Fußball | Regionalliga Spitzen-Trio beantragt Drittliga-Lizenz - Probleme mit Stadien

Die ersten drei in der Tabelle der Fußball-Regionalliga haben sich um die Lizenz für die 3. Liga beworben. Lok Leipzig, VSG Altglienicke und Energie Cottbus haben aber noch Hürden aus dem Weg zu räumen.

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Die drei Regionalliga-Spitzenvereine 1. FC Lok Leipzig, VSG Altglienicke und FC Energie Cottbus haben beim Deutschen Fußball-Bund fristgerecht am Montag ihre Lizenz-Unterlagen für die 3. Liga eingereicht. Alle drei müssen noch diverse Hindernisse aus dem Weg räumen.

Lok: Zusagen von Investoren - Erfurt als Ersatz

Der aktuelle Tabellenführer Lok soll nach einer Meldung der "Bild" mit einem Etat von 2,5 Millionen Euro kalkulieren. Der Klub habe mündliche Zusagen von Investoren, die auch für den Fall des Nichtaufstiegs gelten würden. Der bisherige Hauptsponsor ETL könnte in einem kleineren Rahmen auch mit im Boot bleiben. Aufgerüstet werden müsste das Bruno-Plache-Stadion, dem nach Informationen der "Leipziger Volkszeitung" eine Rasenheizung und 2.000 Sitzplätze fehlen. Dürfen bestimmte Partien nicht im "Plache" ausgetragen werden, hat der Klub das Erfurter Steigerwaldstadion als Ersatz angegeben.

Thomas Löwe, Präsident Lok Leipzig
Lok Leipzigs Präsident Thomas Löwe Bildrechte: imago images / Beautiful Sports

Wo soll Altglienicke in der Drittliga-Rückrunde spielen?

Auch Überraschungsteam Altglienicke hat Lizenzunterlagen abgeben. Auch wenn die Stadionfrage offener denn je ist. Aus formaljuristischen Gründen habe man nach einem DFB-Hinweis zunächst das Stadion an der "Köpenicker Landstraße" als Standort abgegeben. Geschäftsführer Marco Schröder sagte dem "RBB": "Das liegt bei uns im Bezirk und ist auch mit dem Sportamt abgestimmt wurde. Für die Regionalliga würde das passen. Es ist der ideale Standort im Bezirk, auch von den Zuwegen, den Parkplätzen, der Infrastruktur. Aber die dritte Liga ist eben nochmal ein ganz anderes Thema, bei dem auch die Sportstadt Berlin ein großes Problem hat, der VSG Altglienicke ein Stadion zur Verfügung zu stellen." Denn das Jahn-Stadion, das man aktuell nutzt, soll Ende des Jahres abgerissen werden. Schröder hofft: "Vielleicht kann man sich mit dem DFB auf die Hinrunde einigen und dann zur Rückrunde ein anderes Stadion benennen. Aber es ist schwierig. Wirklich schwierig." Beim Olympiastadion von Hertha BSC und der "Alten Försterei" des 1. FC Union sind die Kosten horrend. Abgesehen davon, dass die VSG eine Durchschnitts-Zuschauerzahl von 405 hat.

Trainer Karsten Heine VSG Altglienicke, Co-Trainer Torsten Mattuschka VSG Altglienicke auf der Bank
Altglienickes Trainer Karsten Heine (li.) und Co-Trainer Torsten Mattuschka Bildrechte: imago images/Matthias Koch

Cottbus: Unterhaltskosten viel zu hoch

Der FC Energie Cottbus, der in der vergangenen Saison noch in der 3. Liga spielte, hat ebenfalls eine Lizenz beantragt. Die Lausitzer haben mit dem Stadion der Freundschaft eine 22.000-Mann-Arena, die den Anforderungen genügt. Problematisch sind allerdings die jährlichen Unterhaltskosten von einer Million Euro. Der Klub kaufte das Stadion vor über zehn Jahren von der Stadt Cottbus, damals war man noch Bundesligist. Der Klub ist aktuell in Gesprächen mit der Stadt. In dieser Saison wird die finanzielle Lage durch das DFB-Pokalspiel gegen Bayern München, ein Retterspiel gegen Borussia Dortmund und Spielerverkäufe entschärft.

Stadion der Freundschaft
Das Stadion der Freunschaft in Cottbus Bildrechte: imago images / Steffen Beyer

cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 28. Februar 2020 | 16:00 Uhr

2 Kommentare

Nappel vor 19 Wochen

Ich glaube, langfristig betrachtet wäre es für alle drei Vereine das Beste, wenn ihnen die Lizenz verweigert werden würde. Aber sollen sie nur machen. Dann reihen sie sich in die Liste von Chemnitz, Erfurt usw. ein.

66BB1966RWE vor 18 Wochen

@Nappel, dem gibt's nichts hinzuzufügen. Zumal es die RL/NO dieses Jahr eh sehr schwer hat, um aufzusteigen.