Fußball | Regionalliga Nordost Cottbus verliert auch drittes Saisonspiel

3. Spieltag

Der Fehlstart von Energie Cottbus in der Regionalliga ist perfekt. Am Samstag verloren die Lausitzer auch ihr drittes Saisonspiel. Bei der Niederlage gegen Viktoria Berlin enttäuschte der FC Energie vor allem spielerisch.

9 Nils Stettin (Energie Cottbus, l.), 5 Cimo Röcker (Viktoria Berlin)
Bildrechte: imago images/Steffen Beyer

Die Krise bei Energie Cottbus verschärft sich: Der frühere Bundesligist hat auch sein drittes Saisonspiel in der Regionalliga Nordost verloren. Gegen Viktoria Berlin kassierten die Lausitzer am Samstag (29.08.2020) eine 1:2-(0:1)-Niederlage. Mit null Punkten bleibt der Dritte der abgebrochenen Vorsaison damit im Tabellenkeller - zudem dürfte die Luft für Energie-Coach Sebastian Abt dünner werden. Viktoria Berlin setzt sich dagegen nach dem dritten Sieg im dritten Saisonspiel in der Tabellenspitze fest.

Nur eine Cottbus-Chance im gesamten Spiel

Mit einer Zahl lässt sich die Cottbuser Niederlage gegen die spielstarken Berliner anschaulich beschreiben: Der FC Energie hatte in der gesamten Partie nur eine Großchance! Diese nutzte Felix Brügmann kurz nach dem Wechsel nach tollen Pass von Max Kremer aus Nahdistanz (50.) zum zwischenzeitlichen 1:1. In der restlichen Spielzeit war das Gast aus Berlin tonangebend.

Viktoria spielbestimmend

Die Berliner erwischten gleich einen Traumstart, als Falcao einen Kopfball platziert zum 0:1 ins Eck einköpfte (12.). In der Folge sahen die 798 Zuschauer im Stadion der Freundschaft ein intensives und aggressiv geführtes Spiel mit vielen Fouls. Spielerisch setzte aber vor allem der Gast aus Berlin Akzente - viel ging dabei über den agilen Erhan Yilmaz. Cottbuser Angriffsbemühungen mit weiten und hohen Bällen waren dagegen meist sichere Beute der Viktoria-Abwehr.

Auch nach dem überraschenden 1:1 und in eine kurze Cottbuser Druckphase hinein agierte die Viktoria ruhig im Spielaufbau und übernahm so bald wieder die Kontrolle. Nach einem Lattentreffer von Yilmaz bei einem 17-Meter-Freistoß (58.) traf Shinji Yamada aus Nahdistanz zum verdienten 2:1 (60.). Der Berliner Sieg hätte nun noch höher ausfallen können. Cottbus blieb bis zuletzt bemüht - aber ohne echten Zug zum Tor.

Torjubel
Jubel über den Sieg bei Viktoria Berlin. Bildrechte: imago images/Steffen Beyer

Wie geht es mit FCE-Coach Abt weiter?

Nach der dritten Niederlage in Serie und weiterhin nur einem Sieg in acht Spielen 2020 wird die Luft für Energie-Coach Sebastian Abt immer dünner. In dieser Woche hatte Energie-Präsident Matthias Auth bereits in der "Lausitzer Rundschau" gesagt: "Wir haben dem Trainer signalisiert: Es müssen sich Dinge verändern. Wir sind überhaupt nicht zufrieden." Möglich, dass die beiden kommenden Spiele in Auerbach und gegen Halberstadt Entscheidungsspiele für den jungen Trainer werden.

Das sagten die Trainer

Benedetto Muzzicato (Berlin): "Wie meine Mannschaft von der ersten Minute an aufgetreten ist - das macht mich stolz. Wir müssen sogar effektiver sein, dann gehen wir hier mit einem höheren Sieg nach Hause. Aber wir nehmen die drei Punkte und die neun Punkte zum Saisonstart mit und freuen uns am Mittwoch das Berliner Duell gegen Altglienicke. Wie wir den Rückschlag zum 1:1 weggesteckt haben - das macht Mut und Lust zuzuschauen. Wir sind von unserem Weg überzeugt. Wenn wir alle Spieler an Bord haben und noch den einen oder anderen dazuholen, können wir die Überraschung der Saison werden. Als Favorit würde ich uns nicht nennen. Ich wünsche Cottbus alles Gute - der Klub gehört nicht in die Regionalliga."

Sebastian Abt (Cottbus): "Das Gegentor am Anfang hat uns nicht geholfen. Eine Flanke von außen, genau auf den Kopf, genau in den Winkel - das passt im Moment in unserer Situation. Gegen Ende er ersten Halbzeit wurden wir mutiger. Zu Beginn der zweiten Halbzeit haben wir das Momentum auf unserer Seite gehabt und verdient das 1:! erzielt. Dann wurden wir wieder unruhiger und haben kassierten die Niederlage. Das dritte Spiel in Folge, das nicht nach unseren Vorstellungen läuft. Wir haben den Mut nicht, wir haben den Spielfluss nicht. Dann ist es normal, dass wir auch das Selbstbewusstsein nicht haben. Da geht uns nicht viel locker von der Hand. Aber Aufgeben gilt nicht. Wir haben am Mittwoch in Auerbach die nächste Chance. Ich gehe davon aus, dass ich am Mittwoch auf der Bank sitze."

Dirk Hofmeister

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 29. August 2020 | 16:30 Uhr

1 Kommentar

Strafrechts-Profit-eur vor 12 Wochen

Wenn der Trainer nicht mehr weiter weiß, dann wird der Job zur Quälerei.
Wem tut man damit einen Gefallen - außer dem Arbeitsamt?