Fußball | Regionalliga NOFV lässt Trikotwerbung für Toleranz zu

Bisher beharrte der Nordostdeutsche Fußballverband, wenn es um Werbung für politische Gruppierungen und Aussagen ging, auf einem grundsätzlichen Verbot. Ab sofort sind dort aber Ausnahmen möglich.

Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fuߟballverbands / NOFV
Bildrechte: imago images/Picture Point

Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) hat die Vorschriften zur Trikotwerbung konkretisiert. Das teilte der Verband am Donnerstag mit. Präsident Hermann Winkler bestätigte, dass man mit dieser Öffnung auch ein Zeichen setzen wolle. "Wenn ein Verein mit der Losung 'Gegen Rassismus' auflaufen möchte, ist das nun eindeutig geregelt und erlaubt", sagte Winkler "Sport im Osten".

Winkler: "Eindeutige Haltung einnehmen"

In der bisherigen Fassung war klar geregelt, dass Werbung für politische Aussagen und Gruppierungen ausdrücklich nicht gestattet sei. In der Pressemitteilung führt Winkler weiter aus, dass es selbstverständlich sei, "gesellschaftliche Entwicklungen aufzugreifen und nach außen eine eindeutige Haltung einzunehmen, um jeglichen menschenverachtenden Verhalten entschieden entgegenzutreten".

Streit mit Babelsberg und TeBe beigelegt

Hintergrund ist ein Streit zwischen dem SV Babelsberg und dem Verband. Der Kiezklub wollte in der neuen Saison mit einem Logo auf der Hose für den Verein "Neues Potsdamer Toleranzedikt" werben. Das hatte der Verband mit Hinweis auf die Spielordnung untersagt. Auch TeBe hatte sich mit dem NOFV angelegt. Der hatte untersagt, dass die Berliner auf der Trikotbrust für den Opferfonds für Betroffene rechter Gewalt "Cura" wirbt.

Beide Vereine wurden nun in die Entscheidungsfindung einbezogen. "Sie stimmten dem ausgearbeiteten Entwurfsvorschlag zu und begrüßten die schnelle Änderung und Klarstellung für Werbung mit politischen Aussagen", erklärte NOFV-Vizepräsident Bernd Schultz. Der Babelsberger Maerketingchef Thoralf Höntze zeigte sich erfreut: "Ich freue mich, dass beim NOFV ein Umdenken stattgefunden hat. Wir haben in Gesprächen mit dem Verband klarmachen können, dass es bei uns Sponsoren gibt, die uns gerade wegen unserer gesellschaftspolitischen Arbeit unterstützen."

Neue Fassung im § 25 der Spielordnung:

"Werbung für politische Gruppierungen und mit politischen Aussagen ist grundsätzlich nicht gestattet, es sei denn, die Werbung dient oder ist dazu geeignet, rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen sowie anderen homophoben, diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen entgegenzuwirken oder den Grundsätzen des Paragraf 3 der Satzung des NOFV Rechnung zu tragen, insbesondere dem Vorgehen gegen jegliche Formen von Gewalt sowie der Förderung des FairPlay-Gedankens und der Pflege von Respekt,  Anerkennung, Gleichberechtigung, Integration, Vielfalt, Toleranz und Prävention. In Zweifelsfällen entscheidet hierüber auf Antrag das geschäftsführende Präsidium."

pm/rei

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 11. Dezember 2021 | 16:00 Uhr

45 Kommentare

Allgaeuer vor 29 Wochen

@CP Für mich nicht. Wenn ich Ihre Meinung lesen möchte, frage ich Sie danach. Merken Sie sich das bitte für die Zukunft. Oder sind Sie etwa sein Sprachrohr?

Chili Palmer vor 29 Wochen

Meine Güte. Die Haltung von @Soldaten Norbert ist absolut unmissverständlich dargelegt. Wenn ich unsere regelmäßigen Scharmützel mit hinzurechne mutiert deine Begriffsstutzigkeit inzwischen zur Endlosschleife.

Allgaeuer vor 29 Wochen

@SN Wovor warnen Sie denn nun genau? Sie bringen hier nur hanebüchene Gegenargumente? Was ist denn am eintreten für Toleranz und Menschlichkeit so schlimm?

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