Albert-Kuntz-Sportpark
Der Albert-Kuntz-Sportpark in Nordhausen. Wird hier womöglich in der kommenden Saison Drittliga-Fußball gespielt? Bildrechte: imago/Karina Hessland

Fußball | Regionalliga Überschaubare Anzahl an NOFV-Drittliga-Bewerbern

Der Chemnitzer FC verfügt an der Tabellenspitze der Regionalliga Nordost weiterhin über einen komfortablen Vorsprung von sieben Punkten und hat dabei eine Partie weniger als der erste Verfolger Berliner AK bestritten. Die sportliche Qualifikation ist aber lediglich die erste Hürde zum Aufstieg in die 3. Liga, über die endgültige Zulassung entscheidet der DFB im Lizenzierungsverfahren. Die Bewerber dafür – neben dem in der Insolvenz steckenden CFC – sind jedoch rar gesät.

Albert-Kuntz-Sportpark
Der Albert-Kuntz-Sportpark in Nordhausen. Wird hier womöglich in der kommenden Saison Drittliga-Fußball gespielt? Bildrechte: imago/Karina Hessland

Nach zuletzt zwei Chemnitzer Niederlagen hat zumindest der BAK – nicht zuletzt dank des eigenen 2:0-Erfolges im Spitzenspiel gegen die „Himmelblauen“ am vergangenen Sonntag (17.03.) – so etwas wie Morgenluft gewittert. Nur selbst wenn den Hauptstädtern sogar das sportliche Husarenstück gelänge, die Sachsen im Endspurt noch abzufangen – die Bewerbungsfrist am 1. März ließen sie verstreichen. „Jetzt ärgern wir uns“, sagte BAK-Präsident Mehmet Ali Han diesbezüglich dem MDR.

Auch Nordhausen laut Scholz in der Verlosung

Sollte dem CFC die vom DFB geprüfte „wirtschaftliche und technisch-organisatorische Leistungsfähigkeit“ fehlen, könnte ein lachender Dritter davon profitieren. Es gibt keine Beschränkung, dass lediglich der sportliche Meister aufsteigen darf.

Noch nicht offiziell dazu geäußert hat sich der FSV Wacker Nordhausen. Nach MDR-Informationen sind die Thüringer allerdings in die Verlosung eingestiegen. „Mein Kenntnisstand ist so, dass alles fristgerecht eingereicht worden ist“, informierte unter anderen FSV-Trainer Heiko Scholz den MDR auf Nachfrage, „aber das ist nicht mein Aufgabengebiet, ich bin für das Sportliche zuständig.“

Durch ihren Spielausfall am vergangenen Wochenende sind die Thüringer einstweilen auf Rang vier zurückgefallen. Einen Punkt vor ihnen steht – mit einem Spiel mehr – Hertha BSC II.

Klare Zusage von Hertha BSC II

Der Nachwuchs der „Alten Dame“ würde das mögliche Aufstiegsrecht definitiv wahrnehmen. „Sollte sich am Ende der Saison aufgrund des sportlichen Erfolges das Thema für uns stellen, wollen wir die Herausforderung natürlich annehmen und werden vorbereitet sein“, so Herthas Akademie-Leiter Benjamin Weber auf Nachfrage.

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Da Herthas erste Mannschaft im Fußballoberhaus spielt, prüft die DFL die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Klubs. Der DFB begutachtet den technisch-organisatorischen Bereich. Auch diesen gelte „es zu stemmen“, betonte Weber – dürfte für den Bundesligist allerdings reine Formsache sein.

Andere Vertreter der oberen Tabellenhälfte wie Rot-Weiß Erfurt oder der 1. FC Lok Leipzig hatten sich unter anderem aufgrund der monatelangen sportlichen Vormachtstellung der Chemnitzer den gut 30.000 Euro schweren Aufwand für den Lizenzantrag frühzeitig gespart.

