Fußball | Oberliga Rot-Weiß Erfurt: Warten auf die Entscheidung – Reinhardt trifft sich mit Vereinsspitze

Die Zukunft von Rot-Weiß Erfurt mitsamt des erhofften sportlichen Neuanfangs in der NOFV-Oberliga Süd ist noch längst nicht gesichert. Am Montag treffen sich die Vereinsverantwortlichen mit Insolvenzverwalter Volker Reinhardt. Eine der wichtigsten Fragen: Wie steht es um dessen Investoren-Verhandlungen?

Volker Reinhardt (Insolvenzverwalter FC Rot-Weiß Erfurt)
RWE-Insolvenzverwalter Volker Reinhardt. Bildrechte: imago images / Karina Hessland

Am Montagnachmittag (13. Juli) verhandeln die Führungsgremien von Rot-Weiß Erfurt mit dem Insolvenzverwalter Volker Reinhardt. Diese Verhandlungen waren am vergangenen Donnerstag (9. Juli) kurzfristig verschoben worden, weil der Insolvenzverwalter immer noch mit einem möglichen neuen Investor verhandelt hat. Ob eine Einigung erzielt worden ist oder die Verhandlungen endgültig gescheitert sind, dazu wollte sich Reinhardt am Montag auf MDR-Anfrage nicht äußern. Bestätigen wollte er lediglich das bevorstehende Treffen mit der Vereinsspitze.

Zwei Szenarien auf dem Tisch

Es gibt also zwei Szenarien: Reinhardt hat sich mit dem Investor geeinigt und will sich vor der Veröffentlichung noch intern mit den RWE-Vertretern abstimmen. Das wäre die beste Variante für den Verein, weil der Investor natürlich dringend benötigtes Geld mitbringen würde. Das schlechtere Szenario: Die Verhandlungen sind gescheitert und Reinhardt muss mit RWE über die Übertragung des Oberliga-Spielrechts für die neue Saison 2020/21 und der Nachwuchsabteilung verhandeln.

Diese Verhandlungen könnten aus mehreren Gründen schwierig werden. Der Insolvenzverwalter ist zwar offensichtlich bereit, das Spielrecht und den Nachwuchs aus dem Insolvenzbeschlag freizugeben. Dafür hatte er bereits Anfang Juni einen Vertrag ausgearbeitet. Bedingung ist allerdings, dass die Fortführung der Oberligamannschaft und der Nachwuchsabteilung gesichert ist.

Eine gesicherte Finanzierung sieht anders aus

Davon ist derzeit nicht unbedingt auszugehen, weil noch keine Verträge über die angeblich mündlich zugesagte Finanzierung in Höhe von insgesamt 300.000 Euro vorliegen. Vielmehr hat RWE-Ehrenpräsident Klaus Neumann – der bei den Verhandlungen am Montag nicht dabei sein wird – schon Kritik am neuen Vereinspräsidenten Hans-Dieter Steiger geäußert und seine Sponsorenzahlung in Frage gestellt. Auch Ex-Präsident Frank Nowag will seinen Beitrag nur leisten, wenn alle anderen Sponsoren mitziehen. Eine gesicherte Finanzierung sieht anders aus.

Aber nicht nur Reinhardt stellt Forderungen, auch RWE will nachverhandeln. Präsidium und Aufsichtsrat werden einen eigenen Vertragsentwurf in die Verhandlung einbringen. Kernpunkt: Sofortige Übertragung des Markenrechts an den "FC Rot-Weiß Erfurt e.V.". Reinhardt bietet nur eine Nutzung dieses Namensrechtes an. Das Namensrecht ist das Wertvollste, was der Verein noch besitzt – auch wenn sich ein konkreter Wert derzeit kaum beziffern lässt. Mit einem sportlichen Aufstieg würde der Markenwert aber deutlich steigen.

RWE will Reinhardt-Forderungen nachverhandeln

Laut ursprünglichem Vertragsentwurf will Reinhardt eine 5-prozentige Beteiligung an allen Einnahmen, also aus Vermarktung und Merchandising, Sponsorengeldern, Zuschauer- oder Transfereinnahmen. Auch hier will RWE nachverhandeln. Für von ihm bereits angebahnte Sponsoren-Deals will Reinhardt einen 30-prozentigen Anteil. Auch darauf will die RWE-Spitze nicht eingehen. Allerdings handelt es sich dabei nur um zwei Sponsoring-Deals, die den Rot-Weißen sofort eine niedrige sechsstellige Summe einbringen würde. Es herrscht extremer Zeitdruck. Einigen sich Insolvenzverwalter und Verein nicht zeitnah, steht die Oberliga-Saison auf der Kippe. Die Spielzeit beginnt voraussichtlich Mitte August und der Kader muss zusammengestellt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 13. Juli 2020 | 13:40 Uhr

5 Kommentare

66BB1966RWE vor 32 Wochen

Nein wicky, das sind wir nicht, erstaunt ist gemeint. 😏 Spaß bei Seite. Warum soll Herr Meyer aber auch himmelhochjauchzend vor die Kameras treten, wenn noch nicht alles unterschrieben ist. Euphorisch waren die bisherigen Entscheidungsträger allesamt. Was rauskam baden die jetzigen Gremien aus. Wir werden am Freitag etwas präsentiert bekommen, das wieder nicht allen passt. In diesem Sinne, NUR DER RWE.

vogeck vor 32 Wochen

Andere Protagonisten-gleiches Ergebnis, nämlich keins. Dieser aalglatte IV R. Hält uns wieder nur hin. Wie man in 4 Wochen eine Mannschaft ( konkurrenzfähig) aufbauen will bleibt mir ein Rätsel. Dazu noch die Aussage, dass man stillschweigen bis Ende der Woche vereinbart hat. Im Klartext-es passiert nichts.
Noch eine bitte an den MDR und die Printmedien. Bitte keine Fotos vom IV mehr zeigen-seine Kommentare, oder eher was er nicht sagt, reichen mir. Ich kann ihn nicht mehr sehen-den Totengräber des Vereins.

66BB1966RWE vor 32 Wochen

Welche Stunden ? Die Verhandlungen waren für 16 Uhr angesetzt und waren kurz nach 18 Uhr beendet. Man sollte sich eventuell ein wenig mit der Materie befassen, denn es ging ja heute wohl um alles. Das arbeitet man bestimmt nicht in 30 Minuten ab. Morgen steht das in der Zeitung und in den Medien was sich die Verantwortlichen dafür zusammenreimen, aus dem was Steiger und der AR Chef Reike Meyer danach verkündet haben. RWE hat eine Zukunft, wie erfahren wir angeblich am Freitag. Wir haben solange gewartet, da kommt es auf 3-4 Tage nicht mehr an. Nur der RWE.