Fußball | Regionalliga So läuft der Drittliga-Aufstieg 2020 ab

Direkter Aufsteiger? Stadionkapazität? Termine? Wir haben uns einmal die aktuellen Drittliga-Aufstiegsregelungen genauer angesehen. Im März fallen schon die ersten Entscheidungen.

Loskugeln liegen in einem gläsernen Lostopf
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Wer steigt in die 3. Liga auf - und wie?

Seit der Saison 2018/2019 hat sich die 3. Liga dazu bereit erklärt, von drei auf vier Absteiger aufzustocken. Entsprechend gibt es auch vier Aufsteiger aus den fünf Regionalligen. In der vergangenen Saison hatte die Regionalliga Nordost einen festen Aufsteiger, der Chemnitzer FC nutzte diese Chance. In dieser Saison ist der Weg steiniger. Der Nordost-Meister muss sich in Aufstiegsduellen durchsetzen und bekommt es mit dem Sieger aus dem Westen zu tun.

Rene Klingbeil (Feiert mit dem FC Carl Zeiss Jena 2017 den Aufstieg in die 3. Liga)
Gutes Omen? 2017 feierte Jena, hier mit René Klingbeil, den Aufstieg in die 3. Liga. Die Thüringer bezwangen den West-Vertreter Viktoria Köln. Bildrechte: IMAGO

Wie und wann laufen die Aufstiegsspiele Nordost - West ab?

Es wird ein Hin- und Rückspiel geben. Die genauen Termine beschließt das DFB-Präsidium. Das kommt am 6. März wieder zusammen. Ebenfalls im März soll ausgelost werden, wer zuerst Heimspiel hat. Die Regionalligen enden am 16. und 17. Mai, der Finaltag der Amateure ist für den 23. Mai geplant. In dessen Rahmen sollen alle Landespokalfinals stattfinden.

Raiko Richter (li.) und Fritz Keller im Gespräch.
DFB-Präsident Fritz Keller (re.) mit MDR-Sportchef Raiko Richter Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Situation in der Regionalliga West

Logo SC Verl 1924
Logo SC Verl 1924 Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der SV Rödinghausen führt die Tabelle an, hat aber bereits erklärt, keine Zulassung für die 3. Liga beantragen zu wollen. Nun kommen laut Paragraf 55b der DFB-Spielordnung die Verfolger ins Spiel: Der SV Verl sowie die beiden Ex-Bundesligisten Rot-Weiß Oberhausen und Rot-Weiss Essen liegen auf den folgenden Plätzen. Die besten Chancen hat gerade Verl, mit fünf Punkten Vorsprung und einem Spiel weniger als die Konkurrenz. Der Klub aus dem Kreis Gütersloh kündigte an, in die 3. Liga gehen zu wollen. Wermutstropfen wäre aber der Umzug in ein größeres Stadion. Im Gespräch sind Paderborn und Bielefeld. Im DFB-Pokal sorgte der SCV im heimischen Stadion "Sportclub-Arena" für Furore: Nach Siegen gegen Erstligist FC Augsburg und Zweitligist Holstein Kiel kam erst gegen Bundesliga-Aufsteiger Union Berlin das Aus.

Tabelle der RL West nach dem 25. Spieltag
  Spiele Tor-Differenz Punkte
1. SV Rödinghausen 23 + 41 56
2. SV Verl 20 + 35 49
3. RW Oberhausen 21 + 21 44
4. RW Essen 21 + 14 44

Feste Aufsteiger in dieser Saison

Die Meister der Regionalligen Südwest, Nord und Bayern steigen in diesem Jahr direkt auf: Aktuell wären das der 1. FC Saarbrücken, der VfL Wolfsburg II und Türkgücü München.

Die Zulassung zur 3. Liga

Neben der sportlichen Qualifikation müssen auch wirtschaftliche und so genannte technisch-organisatorische Voraussetzungen erfüllt werden. Die Zulassung lehnt sich an die Lizenzierung in der 1. und 2. Liga an. Ziel des Verfahrens ist es, die kommende Saison in finanzieller Hinsicht abzusichern. Dazu kommt die Pflicht der Bereitstellung eines den Zulassungsbedingungen entsprechenden Stadions. Verlangt werden 10.001 Plätze. Diese Bedingungen ist alles andere als unumstritten und sorgt bei den Klubs für tiefe Sorgenfalten. Der SV Rödinghausen hätte ein Stadion bauen müssen, das mehr Zuschauern Platz bietet als der Ort Einwohner hat.

