Fußball | Regionalliga Erfurt gegen Fürstenwalde völlig von der Rolle

32. Spieltag

Die Zuschauer im Steigerwaldstadion trauten ihren Augen nicht: Der FC Rot-Weiß Erfurt hat gegen Union Fürstenwalde ein Debakel erlebt und mit 0:4 die höchste Heimniederlage der Saison kassiert. Die Brandenburger übernahmen sofort die Initiative, spielten mutig auf und verschenkten sogar noch einen Elfmeter.

Torwart Lukas Cichos (Erfurt) machtlos, Lukas Stagge erzielt das Tor zum 0:2 nach Vorlage von Nils Wilko Stettin (Fürstenwalde)
RWE-Torwart Lukas Cichos ist machtlos, Lukas Stagge erzielt das 2:0 für Fürstenwalde. Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

Fürstenwalde beginnt frech und trifft

Torwart Lukas Cichos (Erfurt) enttäuscht, er hat den Elfmeter zu verantworten
War zu bedauern: Lukas Cichos hielt einen Elfer, musste aber viermal hinter sich greifen. (Archiv) Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

Beide Teams konnten befreit aufspielen, was die Fürstenwalder wörtlich nahmen und sofort in die Offensive gingen. Erfurt hatte sich noch nicht richtig sortiert, da gab es bereits Elfmeter für die Gäste. RWE-Schlussmann Lukas Cichos holte Tim Häußler von den Beinen und Schiedsrichter Lars Albert zeigte unmissverständlich auf den Punkt. Cihan Kahraman übernahm Verantwortung und verwandelte zum 1:0 (7.) für die Unioner. Die Rot-Weißen waren erstaunt über das freche Auftreten der Fürstenwalder und fingen sich in der 26. Minute den zweiten Gegentreffer ein. Diesmal stand Lukas Stagge nach einer Zurawsky-Ecke goldrichtig und schob ein. Mit der 2:0-Führung im Rücken lief es für Fürstenwalde wie am Schnürchen, während Erfurt um einen besseren Spielaufbau bemüht war. Kurz vor der Pause war sie dann da, die erste gefährliche Aktion für Erfurt. Nach einem Eckstoß zog Darryl Geurts aus dem Hinterhalt ab, Union-Torwart Paul Büchel klärte mit einer Glanztat.    

Das Erfurter Desaster nimmt seinen Lauf     

RWE-Coach Thomas Brdaric ließ Daniel Rechberger und Geurts in der Kabine, dafür kamen Glodi Zingu und Andis Shala. Das bedeutete, dass die Erfurter die zweiten 45 Minuten offensiver angingen. Das hätte sich fast bezahlt gemacht, doch Einwechsler Shala vergab zwei gute Möglichkeiten (51./56.). Danach war es schon wieder vorbei mit der Erfurter Herrlichkeit, Union bekam in der 72. Minute den nächsten Elfmeter zugesprochen. Wieder hatte Cichos gefoult, diesmal war Andor Bolyki der Leidtragende. Der Erfurter Torhüter machte seinen Fehler wieder gut und hielt den Schuss von Nils Stettin. Was diesmal nicht vom Punkt klappte, gelang aus dem Feld heraus. Fürstenwaldes Cihan Kahraman erhöhte mit einem wunderbaren Treffer aus 20 Metern in den Winkel auf 3:0 (74.). Und weil es bei den Brandenburgern so gut lief, legte Bolyki fünf Minuten später mit einem Schlenzer das 4:0 nach. Fast wäre Shala das Ehrentor gelungen, doch er traf nur den Pfosten (89.). Abpfiff. Die höchste RWE-Heimpleite der Saison war perfekt und "toppte" noch das 0:3 aus der Hinrunde gegen Chemnitz.

Torwart Lukas Cichos  (Erfurt) hält den Elfmeter von Nils Wilko Stettin (Fürstenwalde)
Diesmal war er dran: Cichos hält den Strafstoß von Nils Stettin. Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

Das sagten die Trainer

Andre Meyer (FSV Union Fürstenwalde): "Ich muss das erst einmal setzen lassen, das Ergebnis ist verdient. Es war sehr nah dran an einem perfekten Spiel, meine Mannschaft ist sehr mutig aufgetreten. Damit haben wir den Klassenerhalt endgültig perfekt gemacht. Jetzt bekommen meine Spieler ein paar Tage frei."

Thomas Brdaric (FC Rot-Weiß Erfurt): "In der ersten Halbzeit war Fürstenwalde cleverer und hat unsere Schnitzer ausgenutzt. Wir haben mit unserer phlegmatischen Art den Gegner eingeladen. Nach Wiederanpfiff haben wir den Gegner an die Wand gespielt, im letzten Drittel agierte mein Team aber zu harmlos. Natürlich war es am Ende ein desolates Ergebnis."  

jmd/rar

Berichte aus der Regionalliga

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 05. Mai 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Mai 2019, 15:29 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

14 Kommentare

07.05.2019 17:26 Tommy 14

Gut, gegen die Spitzenmannschaft von Fürstenwalde kann man mal verlieren. Aber im Ernst: Am besten, die gehen mal richtig arbeiten anstatt den halben Tag in cooler Pose beim Italiener rumzusitzen. Aber die haben ja alle noch einen richtigen Beruf gelernt, falls das mit dem Fußball schief geht...