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mhe/cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 19. März 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2019, 13:30 Uhr

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22 Kommentare

21.03.2019 06:29 rheumakay 22

@20 NT

1. Nicht Mannschaften sind insolvent, sondern Vereine. Und Vereine bestehen nicht nur aus einer 1. Herrenmannschaft. Ihrer Idee zufolge müssten dann sämtliche Jugend-, Kinder- und Frauenteams inkl. Mitarbeiter abgewickelt werden und von vorne anfangen. Finden Sie das gut?
2. Nicht jede Insolvenz ist selbstverschuldet bzw. Verarsche. Etats sind auf Kante genäht. Der Hauptsponsor springt ab/ist selbst pleite? Insolvenzgefahr. Umgekehrt heißt gegebene Zahlungsfähigkeit nicht zwangsläufig, dass ehrlich gearbeitet wird. Ganz so schwarz/weiß ist die Welt nicht.
3. Für ihren Vorschlag müsste das Insolvenzrecht geändert werden. Eine Firma ist in Schwierigkeiten? Zerschlagen und alle entlassen. Neu anfangen. Wie realistisch ist das denn?

20.03.2019 21:43 A-Block 21

@6 einfach mal den Kopf zu machen...

20.03.2019 19:46 NT 20

@rheumakay

dann sollten eben insolvente Mannschaften sich abwickeln lassen und neu anfangen, alles andere ist doch Verarsche von ehrlich arbeiten Vereinen

20.03.2019 14:33 rheumakay 19

@18 müder joe

Tja, lesen Sie doch noch mal meinen Post 16 (VfB vs. Lok) und informieren Sie sich über Hessen Kassel. Der FC Hessen Kassel wurde im Januar 1998 aufgelöst. Im Februar 1998 wurde der KSV Hessen Kassel neu gegründet. Auch wenn der Name quasi gleich ist, handelt es sich um zwei verschiedene Vereine. Es gibt keinen Verein, der nach Insolvenz in die Kreisklasse musste. (Es sei denn, er hat vorher in der Kreisliga gespielt und ist abgestiegen. ;-)

20.03.2019 12:49 müder joe 18

@rheumakay: Hessen Kassel

20.03.2019 12:00 Sabrina 17

Man wird sich bei Lok möglicherweise noch darüber ärgern, dass man keine Lizenz beantragt hat.
.
Man sollte den Tag nicht vor dem Abend tadeln.

20.03.2019 07:52 rheumakay 16

@10 Bayernfan

Können Sie mir bitte einen Verein nennen, der nach Insolvenz in der Kreisklasse angefangen hat? Es gibt keinen. Das von Ihnen ersehnte Szenario tritt nur dann ein, wenn ein insolventer Verein aufgelöst wird (z. B. VfB Leipzig). Sollte der Verein dann neu gegründet werden (z. B. 1. FC Lok), fängt er wie jeder andere neu gegründete Verein in der untersten Spielklasse an. Das war noch nie anders.

20.03.2019 07:15 Sitzplatzverweigerer 15

@Riesenberger

Hab ich was anderes gesagt? Nö.
Wir haben die Lizenz noch nicht. Und wir wissen auch nicht, mit welchen Auflagen der DFB um die Ecke kommt. Nach dem Theater der letzten Tage, sind wieder sämtliche Optionen offen.

Und ich denke, du kennst das mit dem Pferd vor der Apotheke.................

19.03.2019 19:36 Marienthaler 14

@4, Der e.V. kann gar nicht verschuldet sein, weil sonst das Spielrecht nicht auf die GmbH übergegangen wäre. Diese muss die Schulden mitgenommen haben. Das ist sportrechtlich schon gar nicht so gewollt, sonst könnte man ja immer und immer wieder eine neue Spiel-GmbH gründen, sobald die eine insolvent geht.

19.03.2019 18:56 Zerberus 13

30000 Euro für eine Drittligalizenz , das ist echt heftig. Vor allem da das Geld bei Nichtaufstieg ja auch weg ist.

Man stelle sich vor 6 oder 7 Vereine beantragen die Lizenz und irgendwer kassiert 200000 Euro quasi für nichts...

In welche Kassen wird das denn gespült?