Petrik Sander (Budissa Bautzen), gestikulierend
Bildrechte: Torsten Zettl

Fußball | Regionalliga Petrik Sander: "Wir dürfen den Glauben nicht verlieren"

Petrik Sander hat das "Wunder von Bautzen" noch nicht abgeschrieben. Obwohl er als Trainer der Budissa noch sieglos ist, glaubt er an den Klassenerhalt am letzten Spieltag und erinnert im Interview an einen Last-Minute-Jubel mit Cottbus.

Petrik Sander (Budissa Bautzen), gestikulierend
Bildrechte: Torsten Zettl

Budissa Bautzen steht mit dem Rücken zur Wand. Wie optimistisch sind Sie, dass am Samstag der Klassenerhalt gefeiert wird?

Im Fußball ist immer alles möglich. Solange es eine Chance gibt, muss man daran glauben. Das haben z.B. die beiden Halbfinals in der Champions League doch gezeigt. Die Mannschaft muss für diesen Moment bereit sein. 

Woher nehmen Sie diesen Optimismus. Ihre Mannschaft hat 2019 noch kein Punktspiel gewonnen…

Ich sehe die Jungs im Training. Diese Leistungen müssen sie endlich auf den Platz bekommen und zwar nicht nur gegen die Spitzenmannschaften. Wir müssen mutig sein und an unsere Stärken glauben.

Ihre Mannschaft hat es nicht in der eigenen Hand und braucht am Samstag Schützenhilfe aus Jena und Cottbus. Beide Mannschaften haben Sie schon trainiert.  Trauen Sie beiden den Klassenerhalt zu? 

Ich hatte schon wochenlang den Glauben daran, dass beide Teams es schaffen. Jena hat nach der großartigen Erfolgsserie genug Selbstvertrauen und Cottbus wird sich diese komfortable Ausgangslage nicht mehr nehmen lassen.

Selbst wenn Cottbus und Jena die Klasse halten, muss Bautzen gewinnen und Rathenow darf maximal einen Punkt holen. Klingt ziemlich aussichtlos…

Es ist sicher schwierig, aber ich habe als Trainer von Energie Cottbus schon einmal den Klassenerhalt wegen eines Tores geschafft. Solange es rechnerisch möglich ist, bleibe ich immer positiv.

Sie saßen in zwölf Regionalligaspielen auf der Bank und warten noch auf einen Sieg. Es könnte eine sieglose Zeit in Bautzen werden. Haben Sie etwas schon einmal erlebt?

Nein, noch nie.

Haben Sie Gründe, warum es so bescheiden gelaufen ist?

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, aber die gehören zum jetzigen Zeitpunkt nicht hierher. Als Beispiel ist die Ausfallrate von Spielern einfach zu hoch. Wenn ständig bis zu sechs Spieler ausfallen (bei 19 Feldspielern), ist es für Budissa schwer die Qualität aufrecht zu erhalten. 

Was können Sie sich vorwerfen?

Ich kann mich ja nicht hinstellen und behaupten alles richtig gemacht zu haben. Das werden wir aber im Nachgang der Saison besprechen und nicht jetzt.

Sie haben die Spieler zuletzt hart kritisiert und davon gesprochen, dass Ihre Mannschaft nur einmal gut stand und zwar beim Anpfiff. Wie wird das von der Mannschaft aufgenommen?

Es war ein kollektives Versagen von der 1 bis zur 11. Wir haben eine etwas intensivere Spielauswertung gemacht. Jedoch gilt, die notwendige Kritik richtet sich an den Spieler und nicht an den Menschen. Entscheidend ist, Fehler vor Augen führen, um es besser machen zu können.

Wie geht es für Sie nach dieser Saison weiter?

Ich habe sicherlich einige Gedanken im Kopf und mache meine Zukunft auch nicht von der Spielklasse abhängig. Es ist alles eine Frage der Perspektive. 

Das Interview führte Sanny Stephan.

(Chef)-Trainerstationen von Petrik Sander

2004 – 2007 Energie Cottbus
2008 – 2009 VfR Aalen
2009 – 2011 TuS Koblenz
2011 – 2013 Carl Zeiss Jena
2015 – 2018 TuS Koblenz
seit Februar 2019 Budissa Bautzen

Tabellenkonstellation vor dem letzten Spieltag
16. FC Oberlausitz Neugersdorf 34 Punkte 38:63 Tore
17. FSV Optik Rathenow 27 34:63
18. FSV Budissa Bautzen 26 20:49

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 18. Mai 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2019, 16:44 Uhr

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2 Kommentare

15.05.2019 19:09 BZ ler 2

Das ist durch

15.05.2019 18:27 Auerbacher 1

Alles gute Bautzen und Hr Sander!
Wie bereits schon mal erwähnt, fahre ich lieber zu Euch statt nach Rathenow - bei aller Sympathie für die Optiker!