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Als souveräner Meister der Oberliga Nordost/Süd hat Traditionsklub Rot-Weiß Erfurt den Wiederaufstieg in die Regionalliga gepackt. Am Freitag eröffnet RWE in Luckenwalde die Saison. Bildrechte: IMAGO / Bild13

Fußball | RegionalligaGroßes Gedränge, bekannte Namen, viele Fans – die Regionalliga Nordost startet

Stand: 04. August 2022, 08:11 Uhr

Ab Freitag rollt wieder der Ball in der Regionalliga Nordost. "Sport im Osten" zeigt gleich zwei Partien des 1. Spieltages im Livestream. Wir haben alle wichtigen News rund um die Liga zur neuen Saison zusammengestellt.

Am Freitag (5. August) startet die neue Saison der Regionalliga Nordost und eines ist sicher: Der Kampf um den Staffelsieg und gegen den Abstieg wird noch spannender. Ein absoluter Topfavorit ist nicht auszumachen. Eröffnet wird die neue Spielzeit mit dem Auswärtsauftritt des FC Rot-Weiß Erfurt.

Zwei Livestreams zum Auftakt

"Sport im Osten" überträgt die Partie des Teams von Trainer Fabian Gerber am Freitagabend ab 17:50 Uhr im Livestream in der SpiO-App und auf sport-im-osten.de. Für RWE ist es die Rückkehr auf die Fußballbühne nach dem sportlichen und finanziellen Absturz aus der 3. Liga bis in die Oberliga. Allein durch den großen Anhang werden die Erfurter sicher eine Bereicherung für die Liga sein. Sportlich will man sich laut Geschäftsführer und Investor Franz Gerber um Platz zehn einordnen.

Am Samstag (6. August) gibt der amtierende Staffelsieger seine erste Visitenkarte ab. Der BFC Dynamo gastiert bei Regionalliga-Urgestein ZFC Meuselwitz. "Sport im Osten" wird ab 13:25 Uhr auch dieses Duell im Livestream zeigen.

Festlegung auf maximal vier Absteiger

Die Nordoststaffel besteht in dieser Saison wieder aus 18 Mannschaften. Und diese Staffelstärke soll nach Möglichkeit auch in der nächsten Spielzeit beibehalten werden, so der Plan des Nordostdeutschen Fußballverbandes. Um aber ein Szenario mit fünf oder sechs Absteigern zu umgehen, gibt es eine Festsetzung auf maximal vier Teams, die nach Saisonende den Weg in die Oberliga antreten müssen. Bedeutet auch, dass im Falle von vier Absteigern aus der 3. Liga und abhängig davon, ob es einen Aufsteiger gibt oder nicht, die Nordoststaffel in der Saison 2023/24 auch mit 19 oder 20 Mannschaften gespielt werden könnte.

Der Kampf um die Liga

Packend dürfte der Kampf gegen den Abstieg definitiv werden, denn die beiden Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt und Greifswalder FC haben eine andere Qualität als im letzten Jahr beispielsweise Tasmania Berlin. So dürfte sich der Kreis der Abstiegskandidaten auf die Mannschaften beschränken, die mehr oder weniger unter semiprofessionellen Bedingungen arbeiten.

Neben Tennis Borussia Berlin, Lichtenberg 47 oder dem FSV Luckenwalde dürften auch die mitteldeutschen Vertreter Germania Halberstadt und ZFC Meuselwitz zu den Mannschaften gehören, die sich in der unteren Tabellenhälfte wiederfinden. Welche Rolle Erfurt oder Greifswald spielen werden, die sich personell enorm verstärkten und unter Profibedingungen arbeiten, wird sich zeigen.

Staffelfavoriten Cottbus und Chemnitz

Deutlich größer dürfte der Kreis jener Teams sein, die sich Hoffnungen auf den Staffelsieg machen. Energie Cottbus hat die Abgänge der Stürmer Erik Engelhardt und Maximilian Pronichev gut kompensiert. Eric Hottmann kam von Türkgücü München, Maximilian Oesterhelweg aus Jena. Die Lausitzer um Trainer Claus-Dieter Wollitz dürften einer der heißesten Anwärter auf Platz eins sein.

Ob auch der BFC Dynamo wieder ganz oben angreifen wird, bleibt abzuwarten. Der Kader wurde ordentlich durcheinandergewirbelt. Immerhin blieb Dauerknipser Christian Beck an Bord. Eine Wundertüte ist Viktoria Berlin, wo man abwarten muss, wie der neue Trainer und die neu zusammengewürfelte Mannschaft harmonieren. Ernst nehmen muss man nach den letzten Zugängen einmal mehr die VSG Altglienicke.

