Fußball | Regionalliga & Oberliga Stimmen zur Coronalage aus Regionalliga und Oberliga

Saison unterbrechen oder weiterspielen? Zuschauer zulassen oder besser nicht? Die Corona-Pandemie hat den Fußball wieder einmal fest im Griff. Wir haben mit einigen Spielern und Verantwortlichen aus Regional- und Oberliga über die neuesten Entwicklungen gesprochen. Dabei gingen die Meinungen der Betroffenen durchaus auseinander.

Corona Story Sport 5 min
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Volkhardt Kramer Auerbach (Manager VfB Auerbach):

"Im Moment ist es so, dass Inzidenzen das Geschehen um die Mannschaft bestimmen und Fußball nur ganz wenig. In der ganz aktuellen Lage hat niemand Stimmung auf Fußball und volle Stadien. Die FFP2-Maske ist momentan wichtiger als alles andere - auch symbolisch. Wir sollten an andere Dinge denken und möglichst viel dazu beitragen, dass die Pandemie nicht noch schlimmere Ausmaße annimmt.

Volkhardt Kramer (VfB Auerbach)
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Meine Meinung ist, dass die Verhinderung der Ausbreitung das allerwichtigste ist. Spiele ohne Zuschauer sind dabei eine Möglichkeit. Das wird für die Vereine aber auf Dauer schwierig sein. Da es so viele Erkrankte in allen Mannschaften gibt, sollte man das im Moment in den Mittelpunkt der Organisation in der Liga stellen und erst dann weiterspielen, wenn alle Mannschaften wieder in der Lage sind, ihre Teams normal aufzustellen. Im Interesse der Gesundheit aller Beteiligten würde ich eine Unterbrechung befürworten. Wir sollten uns schützen und da sind alle Maßnahmen in diese Richtung richtig."

Romy Polster (Vorsitzende Chemnitzer FC)

"Ich hoffe ganz stark, dass wir die Regionalliga zu Ende spielen können. Ich habe da vollstes Vertrauen in Hermann Winkler. Die Spielordnung lässt es ja auch zu, dass bei anderen Regeln in anderen Bundesländern auch das Heimrecht getauscht werden kann, sodass wir den Fortbestand der Saison sichern können.

Romy Polster
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Die Heimspiele des CFC werden vorerst ohne Zuschauer stattfinden müssen. Wir müssen uns der Pandemie geschlagen geben, die Inzidenzen sind einfach so hoch. Wir hoffen, dass es für viele doch ein Anreiz ist, sich doch noch impfen zu lassen. Trotz der Durchseuchung brauchen wir uns dem Virus, denke ich, allerdings nicht so weit geschlagen geben, dass wir mit der Liga aufhören. Ich finde, wir müssen darum kämpfen. Ich halte nichts davon, jetzt eine Pause zu machen."

Tommy Kind (Stürmer VfL Halle)

"Die Mannschaft würde eine Unterbrechung hart treffen. Wir sind richtig gut drauf gerade . Wenn wir jetzt wieder bestraft werden vom Coronavirus, wäre das schon sehr schade. Ich finde unter Ausschluss der Zuschauer und 3G-Regel könnte man auch hier in der Oberliga Fußball spielen, aber da sind uns die Hände gebunden, das müssen andere entscheiden."

Farih Kadic (Trainer VfL Halle)

"Wir können nicht viel planen, auch im Training. Man weiß nicht, wie das läuft mit 2G, 3G, 2G+ - das versteht kein Mensch mehr. Wir warten jeden Tag, dass die Politiker was entscheiden, damit wir überhaupt wissen, wie es weiter geht."

Benjamin Förster (Stürmer ZFC Meuselwitz)

"Wir als Spieler sind jetzt mitten im Saft, da wollen wir schon gerne weiterspielen. Wenn es die Pandemie nicht zulässt vor Zuschauern zu spielen, dann am liebsten ohne Zuschauer Das wäre besser, als abzubrechen. Aber die Politik hat am Ende das Sagen, zu beurteilen, ob das richtig ist oder nicht. Es steht mir nicht zu, das zu beurteilen."

David Bergner (Trainer ZFC Meuselwitz)

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"Ich bin hier Trainer in Meuselwitz. Was ich will und was mir gut tut, spielt keine Rolle. Corona ist ein Thema, welches die ganze Nation bewegt. Deshalb werde ich mich dazu nicht groß äußern. Natürlich braucht jeder Spieler, jeder Trainer im Stadion auch Zuschauer. Ich persönlich würde mich freuen, wenn wir mit Zuschauern die Saison zu Ende bringen. Aber, wenn es der Sache dient, sollten leere Stadien das letzte Mittel sein."

Nico Knaubel (Trainer FC Eilenburg)

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"Es gab vor dem Spiel eine Ungewissheit, bei dem, was in Sachsen gerade passiert. Deswegen sind wir froh, dass wir heute überhaupt spielen konnten. Es ist als Privileg zu betrachten, gerade weil so viele Kollegen im Landkreis Sachsen auf Amateurebene nicht spielen dürfen. Ich hoffe, dass wir unseren Sport weiter ausführen dürfen. Und wir sind uns unserer Verantwortung auch bewusst, dass die Regeln eingehalten werden müssen. Ich hoffe sehr, dass der Sport nicht der Verlierer der ganzen Pandemie ist."

Uwe Stark (Präsidiumsmitglied FC Eilenburg)

"Es ist schon sehr schwierig für uns ohne Zuschauer, aber wir müssen uns auch an die Regeln halten. Auch für die Fans ist es natürlich sehr schade. Die Einnahmen aus den Ticketverkäufen brauchen wir, um die Kosten zu tilgen - denn diese laufen ja weiter.

Wir brauchen diese Mittel, um den Spielbetrieb und alles drum herum aufrecht zu erhalten. Da bewegen wir uns im Moment auf Messers Schneide. Sollte es in Zukunft wieder die Möglichkeit geben, vom Staat Unterstützung der erhalten, wird der FC Eilenburg wieder die Anträge stellen, da wir das Geld einfach weiterhin benötigen."

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red

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7 Kommentare

Matze91 vor 9 Wochen

Nicht mal bei diesen ernsthaften Thema kannst du bei der Sache bleiben.
Deine Kommentare sind nicht nur lächerlich sondern auch Respektlos gegenüber diesen Menschen die aufopferungsvoll auf den Intensivstationen um Menschenleben kämpfen.
Wenigstens da solltest du deine Spitzen gegen Chemnitz und den CFC lassen.
Aus Respekt..!!

Thommi Tulpe vor 9 Wochen

Das einzig Wirksame im Kampf gegen die Pandemie ist Kontaktvermeidung/ -reduzierung.
Wie oft haben wir diese eindringlichen und mahnenden Worte in den letzten Wochen von jenen gehört, die täglich auf den Intensivstationen aufopferungsvoll um Menschenleben kämpfen?
Möglichst viele Spiele in vollen Stadien austragen ist sicher die verkehrteste Antwort!?

MDR-Team vor 9 Wochen

Hallo NeuerHeip! Ja, die Infektionszahlen sind momentan sehr hoch. Die Impfungen können aber meistens für einen milderen Verlauf sorgen. Im Dezember 2020 und Januar 2021 gab es noch sehr hohe Todeszahlen (siehe RKI). Diese werden in diesem Winter hoffentlich nicht so hoch ausfallen. Viele Grüße aus der MDR.de-Redaktion