Fußball | Regionalliga Nordost Auerbacher Abwehr-Chaos hilft Cottbus aus der Krise

4. Spieltag

Der VfB Auerbach hat sich am Mittwochabend als eine Art Krisenhelfer des FC Energie Cottbus gezeigt. Die Vogtländer kassierten gegen die mit neuem Trainer angereisten Lausitzer eine herbe Heimpleite.

Zweikampf zwischen Florian Bruegmann Energie Cottbus, 2, und Thomas Stock VfB Auerbach
Florian Brügmann (li.) gegen Auerbachs Thomas Stock Bildrechte: imago images/Jan Huebner

In einem Spiel sind zwei Serien gerissen! Auerbach verliert gegen Cottbus nach zwei Siegen erstmals wieder mit 2:5. Energie schießt sich nach drei Auftaktpleiten den Frust von der Seele und beendet seine Krise.

Ähnliches Muster

Nach der Entlassung von Sebastian Abt tauschte Energies Interimscoach Tim Kruse nur auf einer Position, brachte Niclas Erlbeck für Patrick Storb. Dennoch zeigte die Truppe emotional ein ganz anderes Auftreten.

Zunächst hielt Auerbach eng am Mann dagegen, war sehr aggressiv in den Zweikämpfen. Die Lausitzer schienen davon zunächst genervt, blieben aber dran und erspielten sich so mit einem Doppelschlag die verdiente 2:0-Führung. Erst nickt Nils Stettin (27.) das Leder ein, dann spitzelte Felix Brügmann die Kugel zum zweiten Treffer innerhalb von vier Minuten in die Maschen. Das Muster war zweimal ähnlich: Flanke aus dem Halbfeld und die VfB-Verteidigung stand jeweils überall nur nicht am Mann.

Vogtländer vogelwild

Die Vogtländer wirkten in der Phase vogelwild, sehnten eigentlich nur die Pause herbei. Aber aus dem völligen Nichts tat sich in der Cottbuser Hintermannschaft rechts hinten eine Lücke auf. Yannic Voigt verwandelte eiskalt in die lange Ecke zum Anschluss (41.). Die VfB-Fans vergasen fast zu jubeln, so überraschend war der Treffer. Erst mit etwas Verzögerung erschallte doch noch der Torschrei. Und der hallte auf dem Spielfeld nach! Stock kam mit dem Kopf vor dem herausgeeilten Torwart Tim Stawecki an den Ball, einen Meter vor der Linie wurde der Ball noch weggegrätscht (45.).

Solo im Stil von Maradona

Zur zweiten Hälfte war klar, dass Auerbach das Heil gegen den anfälligen Ex-Bundesligisten in der Offensive suchen müsste. Doch dazu kam es nicht. Denn schon bei der ersten Angriffsaktion der Gäste nutzte Felix Geisler das erneute Abwehr-Chaos zum 3:1 (47.). Gerade als die Sachsen nochmal begannen zu drücken, legte Florian Brügmann ein irres 60-Meter-Solo im Stile von Diego Maradona hin und schoss zur 4:1-Vorentscheidung (61.) ein. Dass Seidel per Kopf noch verkürzte (2:4/80.), brachte nichts, weil Stettin im Gegenzug das Ding zum 5:2-Endstand ins Netz knallte (82.).

Tim Kruse Energie Cottbus, gibt Anweisungen, gestikuliert mit den Armen.
Tim Kruse feierte einen gelungenen Einstand Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Das sagten die Trainer

Tim Kruse (Cottbus): "Wir haben alles umgesetzt, was wir gefordert haben und unser Plan war. Wir wollten die langen Bälle von Auerbach abfangen und daraus unser Spiel entwickeln. Das ging gut auf."

Sven Köhler (Auerbach): "Wir haben es nicht geschafft, dauerhaft mit Aggressivität dagegen zu halten. Die Tore in der zweiten Hälfte waren dann wie ein Hammer auf den Kopf. Wer gedacht hat, hier kommt eine Energie-Truppe, die gar nichts auf die Reihe kriegt, wurde heute eines Besseren belehrt."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 02. September 2020 | 21:45 Uhr

0 Kommentare