Fußball | Regionalliga Tor-Spektakel zwischen Chemnitz und Altglienicke

24. Spieltag

Der Chemnitzer FC hat in einem wahren Tor-Spektakel das erste Remis in dieser Saison kassiert. Im Heimspiel des unangefochtenen Spitzenreiters gegen die VSG Altglienicke drehte sich die Partie gleich mehrfach und endete schließlich 4:4.

Hoheneder köpft Chemnitz in Führung - Uzan gleicht vor der Pause aus

Die Chemnitzer taten sich gegen die tiefstehenden Gäste von Beginn an schwer. Aus dem Spiel heraus lief in der Offensive kaum etwas zusammen. In der 7. Minute schlug der Favorit aber nach einem Standard zu:  Nach einer Ecke von Dennis Grote köpfte Niklas Hoheneder die Kugel am langen Pfosten über die Torlinie.

Niklas Hoheneder (CFC), zweiter von links, köpft den Ball ein zum 1: 0 Chemnitz Sachsen
Niklas Hoheneder (CFC), zweiter von links, köpft den Ball zum 1: 0 für Chemnitz ein. Bildrechte: imago images / HärtelPRESS

Der Rückstand schien die Gäste richtig wach zu machen, denn in der Folge erarbeiteten sich die VSG mehr Ballbesitz und einige gute Chancen. Chemnitz tauchte dagegen ab. So dauerte es bis zur 33. Minute, ehe der CFC zur nächsten Möglichkeit kam. Dabei landete ein 22-Meter-Schuss Dejan Bozic an der Querlatte. Doch es war nur ein Strohfeuer, denn Altglienicke spielte weiter mutig nach vorn. Die Bemühungen belohnte der überragende Tugay Uzan in der 39. Minute mit dem Ausgleich aus spitzem Winkel.

Chemnitzer Itter bringt Altglienicke in Front

In der zweiten Hälfte ging es munter weiter. Nach einer Ecke der Gäste verlängerte Uzan den zweiten Ball per Kopf ins Zentrum, wo Pascal Itter die Kugel beim Klärungsversuch über die eigene Torlinie stocherte (49.). Die Partie war damit gedreht.

CFC mit Doppelpack - VSG schlägt zurück

Im Anschluss wurde es richtig rasant, denn auf der Gegenseite reagierte Rafael Garcia in einer Chemnitzer Druckphase am schnellsten und netzte aus spitzem Winkel zum 2:2 ein (51.). 120 Sekunden später köpfte Daniel Frahn nach einer Ecke die Platzherren erneut in Front.

Tor durch Daniel Frahn (CFC) links Chemnitz Sachsen
Tor durch Daniel Frahn, der das zwischenzeitliche 3:2 für die "Himmlblauen" markiert. Bildrechte: imago images / HärtelPRESS

Allerdings steckten die unermüdlich kämpfenden Gäste nicht auf und kamen in der 58. Minute zum erneuten Ausgleich durch Christian Preiss, der nach einer Eingabe von Brehmer die Kugel mit der Innenseite zum 3:3 in die Chemnitzer Maschen zirkelte.

Bozic trifft zum 4:3 - Donner lässt es krachen

Auch danach blieb es eine Partie mit offenem Visier, in der Bozic nach starker Vorarbeit von Itter aus Nahdistanz zum 4:3 einschob (63.). Trotz des erneuten Rückstandes blieben die Berliner weiter am Drücker. In der 79. Minute köpfte Steinhauer das Spielgerät knapp über die Chemnitzer Querlatte. Mehr Erfolg hatte schließlich Nico Donner, der in der 90. Minute nach einem Zuckerpass von Christopher Quiring aus vollem Lauf den hochverdienten 4:4-Endstand erzielte.

