Fußball | Regionalliga Nordost Weber aus dem Häuschen: Albert rettet Meuselwitz spätes Remis bei "Schiebock"

17. Spieltag

Dieses Spiel war kein Leckerbissen, aber eines, das für Gesprächsstoff sorgte. Der Bischofswerdaer FV verspielt in der Schlussphase eine 2:0-Führung gegen Meuselwitz. Der ZFC glich in der letzten Minute der Nachspielzeit zum 2:2 aus und Trainer Heiko Weber sah für seinen Tor-Jubel am gegnerischen Strafraum Gelb. Eine Karte, die er gern in Kauf nahm…

von Patrick Franz (Bischofswerda)

Bischhofswerda-Meuselwitz 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Vor dem Spiel überraschte zunächst Fred Wonneberger. Der BFV-Coach bot für den gelbgesperrten Top-Torjäger Hannes Graf Innenverteidiger Alexander Mattern als einzige Spitze auf. Bei den Gästen nahm Heiko Weber eine Änderung in der Startelf vor. Für Danny Breitfelder brachte er Alexander Dartsch, der die Woche zuvor gegen Babelsberg als Joker beim 3:2-Sieg getroffen hatte.

Früher Wechsel beim ZFC

141 Zuschauer sahen eine erste Hälfte auf überschaubarem Niveau. Die Oberlausitzer gingen im Mittelfeld aggressiv drauf, wodurch die technisch überlegenen Thüringer ihrer Stärken in der Spielgestaltung beraubt wurden und die Partie kaum Fahrt aufnahm. Die einzigen zwei richtig heißen Szenen bis zur Pause waren bezeichnend. Zunächst köpfte Ex-RB-Routinier Henrik Ernst eine BFV-Flanke von rechts fast ins eigene Tor, das Leder flog am Außennetz des kurzen Pfostens vorbei (25.).

Zwölf Minuten später wackelten die Gäste wieder bei einem hohen Ball. Diesmal stieg ZFC-Keeper Chris Kroner viel zu unentschlossen zum Luftduell mit Mattern hoch. Der umfunktionierte Verteidiger stand wohl mit dem Rücken zum Tor, hielt aber einfach nur den Hinterkopf hin und bugsierte die Kugel so in alter Uwe-Seeler-Manier zur kuriosen Führung ins leere Tor (37.). Weber reagierte noch zwei Minuten vor der Halbzeit allergisch auf den Auftritt seiner Truppe und ersetzte Timo Mauer durch Sebastian Albert.

Bischofswerdaer FV - ZFC Meuselwitz 2:2 / Tommy Klotke (BFV), Fabian Raithel (ZFC)
BFV-Mann Tommy Klotke im Duell mit Henrik Ernst. Bildrechte: Roccipix/Rocci Klein

BFC bringt Sieg nicht über die Zeit

Zwar kam Meuselwitz engagierter aus der Pause, mehr als ein schwacher Kopfball von Ernst weit am Tor vorbei (56.) kam aber nicht herum. Dafür schockte Bischofswerda die Gäste erneut. Das Schlusslicht legte sich das Leder im Strafraum der Gäste mehrmals zurecht. Die Thüringer schritten nicht entscheidend ein, Zille bekam den Ball am Strafraum serviert, schoss flach, mittig und auch noch relativ schwach aufs Tor. Doch ZFC-Torwart Kroner ließ die Kugel durch die Beine kullern. Was für einfaches Tunnel-Tor zum 2:0 (65.).

Schiebock hatte dann alles im Griff. Doch mit einer Unachtsamkeit brachten sie Meuselwitz zurück. Denn Andy Trübenbach war auf der rechten Seite plötzlich komplett ohne Gegner und lief frei auf Mika Schneider zu. Der BFV-Hüter hielt zunächst im Eins-gegen-Eins-Duell, aber den Abpraller drückte Trübenbach zum Anschluss (75.) rein. Trotzdem hatte Bischofswerda auch danach alles scheinbar unter Kontrolle, bis der ZFC in der dritten Minute der Nachspielzeit aus dem Nichts zuschlug. Zunächst landete ein freier Schuss von Dartsch noch am Pfosten, doch Albert stand dahinter und erzwang im Nachsetzen den 2:2-Endstand.

Bischofswerdaer FV - ZFC Meuselwitz 2:2 / Luca Shubitidze (BFV), ZFC?
BFV-Mittelfeldspieler Luca Shubitidze beim Flankenversuch. Bildrechte: Roccipix/Rocci Klein

"Albert trifft eigentlich nie"

Weber, der sich über das viele Zeitspiel der Gastgeber geärgert hatte, rannte völlig ausgelassen ums halbe Feld zum BFV-Tor, um mit seinem Torschützen zu jubeln. Schiedsrichter Philipp Kutscher ahndete dies mit der neuen gelbfarbenen Verwarnung für die Trainerbank. Der Coach meinte hinterher humorvoll: "Die Karte war berechtigt, weil die Regeln nun mal so sind. Aber mein Spieler Sebastian Albert trifft eigentlich nie. Ich habe ihm gesagt, wenn er ein Tor macht, höre ich sofort auf. Deshalb musste da meine ganze Freude raus."

Bischofswerda verpasste es, mit einem Dreier wieder zu den Nichtabstiegsrängen aufzuschließen. Der BFV wäre bis auf drei Punkte am Drittletzten Rathenow drangewesen, so bleibt es bei fünf Zählern Rückstand.

Trainerstimmen zum Spiel:

Heiko Weber (Meuselwitz): "Mit dieser Leistung, die wir heute gebracht haben, ist es fast unmöglich zu punkten. Wir können uns bedanken, dass es so viel Nachspielzeit gab. Nach zwei Siegen dachte ich, dass wir hier mit einem anderen Nervenkostüm anreisen. Bischofswerda war klar besser, hat uns wirklich vor Probleme gestellt. Bei uns waren einige Spieler gar nicht auf dem Platz, hatten Angst vor dem Tabellenletzten. Ich dachte eher, wir sind Schlusslicht, so wie wir gespielt haben."

Fred Wonneberger (Bischofswerda): "Wir haben verdient geführt, machen einen Fehler im Zentrum, dadurch kommt Trübenbach zum 2:1 durch. Meuselwitz hat die zweite Luft gekriegt. Wir haben versucht, den Sieg zu retten. Dann rutscht beim Ausgleich unserem letzten Verteidiger der Ball auf der Linie durch die Beine. Unglücklicher geht es ja nicht mehr."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 01. Dezember 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Dezember 2019, 18:46 Uhr

1 Kommentar

Chemiesschwein vor 7 Tagen

Da hat mein Freund Fan Achim bestimmt wieder Freudensprünge gemacht. Allzu hoch werden die aber nicht gewesen sein bei seinem dicken Bauch. Laß dir die Bockwürste schmecken mein Freund!

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