Eingang zum Bruno Plache Stadion
Im Bruno Plache Stadion zeigten die Spieler nach Aufforderung des Trainers den Hitlergruß. Bildrechte: IMAGO

Fußball Lok Leipzig greift nach Nazi-Skandal durch

Übler Vorfall in einer Jugendmannschaft des 1. FC Lok Leipzig: Auf einem Mannschaftsbild zeigten die Spieler den Hitlergruß. Der Trainer soll sie dazu aufgefordert haben. Der Verein reagierte geschockt.

Eingang zum Bruno Plache Stadion
Im Bruno Plache Stadion zeigten die Spieler nach Aufforderung des Trainers den Hitlergruß. Bildrechte: IMAGO

Im Nachwuchs von Lok Leipzig hat es einen üblen Vorfall gegeben. Wie der Verein in einer Pressemitteilung erklärte, haben mehrere Spieler der ersten B-Jugend – im Schnitt 16 und 17 Jahre alt - nach einer Aufforderung des Co-Trainers auf dem Vereinsgelände für ein Mannschaftsfoto mit dem Hitlergruß posiert.

Als der Verein davon erfuhr, reagierte er prompt. Die beiden betreffenden Nachwuchs-Trainer wurden entlassen. Gegen den Co-Trainer wurde zudem Strafanzeige gestellt und ein lebenslanges Hausverbot verhängt. Die Spieler wurden aus dem Training genommen und sind bis zum Saisonende vom Spielbetrieb suspendiert. Auch der langjährige Nachwuchschef Jörg Seydler wurde zum Rücktritt aufgefordert.

Der FCL steht unter Schock! Das ist ein Schlag ins Gesicht jedes Sportlers, Vereinsmitgliedes und Menschen mit gesundem Menschenverstand.

Pressemitteilung von Lok Leipzig

Auf seiner Facebook-Seite schrieb der Verein am Freitagabend: "Beim Zeigen dieses Grußes handelt es sich nicht nur um den Straftatbestand der Volksverhetzung. Er steht stellvertretend für die millionenfache Ermordung von Menschen in einem Unrechtssystem. Das ist also weder ein Kavaliersdelikt noch eine Provokation oder gar ein 'Spaß'."

Vorfall wird aufgearbeitet

Bei einem Elternabend am Freitag wurden weitere Maßnahmen besprochen. Die Teenager sollen nicht fallengelassen werden. "Wir möchten unserer pädagogischen Verantwortung als Verein gerecht werden und gemeinsam mit dem LSB, dem Fanprojekt und den Jugendlichen den Vorfall aufarbeiten", erklärte Lok-Präsident Thomas Löwe. Deshalb beginnen in den nächsten Tagen in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund verpflichtende Workshops zum Thema Geschichte und Ideologie.

250 Kinder aus 22 Nationen beim 1. FC Lok

Von Vereinsseite hieß es, dass jegliche Formen von Diskriminierung "weder zum blau-gelben Fußball oder zu unserem Leitbild, noch zum Sport im Allgemeinen" passen. Beim 1. FC Lok spielen über 250 Kinder und Jugendliche aus 22 Nationen. Die erste B-Jugend-Mannschaft von Lok Leipzig ist Spitzenreiter in der Landesliga Sachsen.

Winkler lobt schnelle Reaktion des Vereins

Scharfe Kritik, aber auch Lob für die schnelle Reaktion des Vereines, gab es von Herrmann Winkler, Präsident des Sächsischen Fußballverbandes: "Solche Sachen haben im Fußball nichts zu suchen und sind beschämend. Ich finde es sehr positiv, wie konsequent der Verein die Vorkommnisse aufarbeitet."

sst/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 06. Mai 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2018, 13:50 Uhr

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59 Kommentare

07.05.2018 17:11 Sonne 59

@CERTAS können Sie fundierte Beweise vortragen, dass wirklich Alle in diesem Club diesem Gedankengut verfallen sind und dort ausschließlich das heben des rechten Armes trainiert wird?! Mich beschleicht da eher das Gefühl, dass der Frust des Abstieges des Ortsnachbarn verdammt tief sitzt. Derartige Pauschalisierungen wie der Ihren sind einfach nur billige Polemik. Nicht das Alle ausversehen Mitglied der gleichen Krankenkasse sind und die gleich mit daran gedreht haben. Ja, es gibt Patienten und die gehören behandelt und zwar links wie rechts gleichermaßen. Dafür wiederum gibt es zuständige Organe, welche nur mal konsequent die Gesetzgebung umsetzen bräuchten.

