Fußball | Regionalliga Lok Leipzig dreht Rückstand bei Hertha BSC II

18. Spieltag

Lok Leipzig hat bei Hertha BSC II nach Rückstand mit 2:1 (0:1) gewonnen und sprang kurzfristig bis zum Cottbusser Erfolg am Samstag gegen Altglienicke auf Platz eins. Überschattet wurde der Sieg von einem Rassismus-Vorwurf. Der FCL bezog daraufhin klar Stellung.

In der ersten Halbzeit ging der Hertha-Nachwuchs durch Lazar Samardzic (31.) in Führung. Nach dem Seitenwechsel drehten die Leipziger den Rückstand durch Tore von Robert Zickert (64.) und Matthias Steinborn (77.) und verteidigten den knappen Vorsprung bis zum Schlusspfiff. Am Samstag treffen die VSG Altglienicke und Energie Cottbus aufeinander und können Lok wieder von der Spitze verdrängen.

Rassismus gegen Jessic Ngankam?

Überschattet wurde der Sieg von einem Rassismus-Vorwurf. Der Herthaner Jessic Ngankam soll durch Affenlaute aus der Lok-Fankurve und von einem Lok-Spieler rassistisch beleidigt worden sein. Der Leipziger Co-Trainer Nicky Adler sagte dazu gegenüber dem MDR: "Angeblich soll einer unserer Spieler zu dem Spieler von Hertha 'Affe' gesagt haben. Ich habe es nicht gehört. Wenn es so war, ist es wahnsinnig traurig. Es gibt leider immer Unbelehrbare."

Zudem bekräftigte der 1. FC Lok, in dessen Mannschaften Spieler mit Wurzeln aus 32 Nationen aktiv sind, diesbezüglich am Samstagvormittag auf seiner offiziellen Homepage die im Vereinsleitbild verankerten Werte wie Fairness, Respekt und Miteinander. "Zudem wird seit Jahren mit verschiedenen Aktionen klargemacht: Lediglich zwei Farben interessieren uns - Blau und Gelb. Rassismus hat bei uns keinen Platz und das wissen alle! Falls es aber immer noch Menschen geben sollte, die sich als blau-gelbe Anhänger bezeichnen und das nicht kapiert haben, muss ihnen klar sein, dass Probstheida keine Heimat für sie ist", lautete das ausdrückliche Statement.

Stimmen zum Spiel:

Matthias Steinborn (Torschütze Lok Leipzig): "Berlin ist eine brutal spielstarke Mannschaft, hat ein Riesen-Tempo, wenn ich allein an den Siebener denke. Ich glaube, so schnell ist nicht mal Usain Bolt."

Jessic Ngankam (Hertha BSC II): "Natürlich wird man geschult, nicht so emotional zu reagieren. Es trifft einen aber trotzdem. Beleidigungen sind leider Alltag im Fußball, das kann ich einstecken. Aber rassistische Beleidigungen sind ein No-Go. Das Wort 'Affe' hat auf dem Platz nichts zu suchen."

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red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 07. Dezember 2019 | 16:30 Uhr

8 Kommentare

Chili Palmer vor 50 Wochen

Außer vielleicht die Schatzmeister unserer künftigen Staffelgegner, denn das, was MD oder J auswärts so aufbieten, kriegen wir auch locker hin, insbesondere in der Aufstiegssaison. Aber ganz im Ernst: Ich persönlich sehe den FCL vereinsstrukturell und in der finanziellen Aufstellung längst nicht drittligareif. Der Aufstieg wäre für mich ausschließlich dann eine notwendige Option, wenn die im Unterholz entgegen der aktuellen Perspektive doch die Klasse halten sollten.

Maxi B. vor 50 Wochen

Auf dem Platz fallen doch nunmal etliche Schimpfwörter - wie in jeder Sportart. Wenn zu einem Weißen "Affe " gesagt wird stört es keinen. Irgendwie ist das komisch. Erst eine bestimmte Interpretation dieser Bezeichnung wird doch zum Rassismus. Manche sagen ganz ohne irgendwelche Hintergedanken auch Affe zu anderen - egal welche Hautfarbe.

mississippi vor 50 Wochen

Alles gute FCL, mit der derzeitigen Verletztenliste musst du erstmal bei Hertha bestehen