Fußball | Regionalliga Nordost Lok Leipzig schießt sich gegen TeBe den Frust von der Seele

10. Spieltag

Nach vier sieglosen Partien hat der 1. FC Lok Leipzig in der Regionalliga wieder drei Punkte eingefahren. Gegen Tennis Borussia Berlin setzte sich die Mannschaft von Almedin Civa am Freitagabend deutlich mit 4:0 (2:0) durch. Die Gäste aus Berlin mussten dabei allerdings auch über eine Stunde in Unterzahl auskommen.

Lok-Trainer Almedin Civa hatte im Vorfeld mit personellem Notstand zu kämpfen. Neben den verletzten Mike Eglseder und Robert Berger fehlte auch Maik Salewski mit einer Gelbsperre. Luca Sirch und Edvardas Lucenka sollten die Ausfälle kompensieren. Als einzige Spitze trat wie gewohnt Djamal Ziane auf.

Früher Doppelschlag für Lok

Vor 1.755 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion begann Lok äußerst druckvoll und durfte nach sieben Minuten bereits das erste Mal jubeln. Ein Freistoß aus zentraler Position von David Urban wurde von der TeBe-Mauer zunächst geblockt, den Nachschuss setzte Leon Heynke aber sehenswert ins linke untere Eck (7.). Die frühe Führung gab den Blau-Gelben ordentlich Rückenwind, sodass keine drei Minuten später erneut Jubel im "Bruno " aufbrandete. Nach einem schnell Gegenstoß über die rechte Seite legte Lucenka die Kugel quer zu Gabriel Boakye, der keine Mühe hatte, zum 2:0 einzunetzen (10.).

Die Gäste aus Berlin waren sichtlich beeindruckt und verzeichneten erst nach 24 Minuten den ersten richtigen Abschluss durch Rudolf Ndualu. Lok-Keeper Kannes Tasche war aber auf dem Posten. Nach einer halben Stunde musste TeBe dann den nächsten herben Nackenschlag hinnehmen. Der bereits Gelb vorbelastete Matt rauschte ungestüm in Jäpel und wurde frühzeitig zum Duschen geschickt (28.). Mit dem Mut der Verzweiflung rannte die Borussia im Anschluss an und drückte auf den Anschlusstreffer. Ndualus Abschluss kurz vor der Pause konnte Tasche aber erneut klären (44.).

Gabriel Boakye und Damir Mehmedovic jubeln
Nach dem 2:0 von Gabriel Boakye befand sich die Loksche endgültige auf der Siegerstraße (10.). Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Lok weiter angriffslustig

Kurz nach Wiederanpfiff sorgten die Hausherren dann für die frühe Vorentscheidung. Nachdem Ziane zunächst freistehend aus nächster Distanz den Kasten verfehlte, machte er es einige Sekunden später besser und verwertete einen hohes Zuspiel eiskalt im kurzen Eck (47.).Die Messe war mit dem dritten Tor endgültig gelesen – und Lok machte weiter Dampf. Nach einem kurz ausgeführten Freistoß visierte Farid Abderrahmane im rechten Sechzehner das lange Eck an, fand aber in TeBe-Schlussmann Ertugrul Aktas seinen Meister (60.).

Der vierte Treffer ließ dennoch nicht lange auf sich warten. Der quirlige Boayke tankte sich mit einer schönen Einzelaktion auf dem rechten Flügel durch und legte den Ball quer in den Strafraum. Dort stand Jäpel am zweiten Pfosten goldrichtig und netzte zum 4:0 ein (66.). Bis auf einen Distanzschuss des eingewechselten Fatlum Elezi (79.) hatten die Gäste dem Blau-Gelben Sturmlauf nichts mehr entgegenzusetzen. So siegten die Probstheidaer dank einer spielerisch einwandfreien Leistung auch in der Höhe verdient.

Stimmen zum Spiel

Markus Zschiesche (Trainer TeBe): "Der Abend ist nicht zufriedenstellend. Die ersten 15 Minuten haben wir verschlafen. Meine Mannschaft hat danach aber eine Reaktion gezeigt. Die Gelb-Rote Karte war sehr fragwürdig, das hat der Schiedsrichter nicht sauber gemacht. Man muss aber auch klar sagen, dass wir in der zweiten Halbzeit auch mit 7:0 hätten verlieren können. Wir haben es trotzdem noch einmal versucht. Im Zentrum müssen wir einfach konsequenter in die Zweikämpfe gehen. Wir nehmen die Klatsche aber so hin und werden weitermachen."

Almedin Civa (Trainer Lok Leipzig): "Ich habe im Vorfeld gesagt, TeBe ist kein Aufsteiger für mich. Wir haben so gespielt, wie man sich das vorstellt und hochverdient gewonnen. Ob uns die Gelb-Rote Karte in die Karten gespielt hat, will ich nicht beurteilen. Fakt ist, dass wir bis dahin alles im Griff hatten. Nach der Niederlage gegen Altglienicke haben wir eine überragende Reaktion gezeigt. Die Jungs haben sich für ihren Aufwand belohnt."

Djamal Ziane (Lok Leipzig): "Der Sieg tut sehr gut. Ich glaube, wir waren klar besser. Das einzige Manko ist mal wieder die Chancenverwertung. Ohne das es arrogant klingt, aber wir hätten acht Tore machen müssen. Ich war schon sauer, dass ich das Tor erst nicht getroffen habe. Ich dachte, ich bin im falschen Film. Jetzt haben zumindest alle in den nächsten Wochen was zu lachen. Ich war aber froh, dass ich es danach wieder gerade biegen konnte."

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jsc

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Sport im Osten | 17. Oktober 2020 | 16:30 Uhr

7 Kommentare

Feldspieler vor 1 Wochen

TeBe ist ein echt sympathischer Verein, aber heute schlug das 💙💛Herz. Toll, die Spielfreude zu sehen und endlich die Konsequenz im Abschluss. Die Neuzugänge müssen es jetzt reißen und sie alle haben gestern sehr gut geliefert. Das sah wirklich sehr gut aus. Chapeau an Team und Trainer! COVID-19 wird auch dieser Saison erschweren, in dem Sinne geht es ums wirtschaftliche Überleben und da hat Lok mit Vernunft und Augenmaß bislang alles richtig gemacht. Weiter so💛💙!!!

Elles vor 1 Wochen

Ich fand das trotz des naßkalten Wetters es ein tolles Spiel unseres FCL war. Die Mannschaft war von der 1. Sekunde an im Vollgasmodus so das sich die 1755 Hartgesottenen erwärmen konnten . Besonders gefallen hat mir Boakye und Lucenka. Auch die Arbeit des Trainers ist lobenswert , in scheinbarer Ruhe und Geduld formt er unsere neue Mannschaft. Bitte weiter so !!!

Darozinho vor 1 Wochen

Von Anfang an wie eine Heimmacht aufgetreten und durch Cleverness (wie auch gg. BAK) einen frühen Platzverweis provoziert. Die LOK hat heute richtig Spass gemacht! Besonders gut haben mir heute Boakye, Sirch, Lucenka und Jäpel gefallen... Auch wenn 2 bis 3 Teams dieses Jahr eine Nummer zu gross sind für uns, macht es trotzdem Spass den Jungs zuzusehen! Weiter so...