SV Rödinghausen: Stadion
Das Stadion in Rödinghausen ist zu klein und kann auch nicht umgebaut werden. Bildrechte: imago/Thomas Bielefeld

Die Stadionfrage in den anderen Regionalligen

Der SV Rödinghausen verzichtet also auf den Aufstieg, mehr oder weniger freiwillig: "Die Realisation eines Neubaus ist weder wirtschaftlich noch nachhaltig", teilte der Klub am 13. Februar mit. Der SC Verl, dessen Stadion bei 5.153 Besuchern ausverkauft ist, muss umziehen. Saarbrücken bangt darum, dass der Umbau des Ludwigspark-Stadions bis zum Saisonbeginn endlich fertig wird. Derzeit spielt man im Ausweichort Völklingen. Türkgücü München zog zur Rückrunde in das Stadion an der Grünwalder Stadion um, dort passen 15.000 rein. Die Drittligisten 1860 München und Bayern München II sind dort bereits aktiv. Der VfL Wolfsburg II spielt derzeit im neu gebauten AOK-Stadion, dessen Kapazität mit 5.200 Plätzen nicht ausreicht. Die 26.000-Zuschauer fassende "Volkswagen-Arena" stünde bereit, ist für die meisten Partien der "kleinen Wölfe" aber auch völlig überdimensioniert.

Die Süd- und West-Seite der Volkswagen Arena, 2003
Die "Volkswagen-Arena" Bildrechte: IMAGO

Die Stadionfrage im Nordosten

Aus dem Schneider ist der aktuelle Drittliga-Absteiger FC Energie Cottbus, dessen Arena bereits drittligatauglich ist. Für den 1. FC Lok Leipzig wäre ein Kraftakt nötig, um das Bruno-Plache-Stadion infrastrukturell fit für die 3. Liga zu machen. Immerhin: Die Kapazität von über 10.000 Zuschauern reicht. Der aktuelle Tabellenführer VSG Altglienicke kickt derzeit im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Der bietet fast 20.000 Zuschauern Platz, soll aber 2020 abgerissen werden. Altglienickes Geschäftsführer Marco Schröder hofft auf einen schrittweisen Umbau. Ansonsten wäre guter Rat teuer: Das Olympiastadion ist zu groß, das Hertha-Amateurstadion zu klein, das Mommsenstadion von TeBe hat die Verwaltung bereits abgelehnt. Die alte Försterei von Union wäre für Partien wie gegen den 1. FC Magdeburg oder Hansa Rostock geeignet. Ansonsten aber sind die Mietkosten an der Wuhlheide zu hoch. "Schröder sagt über die DFB-Stadionanforderung: "Eine Kapazität von 10.001 ist schon ein Schuh, 5.000 wären angebracht."

Einlauf der Mannschaften ins Bruno-Plache-Stadion Leipzig
Das Bruno-Plache-Stadion von Lok Leipzig. Die Sanierung der Haupttribüne wird nun in Angriff genommen. Bildrechte: imago/opokupix

Wenn der Gewinner der Aufstiegsspiele keinen Zulassung erhält

Dann steigt der Verlierer auf. Scheitert auch der an der Zulassung, gibt es einen Absteiger weniger.

Wenn ein Drittligist keine Zulassung erhält

Der betroffene Klub wird automatisch ans Tabellenende gerückt. Alle anderen rücken eine Position auf. Der Verein auf dem ersten Abstiegsplatz hätte das rettende Ufer erreicht.

Mögliche mitteldeutsche Absteiger aus der 3. Liga

Mit Halle, Zwickau, Magdeburg, Chemnitz und Jena stehen alle fünf mitteldeutschen Teams in der zweiten Tabellenhälfte. Besonders Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena droht der Abstieg. Insgesamt könnten theoretisch vier mitteldeutsche Klubs absteigen.

Der RL-Nordost-Abstieg: Deckelung bei vier Vereinen

Regionalliga Nordost Logo
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Der fixe Absteiger ist bereits klar, durch den Rückzug ist es der FC Rot-Weiß Erfurt. Scheitert der Nordost-Meister in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga, gibt es einen weiteren Absteiger. Auch durch die Absteiger aus der 3. Liga wird entsprechend aufgestockt, aber nicht unbegrenzt. Bei einem oder zwei Drittliga-Absteigern würden es einen oder zwei weitere Regionalliga-Absteiger geben. Im Fall mit drei oder vier mitteldeutschen Absteigern aus Liga drei, würde sich laut Statuten die Anzahl der Klubs in der Regionalliga auf 19 bzw. 20 erhöhen.

red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 22. Februar 2020 | 16:00 Uhr

4 Kommentare

Gerald vor 31 Wochen

Dann spielt der Staffelsieger weiter Regionalliga! Wenn man in den Relegationsspielen als Verlierer dasteht, dann hat man auch nicht verdient aufzusteigen! Wo ist da das Problem! Das Lebbe geht weider das sagte mal der legendäre Trainer Stepi!!!

Alf vor 31 Wochen

Warum ein Debakel? Chemie spielt doch nicht die Relegation :-)

nomis vor 31 Wochen

Woher hast du dieses Wissen??