Fußball | Regionalliga

Oberbürgermeister fassungslos über Grabenkampf bei Rot-Weiß Erfurt

Die Krise beim FC Rot-Weiß Erfurt wird immer unübersichtlicher. Klar ist: Der Verein braucht schnellstmöglich frisches Geld, sonst muss die Regionalliga-Mannschaft abgemeldet werden. Führende Politiker der Stadt zeigten sich fassungslos über den Streit zwischen Insolvenzverwalter und Investoren und stellten klar, dass es keine Finanzhilfen geben wird.

von Peer Vorderwülbecke und Torsten Schwenke

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RWE-Chaos: Stadt schließt finanzielle Hilfe aus

Keine finanzielle Hilfe mehr

Zu den Unstimmigkeiten zwischen Insolvenzverwalter Volker Reinhardt und zwei Investoren von Rot-Weiß Erfurt haben sich jetzt auch führende Politiker der Stadt geäußert. Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) reagierte "fassungslos" auf die neuerlichen Entwicklungen. Er stellte klar, dass es keine finanziellen Hilfen für den Verein geben wird. "Wir haben in den letzten Monaten und Jahren das geleistet was zu leisten war. Mehr wird an dieser Stelle nicht gehen", so Bausewein gegenüber dem MDR.

Mit dieser Ansicht ist er im Rathaus nicht allein. "Die Finanzlücke ist so groß und das Chaos dort auch. Die verklagen sich alle gegenseitig bei Rot-Weiß und man hat auch nicht das Gefühl, dass der Insolvenzverwalter noch richtig den Überblick hat. In ein Fass ohne Boden kann man kein Steuergeld werfen, das können wir nicht verantworten", sagte Michael Hose, Fraktionschef der CDU im Erfurter Stadtrat.

Volker Reinhardt: Insolvenzverwalter vom FC Rot-Weiß Erfurt. (Archiv) Bildrechte: imago images / Karina Hessland

Nowag strebt Eigenverwaltung an

Angesichts der Krise hat sich der kommissarische RWE-Präsident Frank Nowag mit den Aufsichtsräten eine neue Strategie überlegt. Wie er dem MDR bestätigte, soll versucht werden, die Eigenverwaltung des Insolvenzverfahrens zu übernehmen. "Das haben wir allerdings nicht juristisch prüfen lassen", so Nowag.

Einer juristischen Prüfung würde diese Idee auch nicht standhalten. Stephan Madaus, Professor für Insolvenzrecht an der Martin-Luther-Universität in Halle sagte: "Rot-Weiß Erfurt kann als Schuldnerin in einem laufenden Verfahren keine Eigenverwaltung übernehmen."

Erfurts kommissarischer Präsident Frank Nowag. (Archiv) Bildrechte: IMAGO

Insolvenzverwalter Reinhardt stellt sich den Spielern

Insolvenzverwalter Reinhardt wollte sich am Dienstag zu all diesen Dingen nicht äußern. Er kündigte aber an, am Mittwoch (22.01.) vor die Mannschaft treten zu wollen. Vielleicht wird dann klarer, ob und wie es mit Rot-Weiß Erfurt weitergeht.

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 25. Januar 2020 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2020, 19:00 Uhr

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