07.05.2018 09:26 CERTAS 58

Erst im März ist Lok zu einer Geldstrafe von 4000 Euro verurteilt wurden wegen rassistischer und rechter Parolen der Fans. Jetzt wieder das. Der ganze Club ist der Nährboden für solche Auswüchse. Und jedes Mal sind es Einzelfälle...gell

06.05.2018 17:47 wladimir 57

Haben oder hatten die Trainer kein Gehirn??

06.05.2018 14:58 Sonne 56

@Darkangel, mein letzter Kommentar zielte auf den Beitrag von @Ruud ab, nicht auf Ihren. Genauso deplaziert, wie die linken Kommentare, ist dieses unsäglich rechte Gedankengut. Wenn es nicht gegen die Nettiquette verstoßen wurden, würde ich sagen, verpisst euch beide. Und nein, nicht rechtfertig solche Aussetzer oder sollte garbeschönigt werden. Nur leider denken auch hier viele nur schwarz - weiss. Und ja, Bildung ist mich ein Hauptbestandteil, warum das Niveau jetzt dort angelangt ist, wo es ist. Und für die besonders Klugen hier, selbstreden ist Bildung nicht ausschließlich Bestandteil öffentlicher (Bildungs- u. Erziehungs)Einrichtungen. Erschreckend, dass man das explizit noch dazu schreiben muss.

06.05.2018 14:38 Marcel 55

Rechts-oder Linksextrem...macht keinen Unterschied... EXTREM IST GLEICH EXTREM und hat beides im Sport nichts zu suchen!

06.05.2018 14:26 Ernie 54

diese braune Brut und deren Sympatisanten hier im Forum sind an Heuchlerei kaum zu überbieten!
Wann wird dieser Sumpf in Probstheida endlich trockengelegt!!

06.05.2018 13:16 Max W. - ja, nee, iss klar... 53

@06.05.2018 11:03 hodoe (Warum zeigen hier viele mit dem Finger auf die Bildung. Für mich eine Ausrede! Was ist mit den Eltern? Haben diese ihre Zöglinge nicht im Griff oder herrscht daheim etwa der selbe Ungeist. Und warum spielen deren Söhne ausgerechnet in Probstheida? Es ist anzunehmen, dass das Bild für eine weitere Verbreitung zumindest in internen (asozialen) Netzwerken verbreitet werden sollte oder bereits ist. Daher war die schnelle? Reaktion des Vereins unabdingbar. Am. 2. Mai angeblich bekannt geworden und am 4. Mai reagiert....Man hätte das sicherlich am liebsten unter dem Tisch gehalten, war sich aber letztendlich sicher, dass es dafür zu spät war.)

Sie legen den Finger mitten in die Wunde, was eigentlich Aufgabe des MDR gewesen wäre. Und ihre Vermutungen liegen ziemlich sicher mitten im Ziel. Es ist auch kein Zufall, dass extremrechte Gruppen versuchen, über den Fussball in die gesellschaftliche "Normalität" einzusickern - dort ist man dafür schon vorbereitet.

06.05.2018 13:05 Uwe Wagner 52

osten/westen/westen/osten
Ich kann es nicht mehr mit ansehen was da so in den Hasenhirnen abgeht.
Aber nun noch die Jugend in diese Scheiße mit
hineinziehen....... Sorgt bitte dafür das da Ruhe hinein kommt. Den so ein Club braucht weder ost noch west.

06.05.2018 12:49 Max W. - ja, nee, iss klar... 51

@05.05.2018 20:15 Lutz Siedentopf (Aber die jungen Burschen sofort aus den Spielbetrieb zu nehmen ist völlig übertrieben. Die wissen doch gar nicht, was sie da gemacht haben.)

Ja, nee, iss klar: Woher sollten die das auch wissen, nicht wahr. Aber vielen Dank für die Vorführung der deutschen Generalapologetik: Das haben wir nicht gewusst. Dass diese lächerliche Gebetsformel jeden Beweis des Gegenteils unbeschadet übersteht in gewissen Milieus ist der Hintergrund dieser Sorte Kommentar.

06.05.2018 12:05 Sachse43 50

So etwas wünschte ich mir bei Roter Stern Leipzig und Chemie auch. Aber da sind es ja Linke.