06.05.2019 19:16 wicky 67 13

Das ganze Dilemma um die angeblich abgesicherte Zukunft des FC RWE wird leider immer mystischer! Da lächelt der IV seit Herbst letzten Jahres ständig wie ein Hohnigkuchenpferd, wenn er zB wie im Herbst 2018, Herrn Neumann & Herrn Nowag zu freizügigen Spenden geradeso nochmal überreden konnte, ebenso wie er im März durch ein erbetteltes Massedarlehen nochmals kurzfristig den Spielbetrieb erhalten konnte, und glaubt die Fans wären immernoch so dämlich, ihm zu vertrauen?! Und dann hüpft obendrein noch diese Witzfigur, welche glaubt ein Fußballlehrer zu sein, wie ein kranker Laubfrosch um's Spielfeld herum, mit wessem Verhalten & seinem Spielanalysen er sich aber nur zum Kasper macht, während sich das Team auch nicht mehr länger veralbern läßt, solange der IV nicht endlich sagt was nun wirklich Sache ist?! Und das mit der noch feuchten Tinte angeblicher Sponsoren-Verträge will ich auch nicht mehr hören!! Garantiert alles nur "Bunte Knete"!! Faire Grüße in die Runde!

06.05.2019 12:49 HansKle 12

Wenn der eingesetzte und derzeitige und stets optimistische Chef des „Sorgenkindes“, FC RWE, IV Reinhard, in seinem Gastbeitrag im mehrfach ausgezeichneten Stadionheft „Express“ des Clubs vom mittelfristigen Aufstieg spricht und als dessen Grundlage die Ausgliederung in eine Spielbetriebsgesellschaft sieht, sollte er zuvor erst einmal unbedingt dringend wieder Ordnung in seiner sportlich und personell völlig durcheinander geratenen Truppe schaffen!

Es ist doch einfach nicht vorstellbar, dass das allgemeine Interesse von potenziellen Investoren sowie strategischen Partnern aus dem direkten oder erweiterten Umfeld, die dann eine wesentlich geringere Einflussnahme haben, ansteigt. Wann werden diese endlich der Öffentlichkeit vorgestellt?

Bei der letzten 0:4- Schlappe erkannte einzig Trainer Brdaric vor den sich verlaufenden knapp 3000 Zuschauern in der riesigen Stadionschüssel gegen Fürstenwalde, dass in Halbzeit 2 der Gegner von seinen Jungs an die Wand gespielt wurde......

06.05.2019 10:08 Schnibbler 11

@wicky67
kopf hoch, in der blumenstadt kommen sicherlich wieder bessere zeiten, bis dahin bleibt dir ja noch die große sgd
aber was zur zeit bei euch los ist... man man man.
wie ist denn der stand mit der insolvenz? man hat das gefühl der verein wird so langsam komplett abgewickelt bzw. wickelt sich gerade selbst ab.
nächste saison um den aufstieg mitspielen weiß ich nicht ob das was gibt, die konkurrenz aus nordhausen, berlin und leipzig könnte auch hier wieder zu stark oder zumindest konstanter werden. jena ist auch noch nicht sicher ob die oben bleiben.
dynamischer gruß

06.05.2019 09:40 Nur der FCC 10

Also was bei Euch in dieser Saison so abgeht, oder eher nicht abgeht, erschreckend, ey & das in der Landeshauptstadt, mehr als 20 hinter Chemnitz, echt traurig & auch schon peinlich irgendwie!!!, drücke die Daumen, damit wir uns bald mal wieder in Derbys u.Ä. auf Augenhöhe begegnen können, egal in welcher Liga, blau-gelb- weiße Grüße

NUR DER FCC

06.05.2019 00:17 Chemieschwein 9

irgendwie hab ich den Eindruck das die Lichter in Erfurt ausgehen ...

05.05.2019 22:10 Blumenstädter 8

Nach diesem Gekicke bin Ich auf die Meinung des 'User der Herzen' gespannt!

05.05.2019 22:03 Ich 7

@6 HUKL: Chapeau für den humorvollen und trotzdem mit viel inhaltlicher Wahrheit geschriebenen Beitrag. Besser kann man den allgemeinen Zustand des Vereins nicht beschreiben, wenn man denn zwischen den Zeilen lesen kann...

05.05.2019 20:33 HUKL 6

Auch diese "unglückliche" Heimniederlage gegen Fürstenwalde wird den ständig lachenden Insolvenzverwalter Reinhardt, der schon seit geraumer Zeit große Maßnahmen verkündet, doch einfach dafür keinen Zugang zu finden scheint, bestimmt kaum aus der Ruhe bringen!

Da er durch den seinem bisherigen treuen Helfer Bornemann gewährten „Urlaub auf Zeit“ erstmals ganz allein die FC RWE - Vereinsführung verkörperte, wird dieser Club in naher Zukunft eine „Wundertüte“ bleiben, bei der die Schlangen der Zuschauer, wie die der Sponsoren sowie ehrenamtlichen Mitarbeitern vermutlich etwas überschaubarer werden könnten........

Es ist schon bezeichnend, dass ausgerechnet ein nicht angemeldeter, aber durchtrainierter "FIitzer" die Einheimischen nach einer ca. Viertelstunde bei seinen gekonnten Zick-Zack-Läufen auf dem Rasen aufrappeln wollte und nur schwer von dem überraschten Ordneraufgebot wieder eingefangen werden konnte, den größten Beifall im Spiel erhielt.......

05.05.2019 19:21 Franz 5

Trainer, geh mit Gott, aber geh! Und nimmt Herrn Reinhardt mit!