Fußball | Regionalliga Nachbarn und Rivalen: Dennis Mast und Sascha Pfeffer vor dem Leipziger Ortsderby

Am Wochenende ist Derby-Zeit in Leipzig: Die BSG Chemie empfängt den 1. FC Lok. Grün-Weiß trifft auf Blau-Gelb. Vor dem emotional wichtigsten Spiel des Jahres haben wir mit Chemies Offensivmann Dennis Mast und Lok-Kapitän Sascha Pfeffer gesprochen.

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Die Vorfreude und die Anspannung steigen: Nur noch fünf Tage (Samstag, 7. Mai, ab 15:30 Uhr live bei "Sport im Osten" und in der "SpiO"-App) sind es bis zum großen Spiel in Leipzig. Auch wenn es in diesem Duell sportlich für beide Team um nichts mehr geht, im Derby will man sich von seiner besten Seite präsentieren. Da stehen Stolz und ganz viele Emotionen auf der Tagesordnung. Entsprechend heiß sind die Protagonisten.

Dennis Mast 10, Chemie
Dennis Mast und die BSG Chemie verloren das Hinspiel im Plache-Stadion mit 0:1. Torschütze war: Sascha Pfeffer. Bildrechte: IMAGO / Beautiful Sports

BSG gegen Lok: Kein normales Spiel

"Im besten Falle bleiben der Sieg und die drei Punkte bei uns", kündigte Dennis Mast an. Der erst im vergangenen Oktober verpflichtete 30-Jährige hat sich schnell zum absoluten Stammspieler bei der BSG entwickelt. "Aber es wird kein normales Spiel. Da geht es nicht um die Tabelle, da geht es um das Prestige, darum den Fans einen Sieg zu schenken", verdeutlichte Mast die Bedeutung der Partie: "Da ist man schon Anfang der Woche bei fast 100 Prozent."

Auch für Sascha Pfeffer hat dieses Spiel immer etwas Besonderes: "Man hört von den Fans immer nur 'Derby, Derby, Derby'. Jeder einzelne weiß, was da auf einen zukommt und man will diese Stimmung, die bei diesem Spiel einmalig in der Regionalliga ist, aufsaugen."

Robert Berger (2, Lok) und Florian Brügmann
Szene aus dem Hinspiel: Florian Brügmann ist vor Robert Berger am Ball. Bildrechte: IMAGO / Picture Point

Lok will noch einmal alle Kräfte bündeln

Bei der Generalprobe haben sich die Chemiker besser geschlagen, sie siegten mit 3:2 bei der VSG Altglienicke. Lok hingegen verlor 0:2 gegen die zweite Mannschaft von Hertha BSC. "Wir können mit breiter Brust ins Spiel am Wochenende gehen", so Mast. Für Lok gehe es laut Pfeffer nun darum, die einfachen Gegentore abzustellen. Dafür ist er optimistisch: "Wie sagt man so schön? Generalprobe misslungen, dafür sind wir dann am Samstag da."

Die Spiele zuletzt – acht Stück im April – haben den Probstheidaern viel Kraft gekostet. Zumal es ja lange Zeit noch um einen möglichen Staffelsieg ging. "Wir wussten, wenn wir gewinnen, sind wir dran. Dann kommt der erste Rückschlag, dann der zweite. Irgendwann ist der Kopf voll und die Beine schwer", blickt Pfeffer auf die letzten Wochen zurück. Deswegen sei es nun noch einmal wichtig abzuliefern, alles rauszuhauen und die Fans glücklich zu machen: "Mit so einem Derbysieg können wir die gute Saison mit einem guten Gefühl abschließen."

Chemie nach Lok noch zum Pokalfinale

Die BSG hat neben einem möglichen Derby-Sieg in dieser Saison noch einiges vor. Für die Leutzscher steht Mitte Mai noch das Sachsenpokal-Finale gegen den Chemnitzer FC an. "Wir spielen eine gute Rückrunde und haben jetzt noch drei richtig geile Spiele vor uns mit Lok, Cottbus und dem Finale. Die Kräfte bei uns sind gebündelt und wir versuchen, die Last auf viele Schultern zu verteilen", sagte Mast.

