Torsten Gütschow, 2017
Torsten Gütschow Bildrechte: IMAGO

Fußball | Regionalliga | Fragebogen Budissa-Trainer Gütschow sieht schwierigste Liga aller Zeiten

Vor der Regionalliga-Saison haben wir den Trainern einen Fragebogen gegeben. Es ging um das Ziel, die Favoriten, die Aufstiegsregelung und eine Million Euro. Geantwortet hat diesmal: Torsten Gütschow von Budissa Bautzen.

Torsten Gütschow, 2017
Torsten Gütschow Bildrechte: IMAGO

Frage: Was wollen Sie mit Ihrem Team in dieser Saison erreichen?

Torsten Gütschow: "Wir haben ja in der letzten Saison mit 41 Punkten ein Traumergebnis erreicht. Es wird schwer, das wieder zu erreichen. Wir werden alles versuchen, es wieder hinzukriegen. Aber es wird eine sehr schwere Saison für uns."

Wie hat sich Ihre Mannschaft im Vergleich zur vergangenen Spielzeit verändert?

"Wir haben wichtige Leute verloren, wie Tobias Heppner, Franz Pfanne oder Paul Milde. Spieler, die hier zwei, drei Jahre Fuß gefasst hatten. Wir haben begonnen, die Mannschaft neu aufzubauen."

Wurden alle Ihre Spielerwünsche erfüllt?

"Schwierige Frage. Wir können nicht aus dem Vollen schöpfen wie andere Vereine, die einen viel höheren Etat haben. Da können wir nicht mithalten. Wir versuchen junge Spieler zu holen, die wir dann entwickeln."

Philipp Dartsch (links) und sin Trainer Torsten Gütschow.
Torsten Gütschow und Philipp Dartsch (li.) Bildrechte: FSV Budissa Bautzen e.V.

Wie attraktiv ist die Regionalliga Nordost 2018/2019 und auf welches Spiel freuen Sie sich am meisten?

"Die schwierigste Liga aller Zeiten. Vielleicht werden wir eine Zwei-Klassen-Liga haben. Die einen wollen aufsteigen, die anderen kämpfen um den Klassenerhalt. Am meisten freue ich mich auf die Duelle mit Chemnitz – für die habe ich ja selbst noch in der 2. Liga gespielt."

Wer sind für Sie die Staffelfavoriten?

"Die, die den größten Etat haben. Nordhausen, Lok und der BFC wollen hoch. Chemnitz und Erfurt wollen wieder zurück. Bei Viktoria Berlin mit den Chinesen muss man abwarten, was dort wird. Es sind schon Vereine, die große Mittel haben."

Wenn Ihnen morgen jemand ohne Bedingungen eine Million Euro für den Verein/die Mannschaft überreichen würde, was wäre Ihre erste Investition?

"Dann würde ich ein Sportlerheim bauen lassen, wo viele Anhänger jedes Spiel von uns auswärts live schauen können. Fans, die die vielen Kilometer für diese Auswärtspartien nicht mitmachen können."

In dieser Saison gibt es einen direkten Aufsteiger in die 3. Liga. Die Zukunft ist aber eher ungewiss. Wie sieht Ihre Lösung für das Thema Drittliga-Aufstieg aus?

"Es ist ein leidiges Thema. Ich empfinde das so, dass der, der vorne steht, aufsteigen muss. Es muss eine Regelung her, wo der Erste direkt aufsteigt. Jetzt ist es zunächst einmal wunderbar. Aber man muss in der Zukunft dafür sorgen, dass der Erstplatzierte aufsteigt. So dass er keine zwei Aufstiegsspiele mehr hat."

Sind Sie eher ein Laptop-Trainer oder der Typ Schleifer?

"Ich finde, weder das eine noch das andere. Ich habe mir bei vielen Trainern etwas abgeschaut. Ich versuche es über die zwischenmenschliche Komponente. Ich führe die Mannschaft wie eine Tochter oder ein Sohn. Es geht um Pünktlichkeit und Respekt. Das versuche ich meinen Spielern beizubringen. Ich versuche gerade mit den Akteuren, die nicht zum Einsatz kommen, zu sprechen.  Ich setze auf gegenseitiges Vertrauen. Wenn es mal härtere Worte gibt, dann geht es nur um Fußball und nicht um den Menschen, Das habe ich meinen Spielern auch so gesagt."

Bautzens Coach Torsten Gütschow (links) ärgert sich intensiv über die vergebenen Chancen seiner Mannschaft.
Bautzens Coach Torsten Gütschow ist immer mit vollem Einsatz dabei. (Archiv) Bildrechte: Torsten Zettl

Wenn Sie der Kabinen-DJ ihres Teams wären, welche Musik würde dort vorm Spiel laufen?

"Deutsche Schlager. Mein Team kennt mich ja. Das haut bei meinen Jungs aber nicht hin. Die lassen sich schon etwas Gutes einfallen."

Wobei können Sie am besten vom Fußball-Alltag entspannen?

"Bei meiner Familie. Das ist mir das Wichtigste. Man ist ja froh, wenn man mal das Handy ausmachen kann. Man hat in diesem Job ja schon viele Dinge im Kopf."

Was würden Sie gern noch sagen?

"Ich glaube, das wird für uns eine Saison, wo wir die Klasse halten und vielleicht sogar noch einmal 41 Punkte holen. Ansonsten: Dass alle gesund bleiben – mehr Wünsche habe ich nicht."

cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 28. Juli 2018 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2017, 09:15 Uhr

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4 Kommentare

19.07.2018 16:51 Max 4

@Mustermann:

..Wie er sagte: "Vielleicht werden wir eine Zweiklassen-Liga haben"

@2 sehe auch die Teams vorn.. aber warten wir ab ;-)

19.07.2018 14:31 Mustermann 3

Budissa-Trainer Gütschow ist also ein Hellseher und kann in die Zukunft sehen. Wieso die schwierigste Liga aller Zeiten? Oder weiß der schon was in 5 Jahren ist?

18.07.2018 21:32 Patrick Karabin 2

Meine Favoriten für den Aufstieg in die 3. Liga sind FC Rot-Weiß Erfurt, Chemnitzer FC und FSV Wacker Nordhausen. Ich finde, dass es eine einheitliche Aufstiegsregelung zur 3. Liga geben muss. #FC Rot-Weiß Erfurt

18.07.2018 16:58 Daumen hoch! 1

Ein sehr symphatischer Trainer , der trotz (Auswärts) Niederlage noch ein Autogramm gab - genauso wie ein Spieler (meines ehemaligen Verein) der auch für Bautzen spielt!
Alles gute Budissa - wir sehen uns. :-)