Fußball | Regionalliga Wolfgang Wolf: "Wir könnten bis September spielen"

Der Trainer des 1. FC Lok Leipzig hat klare Vorstellungen, wenn es um die Fortsetzung der Regionalliga-Saison geht. Wenn nötig, soll bis September - natürlich mit Zuschauern - gespielt und die Winterpause ausgelassen werden. Dass Insolvenzen nicht bestraft werden sollen, sieht Wolf kritisch.

Karen Storelli im Gespräch mit Wolfgang Wolf
Karen Storelli im Gespräch mit Wolfgang Wolf Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Geht es nach dem Trainer und Sportdirektor des 1. FC Lok Leipzig, wird die Saison in der Regionalliga Nordost zu Ende gespielt.

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Mo 06.04.2020 11:38Uhr 00:59 min

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"Gerecht wäre, wenn wir die Saison zu Ende spielen. Ich verstehe nicht, wo das Problem ist. Wir können im Juli, August und September spielen. Wir haben keinen Druck, keine Europameisterschaft, wir können warten. Wir brauchen auch keine Winterpause. Da muss man flexibel sein, etwa Spielerverträge für 3 Monate verlängern", sagte Wolf  im SpiO-Talk. Alle Rechenspiele, wie Punkt-Quotienten bei den Spitzenteams bilden und damit den Meister zu ermitteln, lehnt Wolf ab, auch wenn Lok profitieren würde. "Ich möchte sportlich aufsteigen. Ich hoffe, dass es weitergeht. Es wäre sehr traurig, diese hart erarbeitete Chance nicht zu bekommen."  

Profi-Vereinen sollen in Fonds für Amateure einzahlen

Geisterspiele sind für die Regionalligisten, auch für Lok Leipzig, überhaupt keine Option. "Wir leben von den Zuschauereinnahmen, haben keinen großen Topf an Fernsehgeldern. Wir brauchen Hilfe, auch von der Politik." Wie man vor allem den Amateurvereinen helfen könnte, da hätte der Lok-Trainer einen Vorschlag parat. Die Profiklubs sollten einen Teil der Fernsehgelder in einen Fonds einzahlen, die Mittel würden dann an die Vereine gezahlt, die praktisch ohne TV-Geld auskommen müssen.

"Bei Insolvenz müssen neun Punkte abgezogen werden"

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Die Beschlüsse des Deutschen Fußball-Bundes, wonach Vereine, die Insolvenz anmelden, nicht mit Punktabzug bestraft werden,  sieht Wolf kritisch. "Es sind Vereine dabei, die über Jahrzehnte Misswirtschaft betrieben haben, die wollen jetzt in die Planinsolvenz und der DFB unterstützt dabei. Das verstehe ich nicht. Dann müssten den Vereinen auch die neun Punkte abgezogen wird. Da hilft man an einer Stelle, wo man nicht helfen darf."

 Große Hilfsbereitschaft der Lok-Anhänger

Wie solidarische Hilfe aussehen kann, dass beweisen in den vergangenen Woche erneut auch die Fans des 1. FC Lok Leipzig. Bis Sonntagabend waren mehr als 108.000 Euro für ein virtuelles Spiel eingegangen. Eine Aktion, die Wolfgang Wolf nicht hoch genug loben kann. "Ich bin über die Sympathien der Leute und die Hilfsbereitschaft überrascht. Da sieht man, welche Liebe die Leute dem Verein geben. Das sind nicht nur reiche Leute. Da kann ich nur den Hut ziehen." Auch die Hälfte der Sponsoren hätten bereits zugesagt für die neue Saison, egal in welcher Liga.

Krise hat Auswirkungen auf Kader

Wie es nun in den nächsten Wochen bei Lok Leipzig weitergeht, kann Wolf auch noch nicht sagen. Man werde sich nach Ostern in Leipzig treffen und verschiedene Szenarien diskutieren. Klar ist für Wolf: "Ich glaube nicht, dass es jetzt im Mai schon losgeht.“ Fest steht aber auch: „Der Kader wird sich verkleinern, wohl auf 18 Feldspieler und drei Keeper. Im Sommer wird es eine Spieler-Schwemme auf dem Markt geben, da werden die Gehälter auch nach unten gehen."

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rei

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 06. April 2020 | 11:40 Uhr

5 Kommentare

Chili Palmer vor 13 Wochen

Niemand wie ihr? Na, da bitte ich aber auch ausdrücklich drum! Und vielleicht erklärt dir dazu noch mal jemand, dass es sich bei euch um keine Spendenaktion gehandelt hat, sondern eher um Vorkasse auf Einnahmen der Restsaison. Dieser Schatzmeisterdingens hat ja wenigstens mal das Wörtchen Mehrwertsteuer in den Mund genommen. Den Reinerlös ermitteln fällt ihm offensichtlich dennoch schwer, denn sollten die kolportierten 125k stimmen, kostet wohl der ganze Merchandisingkram nüscht? Mir soll‘s recht sein und du gibst hier ja gemeinhin den notorischen Realitätsleugner.

Loko 66 vor 13 Wochen

Diese 185k übertrumpfen wir doch locker , denn unsere Aktion geht bis 8.Mai. Werde auch morgen wieder 100 kaufen denn wir sind LOK und Gott Lob - nicht wie "niemand wie ihr"

Chemieschwein vor 13 Wochen

Ende der Aktion in Leutzsch 185 000€ hat die spendenaktion innerhalb dieser paar Tage eingebracht.. Zudem hat die Mitgliederzahl noch mal zugenommen so das diesen Monat noch mal Mitgliedbeiträge von 1800 mitgliedern dazukommen.. Also das ganze nicht ala wicki jammern sondern für den Verein klotzen.. Niemand wie wir... 🤟

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