Fußball | Regionalliga Dunkle Wolken über Leipzig-Leutzsch

5. Spieltag

Die BSG Chemie Leipzig wartet auch nach fünf Spielen weiter auf den ersten Sieg. Im Mittwochsspiel kassierten die Grün-Weißen gegen Union Fürstenwalde eine derbe 1:4-Klatsche.

Dabei zeigten die Gastgeber die altbekannten Schwächen in der Offensive, leisteten sich aber auch einige Aussetzer im Spielaufbau. Die kompakt stehenden Gäste verdienten sich den Sieg mit einer abgezockten Leistung, nutzten dabei auch ihre Möglichkeiten eiskalt.

Zweikampf um den Ball zwischen Denny Krahl (Linker Verteidiger Chemie Leipzig, Rueckennummer 36) (vorn mitte)und fue17 (re.) im Spiel Chemie Leipzig gegen Fürstenwalde.
Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Chemie-Abwehr nicht sattelfest

Jubel nach dem 0:1 von Darryl Geurts, Union Fürstenwalde.
Fürstenwalder Freude nach dem Führungstreffer von Darryl Geurts. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Leipzigs Trainer Miroslav Jagatic baute im Angriff um, Tommy Kind und Denny Krahl durften ran. Und auch die drei Ausfälle in der Fürstenwalder Defensive sorgten für leichten Optimismus. Das Spiel begann dann auch verheißungsvoll. Nach 13 Minuten zirkelte Daniel Heinze einen Freistoß aus 24 Metern knapp neben das linke Lattenkreuz. Was aber auch da schon auffiel: Die Leipziger waren in der Defensive nicht immer sattelfest. Zunächst konnte Benjamin Bellot noch bei einem Flachschuss in der 14. Minute klären. Dann war er wenige Sekunden später geschlagen, als Kemal Atici auf der rechten Seite marschierte, den Ball flach auf die gegenüberliegende Seite auf Darryl Geurts passte. Der Knipser netzte ein, Bellot bekam erst hinter der Torlinie die Hand dran.

Chemie zunächst geschockt, schüttelt sich und legt dank Alexander Bury den Schalter um. Nach einer der vielen Eckbälle von der linken Seite verlängerte Bury den Ball per Kopf an die Querlatte. Weitere Versuche verpufften allerdings. Dazu kamen zwei katastrophale Passfehler in der Spieleröffnung, die Fürstenwalde zum Glück nicht nutzte.

Zweikampf um den Ball zwischen Alexander Bury (Chemie Leipzig,) (li.) und Kemal Atici (Fürstenwalde).
Zweikampf zwischen Chemie-Spieler Alexander Bury und dem Fürstenwalder Kemal Atici. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Gäste abgezockt - Leutzscher brechen ein

Benjamin Bellot (Torwart Chemie Leipzig) (re.) streckt sich nach einem Schuss von Darryl Geurts.
BSG-Keeper Benjamin Bellot streckt sich nach einem Schuss von Darryl Geurts. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Nach dem Wechsel zog sich der Gast zurück, wartete auf Fehler. Chemie mühte sich, Max Keßler fehlten in der 53. Minute nur wenige Zentimeter. Dann bestraften die Fürstenwalder die Chemie-Unsortiertheiten eiskalt. Gleich zweimal reichte ein Pass, um die gesamte Abwehr auszuhebeln. Beim 0:3 war das Spiel eigentlich durch.

Kurze Hoffnung keimte auf, als Phillipp Wendt aus sechs Metern zum 1:3 einnetzte. Da waren noch 18 Minuten zu spielen, doch  sechs Minuten später machte der gerade eingewechselte Paul Maurer mit einem direkt verwandelten Freistoß alles klar. Zuvor hatte Björn Nikolajewski nach einem Foul Rot gesehen.

Benjamin Bellot (Torwart Chemie Leipzig) enttäuscht nach vier Gegentoren.
Ein nachdenklicher Bellot nach vier Gegentoren. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Das sagten die Trainer

Matthias Maucksch (Fürstenwalde):  "Ich freue mich, das war so nicht zu erwarten. Wir wussten, was auf uns zukommt. Es sah ganz gut aus, gerade bei Ballbesitz. Wir haben den Gegner aber durch einfache Fehler auch immer wieder eingeladen. In der Pause sagten wir, wir wollen weiter nach vorn spielen. Ich wusste, die Leutzscher werden alles nach vorn werfen. Dann haben wir es entschieden mit sauberen Kombinationen und einem ordentlichen Freistoß durch Paul Maurer. Glückwunsch an mein Team."

Miroslav Jagatic (Chemie Leipzig): "Glückwunsch an Fürstenwalde. Es ist ärgerlich, wir hatten mehr Ballbesitz, waren im letzten Drittel aber nicht zwingend. Wir hatten sieben Ecken in Folge. Wie das erste Tor fällt, will ich nicht kommentieren, das hat gezählt. Im Abschluss waren wir zu harmlos. Wir waren guter Dinge, kamen wieder nicht richtig in die Box. Danach laden wir den Gegner bei den Gegentoren ein. Fürstenwalde hat halt die Erfahrung. Nach dem 1:3 die rote Karte und dann als Sahnehäubchen den Freistoß. Das war ein gebrauchter Tag. Dass es eine anstrengende Saison wird, wussten wir vorher. Bitter ist, dass wir im eigenen Stadion ausgekontert wurden. Das müssen wir analysieren. Kopf hoch, weiter geht es."

rei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 29. August 2019 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

Sorgloser Brite vor 40 Wochen

Das war ein echt bescheidener Spielverlauf, das 0:1 kann man auch abpfeifen da vorher Benny Schmidt eindeutig gefault wird und sogar verletzt runter muss. Aber insgesamt eine ziemlich verdiente Niederlage, denn der Angriff nicht vorhanden bzw mega harmlos. Das Mittelfeld nur mit Bury ohne jegliche Unterstützung und die Abwehr eine einzige Katastrophe. Das war ein bitterer Abend,aber vielleicht zur rechten Zeit. Denn nach den ersten Spielen haben viele (Ich auch) gedacht, wir können gut mithalten... naja Mund abputzen und nach vorne schauen. Da einzig Positive gestern, war wie immer die Unterstützung von den Rängen. Es gab keine Pfiffe und Vorwürfe und Stimmung bis zum bitteren Ende. Leider können die Fans keine Tore erzielen;-).

Chemieschwein vor 40 Wochen

Fürstenwalde gnadenlos effizient , und dann verliert man halt , wenn man keine Tore schießt und die zur Haufe erarbeiteten Chancen nicht nutzt . über 3000 Zuschauer zum Mittwoch 17:30 Uhr , das kann sich sehen lassen. Gegen den Mitaufsteiger am Sonntag wirds nicht leichter , Schmidt verletzt , Druschky fällt auch scheinbar länger aus und über die rote Karte kann sich streiten , man kannse geben , im Vergleich zu dem Brutalofoul gestern , kein Vergleich . abputzen weiter gehts ... Wir werden noch die nötigen Punkte holen , auch wenns dem einen oder anderen nicht passt , denn wir sind gekommen um zu bleiben .

Chili Palmer vor 40 Wochen

Ich wollte eigentlich schreiben: Zu Beginn der Saison stimmten die Ergebnisse noch nicht so recht; ab heute kommt auch das in Ordnung... Dann fiel mir aber folgendes ein: Zwei (Ex)-Lokisten, also quasi „Möchtegernprofis“, haben die Niemand-wie-wir-Nasen aus dem Unterholz heute alt aussehen lassen.