Fußball | Regionalliga Lok Leipzig dreht Partie in Unterzahl

4. Spieltag

Das gibt es auch nicht alle Tage: Lok Leipzig hat die Partie bei Union Fürstenwalde noch gedreht. Und das in Unterzahl. Ein Elfmeter leitete die Wende beim Schlusslicht ein. Für Lok ist der Sieg ein Befreiungsschlag.

von Christian Kerber und Andreas Schink (Fürstenwalde)

Selbst beim traditionsreichen 1. FC Lok Leipzig dürfte es so etwas nicht so oft gegeben haben: Am Sonntag drehte der FCL eine Partie in Unterzahl. Das 2:1 (0:1) bei Schlusslicht FSV Union Fürstenwalde war am Ende einer englischen Woche auch nötig. Der ambitionierte Regionalligist hatte zuvor zwei Niederlagen kassiert und drohte in der Tabelle den Anschluss an die Spitze zu verpassen.

Schwache erste Hälfte von Lok

Wer nach dem bitteren 1:2 unter der Woche gegen Aufsteiger Bischofswerda auf eine Reaktion von Lok gehofft hatte, der sah sich in den ersten 45 Minuten getäuscht: Die Gäste zeigten eine fahrige Vorstellung. Die 220 mitgereisten Anhänger sahen eine Elf, die von einem Spitzenteam meilenweit entfernt war. Immer wieder ging der Ball zu leicht verloren. Und auch die Abwehr stand nicht immer sicher. Schon in der 14. Minute lag das Team von Heiko Scholz zurück: Der kurzfristig ins Team gerückte und in dieser Szene nach einem Pass viel zu freie Gian Luca Schulz überwand Keeper Christopher Hanf mit einem Heber aus zwölf Metern. Lok bemühte sich danach um den Ausgleich, ohne aber viel Torgefahr auszustrahlen. Nur einmal wurde es gefährlich, als FSV-Schlussmann Paul Büchel einen Kopfball von Maik Salewski über das Tor spitzeln konnte (38.).

Ryan Malone (Lok Leipzig)
Der Ex-Magdeburger Ryan Malone (li.) traf zum Ausgleich. (Archiv) Bildrechte: IMAGO

Zehn Leipziger mit Doppelschlag

Die Sachsen kamen ordentlich aus der Kabine, ließen den Ball nun besser laufen, aber nur bis an den Strafraum. Da fehlte dann der letzte Pass. Und die Hoffnung auf den Ausgleich erhielt einen herben Dämpfer: Kevin Schulze sah nach einer Tätlichkeit Rot (59.). Er hatte einen Gegner nach dessen Foul umgestoßen. Es folgten weitere Fouls und Nickligkeiten. Dann wendete sich das Blatt überraschend noch: Zunächst verwandelte Ryan Malone einen von Matthias Steinborn herausgeholten Foulelfmeter (73.). Es war aber eher eine Schwalbe als ein Foul. Nun waren die Leipziger trotz Unterzahl plötzlich besser. Und wurden sogar noch belohnt: Nils Gottschick wurde aus dem Mittelfeld bedient, der Joker ging von links in den Strafraum und schloss ins lange Eck ab (83.).

Stimmen zum Spiel

Heiko Scholz (Lok Leipzig): "Unsere Ausgangssituation vor dem Spiel war natürlich nicht gut: Man hatte in uns hohe Erwartungen gesetzt, aber leider hatten wir in den letzten Spielen auch viel Pech. Wir sind gut in dieses Spiel gekommen, ich dachte schon, wir haben weiterhin Pech. Alles in allem war das Spiel sicherlich kein Leckerbissen. Nach der Roten Karte war ich stolz auf meine Mannschaft. Wir haben zu zehnt das Spiel gemacht. Ich bin natürlich zufrieden mit den Punkten, aber noch mehr mit der Moral meiner Mannschaft."

André Meyer (Fürstenwalde): "Es war ein wiederkehrendes Bild. Ich musste im Nachgang einigen Spielern die Tränen aus den Augen wischen. Meine Mannschaft steckt voll im Umbruch, trotzdem habe ich ein gutes Spiel meines Teams gesehen. Alles in allem war es ein hektisches Spiel mit einer sehr unruhigen zweiten Halbzeit. Wir haben die Überzahl nicht nutzen können, was natürlich ärgerlich für uns war."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 12. August 2018 | 13:55 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2018, 18:07 Uhr

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13 Kommentare

14.08.2018 15:18 Rumpel 13

Sollten einige vergessen haben, dass bei Lok durch die vielen neuen Spieler noch Abstimmungsprobleme herrschen? Also lasst den Jungs Zeit, der Aufstieg ist ohnehin Utopie.

13.08.2018 15:17 Miss Gundula 12

@ Quendolin
Ja, ja ... Trainer und dann Sportdirektor, da kann man es sich doch auch mal gut gehen lassen.
Ob’s der Loksche dient ist doch nicht so wichtig. Jedes Jahr Regionalliga Mittelfeld. Wem es reicht,bitte schön.
Fußball ist das jedenfalls nicht !!!!
Dieses Gegurke

13.08.2018 13:55 Leipziger 11

Es ist immer wieder lustig wie hier manche ihre Halbweisheiten raushauen. Da erkennt man die geballte Fußballkompetenz (oder eher die fehlende). Macht euch mal den Spaß im Regelwerk nach dem Strafstoß zu suchen. Da steht nichts von bösen Aktionen, weghauen oder was auch immer. Ein Strafstoß ist ein direkter Freistoß im Strafraum, auch da kann man mal suchen. Es gab einen Kontakt, ohne Ballberührung=klares Foul. Fouls sind nicht immer böse und gefährlich. Ja, er wollte den Strafstoß haben, aber der Unioner tut ihm eben auch den Gefallen. Klarer Elfmeter, wo einige dann die Schwalben sehen, wissen sie wohl nur selbst. Und da wollen wir über das klare Handspiel in der 5. Minute nicht reden, was wohl auch mehr als deutlich war.

13.08.2018 12:36 Leipziger 10

An alle Meckerheinis.... den Bericht anschauen! In der 1.HZ ein klares Handspiel im Strafraum von Fürstenwalde nicht gepfiffen. Dort hätte es Elfmeter geben müssen. Somit ist der zugegeben etwas strittige Foulelfmeter nur der gerechte Ausgleich gewesen.

13.08.2018 12:25 Chili Palmer 9

@7: Da kann ich dir auch nur insofern widersprechen, dass es hier wahrscheinlich um eine Konzessionsentscheidung gegen das Handspiel eines Fürstenwalder Abwehrspielers so ziemlich zu Beginn gehandelt haben dürfte.
@Bernd: Achselzucken, Schiedsrichterangelegenheit!

13.08.2018 08:19 Bernd 8

Alle Schwalben fliegen hoch.
Ein Verein der mit Profis spielt gegen einen schwachen Gegner hat so etwas nötig?

13.08.2018 06:55 Ossi 7

Das war doch kein Elfer für LOK.
Er wirft sich hin und hakt die Füße beim Gegenspieler ein.

12.08.2018 22:01 Chili Palmer 6

@Real: Unreal!

12.08.2018 20:49 Real 5

Die Pechmarie ist nun weg!! Der Goldheiko hatt das Glück wieder gebracht. So ein Pech

12.08.2018 20:43 FCL 4

Hat nicht mit Fußball zu tun.

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