Auf die hypothetische Frage ob er lieber das Derby oder den Pokal gewinnen wolle – wenn er sich für eins entscheiden müsste – fiel Mast die Antwort sichtlich schwer: "Für die Fans steht der Derbysieg ganz oben. Aber aus wirtschaftlicher Sicht wäre ein DFB-Pokal-Ticket auch nicht so verkehrt. Das ist ein enges Ding. Im Optimalfall einfach beides holen."

Mast und Pfeffer: Konkurrenten und Nachbarn

In der Hinrunde war Pfeffer, der zuletzt seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hat, der Mann des Spiels. Mit seinem Treffer in der 76. Minute sorgte er für großen Jubel im Bruno-Plache-Stadion und den 1:0-Sieg. Die Erinnerung daran ist natürlich noch präsent: "Es war das letzte Spiel, bevor wieder keine Zuschauer zugelassen waren. Mit so vielen Leute, das war sehr emotional. Da das Siegtor zu schießen, hat mich sehr gefreut."

Lok - Chemie 1 min
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Beim Gegner erinnert man sich nicht so gerne daran und blickt lieber voraus: "Das ist Vergangenheit. Wir sind voller Vorfreude und wollen Wiedergutmachung betreiben. Das ist, was zählt", so Mast.

Mast und Pfeffer verbindet in ihrer Karriere einiges. Beide waren beim Halleschen FC und beim Chemnitzer FC aktiv, aber nie zur gleichen Zeit. Zudem wohnen beide aktuell in Halle – nicht weit voneinander entfernt. Das macht aber keine Probleme: "Ich musste noch nicht die Polizei rufen. Es ist eine wunderbare Nachbarschaft, ich sehe ihn häufiger auf dem Bolzplatz", erklärte Mast mit einem Augenzwinkern.

Dennis Mast (Hallescher FC) , links) im Zweikampf mit Sascha Pfeffer (Chemnitzer FC)
Reise in die Vergangenheit: Vor zehn Jahren duellierten sich Dennis Mast (li.) und Sascha Pfeffer noch in den Farben rot-weiß und himmelblau. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Kruczynski

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Stimmen zum Hinspiel

Sascha Pfeffer 1 min
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Miroslav Jagatic und Almedin Civa 4 min
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Spieler von Lok Leipzig am Ball.
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 07. Mai 2022 | 15:30 Uhr

10 Kommentare

Hannchen vor 21 Wochen

Mensch Marco mein Freund, sei doch mal ein bisschen selbstbewusst. Du sitzt hier wie das Kaninchen vor der Schlange. LOK ist auf allen Positionen besser besetzt, lies doch mal bei uns im Forum was wir für spielerische Granaten haben. Auch fantechnisch sind wir eine Hausnummer in Deutschland...insofern spricht NICHTS gegen einen 5:0 Sieg der Loksche.

Lok vor 21 Wochen

Das erste Mal seit langem, dass Lok als klarer Außenseiter zum Derby muss. Aber egal, liegt uns. Die Chemikanten spielen lassen, und denen dann schön einen reinmurmeln. Ein Punkt für blaugelb wäre ja nun schon sensationell zu nennen. So eine Sieg-Chance wie zu diesem Spiel bekommt grüngrau nicht so schnell wieder. Mal schauen, was sie daraus machen. Etatmäßig laufen beide Truppen ja recht ähnlich, aber unsere Lokschen sind einfach platt und man hat das Gefühl, gedanklich auch schon in den verdienten Sommerferien.

BSG-Mitglied vor 21 Wochen

Ach ja, dieses herrliche, moderne Fußballstadion am Südfriedhof ist total in Schuss! Kann man ja oft genug im MDR sehen.
Auch wenn wir dich nicht so sehr gern bei uns sehen wollen ... Es würde sich aber für dich lohnen. Du würdest danach bestimmt hier nicht mehr so viel Unsinn schreiben (etwas Intelligenz vorausgesetzt). Ich wünsche uns am Sonnabend ein gutes Spiel mit einer, wie immer, tollen Atmosphäre in unserem AKS.

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