Trainer-Stimmen zum Spiel:

Andreas Zimmernann (Altglienicke): "Es war ein unglaubliches Spiel. Ich denke, es war unter den acht wunderschön herausgespielten Toren für jeden Zuschauer etwas dabei. Wir wollten heute mindestens einen Punkt mitnehmen, aber leider sind wir nach sieben Minuten, was wir vermeiden wollten, schnell in Rückstand geraten. Meine Mannschaft hat sich nicht beirren lassen, ist sofort wieder drauf gegangen und hat den Ausgleich markiert. Das 1:2 war eine einstudierte Ecke. Nach dem Doppelschlag dachte ich, es wird schwierig. Mit meinen Gefühlen ging es rauf und runter. Was mich besonders freut, ist, dass wir nach den Rückständen den Ball nicht nur nach vorn gekloppt haben, sondern immer versuchten, Fußball zu spielen. Dieses Spiel hatte keinen Sieger verdient. Es ist ein gerechtes Ergebnis und wir haben die Serie gehalten (Anm. d. Red.: noch ungeschlagen 2019)."

David Bergner (Chemnitz): "Wenn du in der 90. den Ausgleich bekommst, dann ist es nicht das, was man sich an einem Fußballnachmittag vorstellt. Nach unsere 1:0-Führung haben es meine Spieler zum Teil zu leicht genommen. Wir sind kaum in die Zweikämpfe gekommen und konnten nicht unser eigenes Spiel aufziehen. Bis zur Pause bekamen wir den verdienten Ausgleich und trotz deutlicher Worte in der Kabine ist es dann für jeden Spieler schwierig den Schalter für den Gang nach oben zu finden. Nach dem Rückstand hat meine Mannschaft mit dem schnellen Doppelschlag die richtige Antwort gefunden. Nach der Dramaturgie war es ein verdienter Punkt für Altglienicke."

lta/Olaf Kadner (Chemnitz)

Berichte aus der Regionalliga

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 09. März 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. März 2019, 10:15 Uhr

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29 Kommentare

10.03.2019 23:22 Altgeselle 29

Ich bin Fan des Cfc und wohne nicht in Chemnitz.Ich hatte also keine Ahnung um wem getrauert wurde.Aber ich habe mich natürlich auch erhoben.Ich bin also instrumentalisiert worden.Das sollte Konsequenzen für die Ultras haben, daß so etwas nicht noch einmal passiert.Das Spiel selber war top, es kam keine Langeweile auf.Ein gerechtes Unentschieden.

10.03.2019 20:22 Katerspeedy 28

Sorry!! Wie Dämlich ist man in Chemnitz. Nach all den Scheiß im letzten Jahr macht man so ein Mist. Klar das sich jetzt alle darauf stürzen. Man ihr seit schon am Arsch.

10.03.2019 19:25 FSV 27

Alles gut. Der BAK konnte in Halberstadt auch nicht gewinnen. Der CFC ist durch. Gratulation von mir.

10.03.2019 19:19 FSV- der echte 26

Es ist wirklich traurig das nach dem Spiel keiner mehr über das Spiel selbst redet

10.03.2019 16:52 Klartext 25

Vermutlich wird dieser Fall so nachhaltig mit der N-Keule ausgeweitet, dass Schaden für den Verein nicht ausbleibt. Möglicherweise klappt es mit dem Aufstieg nicht. Dann ziehen die Macher (Siemon, Bergner, Frahn ua.) weiter. Damit ist Profifussball für Jahre gestorben. Für einige in der Stadt, die die Deutungshoheit haben, nicht unverdient.

10.03.2019 16:23 Peter W. 24

Und wir lernen: nicht nur die AfD zeigt uns, dass himmelblau und nazibraun ganz nah beieinander liegen können.

10.03.2019 15:50 ••,- 23

Die letzte Ehre wird auf dem Friedhof erwiesen nicht im Stadion bin gespannt ob die ganzen Gehirnakrobaten da auftauchen

10.03.2019 13:38 FSV 22

@21 Kannst du mal aufhören dich immer unter meinen Namen einzuschreiben ?

10.03.2019 12:01 FSV 21

....wir holen aber auch keinen Sieg mehr und spielen nä Jahr gegen Meuselwitz. Ist aber auch gut so...

10.03.2019 11:05 XXX 20

Menschlich betrachtet wurde einem Sohn, Partner, Vater, Freund und Fan die letzte Ehre erwiesen.
Politisch gesehen, ist katastrophal, dass ein Neonazi so eine Plattform bekommt.