ich vielleicht einen kleinen Anteil an dem Punktgewinn habe, dann ist der Thomas Brdaric gewidmet, der die letzten eineinhalb Jahren hier tolle Arbeit geleistet hat und für mich ein wichtiger Ansprechpartner war. Den Punkt nehmen auch wir gerne mit - gegen den Tabellenführer ist das glaube ich nicht das schlechteste Resultat. Der frühe Ausgleich war unglaublich wichtig für uns. Danach war es ein intensives Regionalligaspiel mit hoher Intensität. Die Jungs haben alles investiert. Aufgrund der Ausfälle konnten wir in der zweiten Halbzeit keine frischen Offensivspieler mehr bringen, deswegen ging es am Ende für uns darum den Punkt zu sichern."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 23. November 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. November 2019, 18:05 Uhr

10 Kommentare

Emigrant vor 8 Wochen

Alles klar wicky 67. Übrigens mein erster Stadionbesuch war 1964 als elfjähriger im damaligen Georgij Dimitroff Stadion, Turbine verlor damals 0:2 gegen Chemie Leipzig. Erfurt stieg ab und Leipzig wurde DDR Meister.
Lutz Lindemann hat es im MDR auf den Punkt gebracht. Mannschaft und Trainer fehlen das Hinterland, denn zwischen ihnen und dem IV Reinhardt besteht ein Vakuum. Es fehlen die Leute mit Sachverstand. Hier muss schnellstens gehandelt werden,um in der Winterpause mit Ruhe und fussballerischem Sachverstand die richtigen Entscheidungen die Mannschaft und den Trainer betreffend zu fällen.
Ich bin mir sicher, dass es dann mit unserem RWE wieder vorwärts geht.

Kimme1966 vor 8 Wochen

Ein guter Anfang, mehr nicht! Für mich muss bis Weihnachten noch einiges passieren, um die Peinlichkeiten der Brdaric-Zeit vergessen zu machen. Ein Punkt vor Rathenow, tabellarisch nur noch Nr. 4 in Thüringen... Sorry, aber ich bin seit den 70er Jahren RWE-Fan, selbst zu Zeiten eines Gerhard Bäsler, als es nur gegen den DDR-Oberliga-Abstieg ging, hat der Verein besser funktioniert als jetzt. Kein Wunder, dass aktuell nicht einmal mehr 3000 Zuschauer kommen. Mal gespannt, ob der junge Coach Krüger bis Ende 2019 mit der Truppe noch die Wende bekommt. Dann hat er echt eine Chance verdient. Aber um ihn herum braucht RWE endlich Leute im Verein, die von Fußball Ahnung haben!

wicky 67 uncut vor 8 Wochen

Ist schon okay, ich habe drüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass Du Deinen Kommentar eher freundlich mir gegenüber gemeint hast. Ich entschuldige mich bei Dir von ganzem Herzen, dass ich Deinen Beitrag missverstanden habe. Es tut mir wirklich leid, und ich verspreche Dir, daß soetwas nicht noch einmal vorkommen wird! Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend und 'ne wunderschöne Woche!!! 🇮🇩🇵🇱🇮🇩🍀💝