Fußball | Regionalliga Perfekter Einstand für Neu-Cheftrainer Wonneberger

9. Spieltag

Der Bischofswerdaer FV hat seine Negativserie beendet und gegen Lichtenberg den ersten Saisonsieg gefeiert. Für Fred Wonneberger war es ein perfekter Einstand als neuer Chefcoach bei den "Schiebockern".

Der Bischofswerdaer FV hat seine Negativserie beendet und beim 2:0 (1:0) gegen Lichtenberg am neunten Spieltag den ersten Saisonsieg gefeiert. Wie BFV-Präsident Jürgen Neumann dem MDR schon vorm Spiel bestätigte, wird Interimstrainer Fred Wonneberger zum dauerhaften Chef an der Seitenlinie befördert.

Graf trifft zur Führung

Lichtenberg gehörten vor 369 Zuschauern die ersten Ballkontakte, die mit elf Punkten aus acht Spielen stark gestarteten Berliner kontrollierten zunächst den Spielverlauf. Als ein erster Schuss von Patrick Jahn rechts am Kasten vorbeiflog, schlug Schiebock beim Konter plötzlich zu. Jonas Mack ging auf der linken Seite ins Dribbling, setzte sich durch und legte mustergültig für Torschütze Hannes Graf auf. Der BFV-Stürmer musste dem Ball aus fünf Metern nur noch leicht die Richtung geben – 1:0 für Bischofswerda (10.).

Die Führung gab dem Schlusslicht sichtlich auftrieb. Frank Zille nahm im Zentrum Tempo auf, sein Sololauf wurde durch Sebastian Reiniger als letzten Verteidiger per Grätsche unterbunden. Die folgerichtige Entscheidung von Schiedsrichter Felix Burghardt hieß Rote Karte und damit Platzverweis wegen Notbremse (17.). Der BFV war nun klarer Herr im Haus, verpasste es allerdings zielstrebiger aufs 2:0 zu spielen.

Deshalb hatten die Lausitzer Glück, dass der Aufsteiger den Spielverlauf nicht auf den Kopf stellte. Zumal die Gastgeber auch noch fast mithalfen. Bei einer von mehreren gefährlichen Standards bekam Innenverteidiger Dominic Meinel die Kugel ans Knie, lenkte den Freistoß so Richtung eigenes Tor. Sein Keeper Oliver Birnbaum hatte aber aufgepasst (36.). Direkt vorm Halbzeitpfiff verpasste Lichtenbergs Thomas Brechler noch eine stramme Flanke von Rechtsverteidiger Ali Sinan (45.).

Torjubel nach dem Treffer zum 1:0 durch Torschütze Hannes Graf ( Bischofswerda)
Löst den Knoten: Hannes Graf. (Archiv) Bildrechte: imago/Picture Point

Bischofswerda legt nach

Zum zweiten Durchgang kamen die Gäste trotz Unterzahl mit mehr Druck aus der Kabine, Bischofswerda stand allerdings recht sicher. Bei einem Freistoß von Meinel musste SVL-Torwart Niklas Wollert voll in die linke Ecke abtauchen, entschärfte das Geschoss (57.). Dann bot sich den Berlinern tatsächlich die Ausgleichschance – wieder über Außen. Linksverteidiger Philip Einsiedel brachte das Leder hoch rein, Patrick Jahn konnte es wohl touchieren, aber dem Ball keine entscheidende Richtungsänderung zum Tor mehr geben (61.).

Immer mehr entwickelte sich ein klassischer offener Schlagabtausch. Lichtenberg versuchte nach vorn zu kommen, der BFV lauerte permanent auf den Konter zum entscheidenden 2:0. Zunächst vergab Luca Shubitidze den ersten Matchball, als er ganz frei auf weiter Flur Torwart Wollert umkurven wollte, der Ball aber am Fuß des Hüters hängen blieb (67.). Noch einmal hatte der eingewechselte Benyas Junge-Abiol den Ausgleich auf dem Kopf. Obwohl BFV-Keeper Birnbaum schon an einem Freistoß von der Mittellinie vorbeigesegelt war, konnte er die Kugel nicht mehr unter die Latte drücken (81.). Im Gegenzug machte es Jonas Mack dann besser als Luca Schubitidze und staubte zur Entscheidung ab.

Für Wonneberger ist es damit ein perfekter Einstand als offizieller Cheftrainer. Bischofswerda hat den Anschluss an die Nichtabstiegsränge hergestellt, ist wieder in Schlagdistanz.

Stimmen zum Spiel

Lichtenberg-Trainer Uwe Lehmann: "Das Spiel verlief sehr unglücklich, weil wir unsere vielen Kopfballchancen nach Standards und Flanken nicht genutzt haben. Bischofswerda hat seine Konter-Angriffe sehr gut ausgespielt. Zum Platzverweis will ich weder dagegen noch dafür etwas sagen. Wenn du dann knapp 75 Minuten in Unterzahl bist, muss man akzeptieren, dass man nicht alles ganz so gut mehr verteidigen kann."

Bischofswerda-Coach Fred Wonneberger: "Ich bin eigentlich kein Freund davon, wenn der Gegner so früh in Unterzahl gerät, weil dann meistens jeder mehr macht. Trotzdem hat es uns heute ein Stück geholfen. Das war ein schöner Tag, perfekt noch nicht ganz. Dafür kann man das alles noch besser gestalten. Aber ich glaube an den Klassenerhalt, sonst bräuchte ich den Job nicht machen."

pf

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 21. September 2019 | 16:30 Uhr

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