Fußball | Regionalliga Nordost Chemnitzer FC erarbeitet sich ersten Saison-Dreier

3. Spieltag

Das war wahrlich kein Sahnestück der jüngsten Regionalliga-Geschichte. Dennoch hat sich der Chemnitzer FC dank einer engagierten Vorstellung den ersten Saison-Dreier gegen den VfB Germania Halberstadt gesichert. Die Hausherren gewannen knapp mit 1:0 (0:0). Von Beginn an übernahm das Team von Daniel Berlinski das Ruder, hatte jedoch ordentlich mit der dicht gestaffelten Abwehrkette der Sachsen-Anhalter zu kämpfen. Letztendlich brauchte es einen Standard für die Entscheidung.

Tor für Chemnitz, Chemnitzer Spieler jubeln nach dem 1:0
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Chemnitz rennt an - Germania rührt Beton an

Im Stadion an der Gellertstraße war beiden Mannschaften das noch fehlende Selbstbewusstsein nach den zwei vorherigen Auftritten anzumerken. Sowohl beim Chemnitzer FC als auch bei den Gästen aus Halberstadt fehlte in der Anfangsphase eine spielerische Grundlage, um gefährliche Situationen heraufzubeschwören. Es brauchte eine Standardsituation für den ersten positiven Aufreger.

Nach einer Ecke der "Himmelblauen" lauerte Alexander Dartsch im VfB-Strafraum und versuchte, den Ball ins Tor zu stochern. Letztlich fehlten aber ein paar Zentimeter zum Torerfolg (13.). Nach gut einer halben Stunde war es dann Christian Bickel, der mit einem direkten Freistoß aus gut 25 Metern am stark parierenden Halberstadt-Keeper Florian Ambrosius scheiterte (32.).

Theo Ogbidi (27, Chemnitz) und Benyas Soloman Junge-Abiol (36, Halberstadt )
Die Gäste aus Halberstadt agierten zumeist mit einer Fünfer-Abwehrkette und bereiteten der CFC-Offensive ordentliche Kopfschmerzen. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg

Das Team von Danny König agierte im ersten Abschnitt fast ausschließlich defensiv und versuchte, die Angriffsbemühungen der Hausherren mit einer Fünferkette im Keim zu ersticken. Das gelang den Sachsen-Anhaltern aus dem Spiel heraus auch gut. Lediglich bei ruhenden Bällen wackelte der Abwehrblock der Germania etwas. Kurz vor dem Pausenpfiff wurde es noch einmal brenzlig für die Gäste: Lukas Knechtel erzielte nach einem Freistoß das vermeintliche 1:0, jedoch entschied Schiedsrichter Chris Rauschenberg im Nachhinein auf Abseits (43).

Müller der entscheidende Mann

Kurz nach dem Pausentee war es soweit für das Berlinski-Team. Nach einer Ecke von Paul Milde stand Tobias Müller goldrichtig an der kurzen Ecke und köpfte zur verdienten Führung für die Sachsen ein (49.). Danach versuchte die Germania im Offensivbereich noch einmal eine Schippe draufzulegen, konnte jedoch in der Chemnitzer Hälfte keine zwingenden Chancen herausspielen.

Lediglich der pfeilschnelle Benyas Solomon Junge-Abiol sorgte auf der rechten Außenbahn für etwas frischen Wind. Der erhoffte Ausgleich blieb dennoch aus. So schnappte sich der Chemnitzer FC am Ende einen wackligen, aber verdienten ersten Dreier der noch jungen Regionalliga-Saison. Bei Halberstadt steht dagegen weiterhin die Null auf dem Punktekonto.

Tor für Chemnitz
Der Moment des erzwungenen Glücks für den Chemnitzer FC. Tobias Müller nickt zum entscheidenden 1:0 ein (49.). Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg
Chemnitzer FC 1 min
Chemnitzer FC Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Das sagten die Trainer

Danny König (Halberstadt): "Wir wollten heute nicht von Anfang an in eine offene Feldschlacht rennen und Chemnitz die individuelle Klasse ausspielen lasssen. Deswegen waren wir in der Anfangsphase sehr passiv unterwegs. Es ist für uns schade, dass das entscheidende Tor nach einem Standard gefallen ist. Aus dem aktiven Spiel ist Chemnitz nicht besonders viel eingefallen. Zum Ende hin haben wir das Spiel noch lange offengehalten. Ich bin davon überzeugt, dass wir in nächster Zeit den Umschwung hinbekommen. Meine Jungs sind jung und lernwillig."

Daniel Berlinski (Chemnitz): "Der Sieg gibt uns auf jeden Fall Mut und etwas Sicherheit. Das war heute ganz wichtig. Bis zum 1:0 hatten wir das Spiel gut im Griff. Es war dennoch nicht einfach, weil Halberstadt sehr tief und kompakt stand. Erst danach wurde es etwas hektischer und schwieriger. Da haben wir den Mut verloren. Das müssen wir in Zukunft besser machen."

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tw

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 29. August 2020 | 16:30 Uhr

16 Kommentare

Marcel vor 26 Wochen

Vielleicht holt man noch einen Mittelfeldspieler und einen Stürmer, mit Qualität, der irgendwo in Liga 2 auf der Bank sitzt. Sonst wird es sehr mühsam.

AufmerksamerBeobachter vor 26 Wochen

“ hat manjedes Spiel dominiert. Aber Tore ”

Das ist das Problem des Ballbesitzes. Man muß dann genau wissen, was man damit anfaengt und vor allem wie man agiert, wenn man den Ball nicht mehr hat. Hertha2 kann so auftreten, sie muessen es, weil sie nur ueber Kombination und individuelle Klasse die Tore machen, die koennen nicht robust spielen. Man hat geshen, wie sie ins schwimmen und in Ratlosigkeit verfallen, wenn ihnen der Ball gleich in der eigenen Hälfte abgenommen wird von Chemie. Genau so hat Viktoria gespielt und Babelsberg hat die gleiche Spielanlage: Ball holen und schnell vors Tor. Dort knallts fuer den CFC.

Olinad vor 27 Wochen

Ich muß mich hier leider den Meinungen einiger User anschließen. Aktuell reicht es auch meiner Meinung nach nicht, wie von Herrn Berlinski ausgegeben vorn mitzuspielen, sondern nur eher für die 2. Hälfte der Tabelle. Ein guter Stürmer mit " Torriecher" ist mindestens noch erforderlich. Mit der Rückkehr von Zickert erwarte ich eine größere Stabilität in der Abwehr. In der Vorwärtsbewegung mit Ball ist die Fehlerquote weiter sehr hoch. Insbesondere Capullka ist ein Unsicherheitsfaktor. Ein Karsanidis mit 100% dürfte auf dieser Position besser sein. Unsere Stürmer haben kein Durchsetzungsvermögen. Sie sind mit einem leichten Schubser schon vom Ball zu trennen. Standards und Ecken sollte man weiter trainieren, um Gefahr zu erzielen und vielleicht auch dadurch einmal ein enges Spiel zu gewinnen. Das breit angelegte Spiel über die Außen sieht schon ab und zu nicht schlecht aus, allerdings ist auch der Raumgewinn bei vielen Aktionen gleich Null. Es gibt noch sehr viel zu tun!
Nur der CFC!