Aus mitteldeutscher Sicht deutet sich an, dass der Chemnitzer FC eine sehr gute Rolle spielen könnte. Christian Tiffert hielt die Stammkräfte zusammen, verstärkte sein Team zudem mit Robert Berger vom 1. FC Lok Leipzig. Der war auch der einzige Neue, der beim großen Fight im DFB-Pokal gegen Union Berlin in der Startelf stand. Die Eingespieltheit der Himmelblauen könnte ein Trumpf werden.

Fragezeichen hinter Carl Zeiss Jena

Der FC Carl Zeiss Jena hat eine schwierige Saison vor sich. Die neue Arena lässt Drittliga-Träume wahr werden, aber der Spieleretat musste heruntergefahren werden. Bei der knappen Pokal-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg brachte Andreas Patz fünf Neue in der Startelf, die sich ordentlich wehrte. Die Frage ist aber, ob der Kader in der Breite über die gesamte Saison gesehen die Qualität für Platz eins hat.

Jena-Trainer Andreas Patz hat einen großen Umbruch im Kader zu bearbeiten. Bildrechte: IMAGO/Bild13

Der 1. FC Lok Leipzig war lange Zeit die Überraschungsmannschaft der letzten Saison. Auch in dieser Spielzeit muss man das Team von Trainer Almedin Civa auf dem Zettel haben. Große personelle Verschiebungen gab es nicht, sieht man von Berger ab. Auch hier bleibt die Frage nach der qualitativen Tiefe des Kaders.

Sechs neue Übungsleiter

Staffelsieger BFC Dynamo trennte sich kurz nach den erfolglosen Aufstiegsspielen gegen den VfB Oldenburg von Trainer Christian Benbennek, holte Heiner Backhaus, der zuvor in Koblenz zwei Jahre in der Regionalliga Südwest gearbeitet hatte.

Heiner Backhaus ist neuer Trainer des BFC Dynamo. Bildrechte: Patrick Skrzipek

Neue Übungsleiter gibt es auch bei drei weiteren Berliner Vereinen. Viktoria Berlin versucht es nach dem Abstieg aus der 3. Liga mit Semih Keskin, der zuvor die U19 des Vereins trainiert hatte. Abu Njie hat bei TeBe das Sagen, war zuvor bei Tasmania Berlin viele Jahre unter Vertrag. Auch der SV Lichtenberg hat einen neuen Trainer, nachdem Vereinslegende Uwe Lehmann seinen Job an den Nagel gehangen hatte. Murat Tik, der viele Jahre bei CFC Hertha 06 an der Seitenlinie stand, soll das Team zum Klassenerhalt führen. Ex-TeBe-Coach Markus Zschiesche ist ein Stückchen weiter zum SV Babelsberg gezogen. Bei den mitteldeutschen Vereinen gab es nur einen Wechsel auf der Trainerbank. Heiko Weber kehrte nach zwei Jahren zum ZFC Meuselwitz zurück.

Tolcay Cigerci stürmt von nun an wieder für Altglienicke. Bildrechte: IMAGO / Jan Huebner

Die größten Transfers

Aufhorchen ließ die VSG Altgliniecke mit der erneuten Verpflichtung von Tolcay Cigerci, der bereits in der vorzeitig abgebrochenen Saison 2020/21 im VSG-Dress auflief. Der Offensivmann war bei Viktoria Berlin in der 3. Liga der Toptorjäger und Vorbereiter, kam dann im letzten halben Jahr in Samsunspor (Türkei) aber nicht zurecht. Für die VSG ist die Rückholaktion ein echter Gewinn.

Einen großen Namen trägt auch Tom Weilandt, der Aufsteiger Greifswalder FC verstärkt. Der 30-Jährige bringt es auf über 170 Zweitligaspiele bei Hansa Rostock, Greuther Fürth, Holstein Kiel. Nach einer wenig erfolgreichen Zeit in Bochum zieht es den Stürmer zurück in die Heimat. Und Greifswald holte mit Guido Kocer noch einen in der Region bekannten Mann. Der 33-Jährige hatte drei Jahre für Erzgebirge Aue die Fußballschuhe geschnürt.

Zuschauerkrösus

In der abgelaufenen Spielzeit pilgerten die meisten Zuschauer ins Stadion der Freundschaft nach Cottbus, insgesamt über 78.000. Die BSG Chemie Leipzig verbuchte einen Zuschauerschnitt von 3.450 und ist damit der mitteldeutsche Verein mit den meisten Fans. Die Leutzscher haben aktuell mit über 2.000 Tickets die meisten Dauerkarten der mitteldeutschen Vereine für die neue Spielzeit abgesetzt. Auch Cottbus steht kurz vor der 2.000-Grenze.

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rei

Dieses Thema im Programm:MDR+ | Sport im Osten | 05. August 2022 | 17:55 Uhr

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