Mitteldeutsche Aufstiegsmomente im Osterkörbchen - Teil II Saison 2003/04 - Erfurt und Dresden feiern Zweitliga-Aufstieg

Um die Jahrtausendwende befanden sich Rot-Weiß Erfurt und Dynamo Dresden mitten in einer langwierigen Durststrecke, was bezahlten Profifußball betrifft. Die Saison 2003/04 brachte jedoch endlich Erlösung in Thüringen und Sachsen. Wir zeigen am Samstag ab 9:00 Uhr die entscheidenden Spiele beider Teams in einer Zusammenfassung in unserer SpiO-App.

FC Rot-Weiß Erfurt Aufstieg 26 min
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Fr 10.04.2020 12:20Uhr 25:47 min

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Erfurt beendet Regionalliga-Durststrecke

13 Jahre mussten die Fans von Rot-Weiß Erfurt darauf warten, doch in der Saison 2003/2004 der Regionalliga Süd wurden die Segel schließlich wieder in Richtung Profifußball gesetzt. Mit Neu-Trainer René Müller an der Seitenlinie und einer neu aufgebauten Mannschaft auf dem Platz gelang dieses Kunststück am vorletzten Spieltag. Und dass, obwohl der Verein den Zweitliga-Aufstieg vor Saisonbeginn gar nicht als Ziel ausgegeben hatte.

Die Fans des FC Rot-Weiß Erfurt jubeln nach dem Schlusspfiff.
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So wurde weitgehend darauf verzichtet, namhafte Neuzugänge zu verpflichten. Dennoch: Im Laufe der Saison hatte sich eine schlagkräftige Truppe formiert, die am 33. Spieltag (29. Mai 2004) vor knapp 20.000 Zuschauern im letzten Heimspiel der Saison gegen den direkten Aufstiegskonkurrenten 1. FC Saarbrücken ran musste.

Rene Müller, früherer DDR-Nationaltorhüter und derzeit Trainer bei Rot-Weiß Erfurt (r), aufgenommen am 29.05.2004 auf heimischem Platz in Begleitung seines Co-Trainers Alois Schwartz.
RWE-Trainer René Müller (re.) mit Co-Trainer Alois Schwartz im Spiel gegen Saarbrücken. (Archiv) Bildrechte: dpa

Hebestreits Hacke bringt Erfurt die Erlösung

In dieser entscheidenden Partie schien zunächst alles nach Plan zu laufen. Erfurt hatte in der Saison noch kein einziges Spiel auf heimischem Platz verloren und ging auch früh durch Torjäger René Müller, der seinen 17. Saisontreffer per Kopf markierte, in Führung. Die Fans von Rot-Weiß waren aus dem Häuschen, doch der 1. FC Saarbrücken, der selbst große Aufstiegsambitionen hatte, spielte da noch nicht so recht mit. Die spielstarken Gäste kamen immer wieder zu Chancen und in der zweiten Halbzeit schließlich durch den ersten Saisontreffer von Echendu Adiele zum hochverdienten Ausgleich.

Rudolph Zedi 13 min
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Fr 10.04.2020 14:13Uhr 12:36 min

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Andreas Richter 7 min
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Fr 10.04.2020 14:14Uhr 07:20 min

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Saarbrücken war drauf und dran, die tiefstehenden Erfurter zu überrennen, doch Ronny Hebestreit erlöste die Hausherren spät, in dem er seine rechte Hacke in einen Schuss von Kapitän Rudolf Zedi stellte und den Ball unhaltbar ins Tor lenkte. Erfurt siegte 2:1 und sicherte sich damit den Aufstieg. Aber auch die letztlich drittplatzierten Saarbrücker durften feiern und den Gang in Liga zwei nach 34 Spieltagen antreten. Der Grund: Meister FC Bayern München II besaß kein Aufstiegsrecht.

Erfurts Stürmer Ronny Hebestreit bejubelt am 29.05.2004 im Erfurter Steigerwaldstadion sein Tor
Ronny Hebestreit bejubelt seinen Treffer zum 2:1 gegen Saarbrücken. (Archiv) Bildrechte: dpa

Dynamos "Wiederauferstehung" unter Trainer Franke

Die Anhänger von Dynamo Dresden brauchten in sieben Regionalliga-Spielzeiten und zwei in der Oberliga ebenfalls Geduld, bis es in der sächsischen Landeshauptstadt wieder Zweitliga-Fußball zu sehen gab. Vor allem der Aufstieg in die Regionalliga-Nord unter Trainer Christoph Franke im Jahr 2002 kann in dem Zusammenhang als eine Art "Wiederauferstehung" des Vereins verstanden werden. Es war zumindest der Grundstein für mehr, denn 2003/04 gelang dem Verein die Rückkehr in den bezahlten Profifußball.

Mit drei Punkten und 13 Toren Vorsprung auf den drittplatzierten Wuppertaler SV war der Aufstieg in die 2. Bundesliga am vorletzten Spieltag vor 28.000 Zuschauern geschafft. Der Gegner an diesem Spieltag war der VfR Neumünster. Auf dem Papier war es eine leichte Aufgabe gegen den Tabellenletzten, doch es kam anders und wurde ein hartes Stück Arbeit für die Franke-Elf.

Dresden-Trainer Christoph Franke ist vor Freude ausser sich
Dynamo-Coach Christoph Franke im Spiel gegen Neumünster. (Archiv) Bildrechte: dpa

Jovanovic sorgt für schwarz-gelbe Ekstase

Dynamo Dresden präsentierte sich am 33. Spieltag (30. Mai 2004) über weite Strecken wie ein Aufsteiger. Die Sachsen kontrollierten in der ersten Halbzeit den Ball und beherrschten das Spiel. Das einzige Manko: Selbst Großchancen wurden nicht genutzt. Nach dem Seitenwechsel erlebte Schwarz-Gelb eine Schwächephase, die wiederum von den Gästen, trotz einiger Hochkaräter, nicht ausgenutzt werden konnte. Dann eroberte Daniel Ziebig auf der linken Seite den Ball und fand Maik Wagefeld in zentraler Position. Dynamos Mittelfeldmann schickte Ranisav Jovanovic, der den erlösenden Treffer zum 1:0-Endstand wunderbar ins lange Ecke schlenzte. Das Stadion verwandelte sich in ein Tollhaus, der Aufstieg war perfekt.

Dynamo-Coach Franke fasste das Erlebnis zusammen: "Das Tor von Ranisav Jovanovic war eine Erlösung. Er hat die Situation im Stile eines Torjägers gelöst. Schlussendlich war es aber der Lohn für eine tolle Saisonleistung der gesamten Mannschaft und der Fans, die uns unterstützt haben."

Dresdens Stürmer Ranisav Jovanovic bejubelt sein Siegtor am 30.05.2004 im heimischen Rudolf-Harbig-Stadion.
Ranisav Jovanovic schoss Dynamo gegen Neumünster in die 2. Bundesliga. (Archiv) Bildrechte: dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 11. April 2020 | 19:30 Uhr

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