Fußball | Regionalliga "SpiO"-Frühstück: Regionalliga-Aufstiegsregelung ist "eine Frechheit"

In der Regionalliga Nordost geht es Richtung Zielgerade. Wer macht das Rennen? Spitzenreiter BFC Dynamo hat am Sonntag Punkte bei Chemie Leipzig gelassen, Lok Leipzig ist seit drei Wochen im Wartestand. Und auch der FC Carl Zeiss Jena ist wieder im Kommen. Wir haben mit Stürmer Christian Beck vom BFC, Lok-Angreifer Djamal Ziane und Jenas Sportdirektor Tobias Werner im "SpiO"-Frühstück gesprochen.

SpiO-Frühstück 31 min
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Beck: "Für uns war es immer wichtig, dass wir vorlegen"

Im Gegensatz zu Lok Leipzig konnte der BFC Dynamo relativ kontinuierlich seine Punktspiele austragen, war also in Vorderhand. Ein klarer Vorteil für die Berliner, so sieht es jedenfalls Christian Beck: "Für uns war es immer wichtig, dass wir vorlegen und unsere Hausaufgaben machen. Den Abstand vergrößern, weil es dann vom Kopf her bei den Gegnern schwieriger ist." Obwohl "Beckus" den Probstheidaern einiges zutraut, ist er überzeugt, dass es für Lok im Kampf um Platz eins mit den "vielen Nachholern noch brutal schwer wird".

Ziane: "Es wird halt doppelt schwer, weil wir Englische Wochen haben"  

Dem kann Loks Torjäger Djamal Ziane nur beipflichten. Der 29-Jährige hat natürlich auch den Auftritt der Berliner bei der BSG Chemie Leipzig (1:1) verfolgt. Ziane spielte in der U17 beim FC Sachsen, das Leutzscher Terrain ist ihm also nicht ganz unbekannt. "Obwohl man immer schaut, ob der Spitzenreiter Punkte lässt", habe er den Chemikern aber nicht die Daumen gedrückt. Dennoch ist Ziane überzeugt, dass dort noch einige Mannschaften Zähler lassen werden. Dessen ungeachtet steht für den Vollblutstürmer die Frage an, wie Lok die Pandemie-Zeit verkraftet hat: "Es wird halt doppelt schwer, weil wir Englische Wochen haben."  

Werner: "Plötzlich sind wir noch in der Verlosung"

Nach zuletzt drei Siegen in Folge ist plötzlich auch der FC Carl Zeiss Jena wieder im Gespräch. Allerdings bremste FCC-Sportdirektor Tobias Werner die Euphorie. "Wir sind momentan eine Ergebnismannschaft und spielen sehr effektiv. Plötzlich sind wir noch in der Verlosung mit acht Punkten Rückstand auf den BFC. Es liegt nicht in unserer Hand, alle andere ist reine Spekulation", sagte der 36-Jährige und ergänzte: "Der BFC und Lok Leipzig sind deutlich stärker als wir."

Kollektive Ablehnung der Aufstiegsregelung

Unterschiedliche Voraussetzungen bei den drei Klubs. Wenn es allerdings um die Frage geht, wie der Aufstieg geregelt ist, dann herrscht Einigkeit. Alle drei Gäste des "SpiO"-Frühstücks lehnen die Durchführung in dieser Form ab. Christian Beck sprach von einer absoluten Katastrophe: "Die Unterschiede dann im Westen zu machen, dass die Ersten in der Regionalliga West und Südwest immer gleich aufsteigen, das ist nicht gerecht. Das sind Dinge, die man als Fußballer nicht verstehen kann."

Genauso sieht es Djamal Ziane, der es sogar "eine Frechheit" nannte, dass "in so einer schweren Liga der Erste nicht gleich hochgeht, sondern Relegationsspiele absolvieren muss". Die Lok-Kicker sind gebrannte Kinder, mussten sie doch 2020 nach den Relegationsspielen gegen den SC Verl (2:2, 1:1) ihren Drittliga-Traum begraben.

FCC-Sportdirektor Tobias Werner weiß, dass es "richtig schwer ist, aus dieser Liga herauszukommen. Jedenfalls muss eine bessere Lösung her".

jmd

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 14. März 2022 | 09:05 Uhr

2 Kommentare

7030 vor 47 Wochen

Auwei, in der Anmoderation: „ Ist der BFC noch zu stoppen, zum Beispiel von Lok Leipzig, den Männer aus Leutzsch“ ich bin nicht kleinig aber hier muss sie sIch entscheiden 😉

p1ckering vor 47 Wochen

Mal schau'n, ob der neue DFB Präsi Eier hat. Der Alte hat sich ja mit den genannten Regio-Ligen solidarisch gezeigt und die in meinen Augen unsinnige Argumentation "dort existiert ein viel breiterer Unterbau als anderswo" übernommen. Richtig in meinen Augen, 4 etwa gleich große Regionen (daher ja auch Regionalliga/gen) und da die RL NordOst bereits mehr als 25 % des Bundesgebiets ausmacht, wird hier nicht dran gerüttelt.

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