Fußball | Regionalliga Nordost Jena einen Tick besser - Chemie Leipzig erstmals in der Saison geschlagen

7. Spieltag

Nun ist es passiert: Die BSG Chemie Leipzig hat die erste Saison-Niederlage gegen den FC Carl Zeiss Jena kassiert. Viele Chancen für die Grün-Weißen reichten nicht, um den Lauf der Thüringer zu stoppen, die durch ein 2:0 im Alfred-Kunze-Sportpark ihren dritten Sieg in Folge feierten.

Torraumszene 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR aktuell 21:45 Uhr Mi 23.09.2020 21:45Uhr 02:14 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Jenaer Führung - Chemie mit Riesenmöglichkeiten

Nach ausgeglichenem Spiel übernahmen die Leutzscher nach zehn Minuten das Kommando. Zählbares sprang dabei aber nicht heraus. Cleverer stellten sich in der Phase die Jenaer an, die in der 17. Minute in Führung gingen. Ein Ball fand den Weg in die Spitze und Pasqual Verkamp spitzelte das Spielgerät an Chemie-Schlussmann Benjamin Bellot vorbei über die Linie. Danach war es aber erst einmal mit der Offensivfreude der Gäste vorbei, denn nun spielte fast nur noch Chemie. Und das Jagatic-Team hatte Chancen. Alexander Bury mit einem deftigen Schuss (22.) verfehlte das FCC-Gehäuse um Millimeter. In der Schlussphase der ersten Hälfte legten die Gastgeber noch eine Schippe drauf und belagerten das Jenaer Tor. Die Thüringer konnten sich bei ihrem Keeper Lukas Sedlak bedanken, der bei dicken Möglichkeiten von Bury, Stefan Karau und Stephane Mvibudulu (42./44./45.) kühlen Kopf behielt und den Ausgleich verhinderte.

Pasqual Verkamp (7, Jena) und Burim Halali (28, Chemie)
Duell zwischen dem 1:0-Schützen Pasqual Verkamp und Chemies Abwehrstrategen Burim Halali. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag

Gastgeber versuchen es - Jena macht den zweiten Treffer

Nach der Pause biss sich die BSG Chemie weiter an den Jenaern die Zähne aus. In der 54. Minute scheiterte Mvibudulu aus Nahdistanz am wieder hervorragend reagierenden Sedlak. Das Anrennen eröffnete den Thüringern natürlich Räume. Fünf Minuten später war Maximilian Oesterhelweg auf und davon, Bellot bekam aber bei seinem Schuss noch die Fingerspitzen dran. In der Schlussphase wollten es die Leutzscher noch einmal wissen, doch das Spielgerät wollte einfach nicht über die Linie. Morgan Fassbender und Mvibudulu trafen stattdessen nur das Außennetz. Selbst Bellot stürmte mit nach vorn – und hinten war das Tor leer. Mit der letzten Aktion des Spiels gelang den Jenaern noch das 2:0 durch den kurz zuvor eingewechselten Can Düzel - sein Kullerball landete im Chemie-Kasten.

Rene Lange und Morgan Fassbender
Kampf um den Ball: Jenas Rene Lange und BSG-Spieler Morgan Fassbender. Bildrechte: Picture Point

Stimmen zum Spiel:

Dirk Kunert (Trainer FC Carl Zeiss Jena): "Heute bin ich absolut zufrieden. Die Jungs haben alles reingeworfen. Ich denke, dass wir eine sehr gute Anfangsphase hatten. Wir machen dann das 1:0 und hatten nach meiner Meinung das Spiel bis zur Pause im Griff. In der zweiten Hälfte machte Chemie Druck, wir mussten viel verteidigen. Zum Schluss hatte Chemie noch zwei gute Möglichkeiten, die Sedlak klasse verhinderte. Und dann kam unser Lucky Punch. Man muss auch mal so ein Spiel gewinnen."

Miroslav Jagatic (Trainer BSG Chemie Leipzig): "Wir haben unsere Torchancen nicht genutzt, so ist halt der Fußball. In Meuselwitz hatten wir eine brutale Effizienz, diesmal nicht. In der zweiten Hälfte spielen wir auf ein Tor, Jena setzte die Nadelstiche. Ich habe dann aufgehört zu zählen, wie viele Möglichkeiten wir hatten. Wir bereiten das Ganze noch einmal auf, analysieren das Spiel und dann haken wir es ab. Wir werden uns schütteln und wieder aufstehen, denn es waren viele positive Dinge dabei."

Stephane Mvibudulu (Chemie-Stürmer): "Heute hat uns die Effizienz gefehlt. Wir haben alles versucht, der Ball ist einfach nicht reingegangen. Trotzdem haben wir uns nicht entmutigen lassen und sind immer wieder drauf. Leider hat es nicht gepasst, es wird auch wieder ein anderes Mal geben. Gott sei Dank ist das nächste Spiel (Viktoria Berlin am Samstag, d.Red.) nicht mehr so lange hin. Da wird der Ball hoffentlich wieder reingehen."

jmd

Videos aus der Regionalliga

Spielszene
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle anzeigen (93)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 23. September 2020 | 19:00 Uhr

26 Kommentare

Wurscht vor 5 Wochen

Die Differenz wird sich wohl aus Dauerkarteninhabern ergeben, die es wegen Arbeit & längerer Anfahrt nicht zum Spiel geschafft haben. War ja immer noch ein Mittwoch, an dem da gespielt wurde.

Stealer vor 5 Wochen

So, die Leutscher mühelos vernascht (der Sieg hätte schon noch ein paar Tore höher ausfallen können) und jetzt weiter in Richtung Wiederaufstieg.

Und wehe jemand kommt jetzt mit der Realität, dass die drei Punkte glücklich sind und so - das will ich einfach nicht hören...

Okay, Spass beiseite: der FCC findet sich offenbar trotz aller Widrigkeiten schneller zurecht als gedacht, auch wenn dieses Spiel keine Offenbarung war. Aber nun gut, der Torwart gehört ja auch zur Mannschaft und Tore muss man halt erstmal schießen und es nicht nur probieren.

Aber wenn Chemie so weiter macht, dürften sie jeder Mannschaft der Liga Probleme bereiten.

RoRo Sachse in NRW vor 5 Wochen

Laut eurer eigenen Homepage waren aber gegen Jena 2500 Zuschauer zugelassen. Aber eigentlich auch egal, Corona schlägt sich derzeit bei fast jedem Verein negativ nieder. Hygienekonzepte, die allgemeine Unsicherheit und auch das derzeitige "Überangebot" an Livespielen (<-keine Kritik!) , lässt so manchen Fan lieber zu Hause bleiben.