Sachsen | Breitensport NOFV-Präsident Winkler sauer: "Organisierter Sport ist kein Privatvergnügen"

NOFV-Präsident Hermann Winkler hat die Auswirkungen der neuen sächsischen Corona-Schutzverordnung auf den Fußball und den Sport insgesamt kritisiert. Auch mit der Kommunikation der Landesregierung ist er nicht einverstanden.

Hermann Winkler 6 min
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Sport im Osten Sa 06.11.2021 16:00Uhr 05:56 min

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Sport im Osten Sa 06.11.2021 16:00Uhr 05:56 min

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Hermann Winkler, der Präsident des Nordostdeutschen- und Sächsischen Fußballverbands, hat sich alles andere als angetan von der Auslegung der neuen sächsischen Corona-Schutzverordnung gezeigt. Bei "Sport im Osten" kritisierte er auch die Kommunikation der Landesregierung rund um die Verordnung und den Zeitpunkt des Inkrafttretens.

"Unzufrieden, wie mit dem ehrenamtlichen Sport umgegangen wird"

"Wir sind absolut unzufrieden mit der Feststellung, dass der organisierte Sport Privatvergnügen sei. Wir sind ein Verband, wir sind gemeinnützig", so Winkler. Ebenso unzufrieden ist er damit, wie "mit dem ehrenamtlichen Sport umgegangen wird. Schön wäre es gewesen, man hätte uns vorher mitgenommen und die Texte vielleicht sogar abgesprochen", so der CDU-Politiker, der einst im Landtag in Dresden und im Europäischen Parlament in Brüssel saß.

"Tappen ziemlich im Dunkeln"

Aktuell wisse man gar nicht, wie die Zahl "10" an Ungeimpften auszulegen sei. Die Tatsache, dass die neue Corona-Verordnung nicht erst am Montag, sondern bereits ab dem Wochenende gelte, stifte bei den Vereinen "unheimlich viel Verwirrung". Einige hätten aus Angst vor Strafen sogar ihre Spiele abgesagt. Da "tappen wir ziemlich im Dunkeln und fordern eine bessere Einbindung", so der 58-Jährige, der von 2004 bis 2007 die sächsische Staatskanzlei leitete. Christian Dahms, Generalsekretär des sächsischen Landessportbunds, sprach bei der neuen Corona-Verordnung von einer "gewaltigen Herausforderung" für die Vereine. Zehn Personen plus die, die genesen oder geimpft sind, sind im Amateursport nun erlaubt.

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cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 06. November 2021 | 14:00 Uhr

8 Kommentare

Sharis vor 4 Wochen

"Ich finde ein Herr Winkler hat es perfekt formuliert...die Landesregierung spricht nicht mit den Vereinen und Verbänden sondern über sie hinweg.
Und das funktioniert einfach nicht. "

Es gibt einfach nichts zu besprechen- die Regeln sind klar, eindeutig und (medizinisch) begründet. Mit dem Virus bzw. dem Infektionsgeschehen kann man eben nicht auf der Basis von "wünsch dir was" diskutieren & verhandeln.

Es ist echt zum Verzweifeln, dass so viele Menschen das noch immer nicht begriffen haben. Sie schaden damit sich selbst und der Gemeinschaft, indem sie die Pandemie durch ihr Verhalten immer wieder verlängern.

Sharis vor 4 Wochen

Natürlich ist Amateursport eine private Aktivität- was denn sonst?
Die Teilnehmer*innen verdienen ja nicht ihren Lebensunterhalt damit wie im Profisport, darum wird beides auch unterschiedlich behandelt.
Wenn man eine Gleichbehandlung mit dem kommerziellen Sport wünscht, dann bitte auch mit aller Konsequenz, zB beim Steuern zahlen - aber DAS will man dann sicher nicht.

Ich verstehe ja völlig, dass die Leute ihrem Privatvergnügen nachgehen wollen, aber wie Herr Winkler hier versucht, sich die Begriffe & Regeln zurecht zu biegen, ist lächerlich - und angesichts der Inzidenzen auch fehl am Platz!

enigma vor 4 Wochen

Ich bin in einem kleinen Verein einer Randsportart. Bereits vor 4 Wochen haben wir dieses Thema diskutiert, weil bereits die Gefahr bestand das es aktuell wird. Deswegen bin ich erstaunt das Herr Winkler so bestürzt und überrascht ist.