Fußball | Regionalliga Verschiebt der NOFV den Regionalliga-Restart?

Die Entscheidung war eigentlich klar – wenn auch nicht unumstritten: In der Regionalliga Nordost soll Anfang Dezember der Ball wieder rollen. Kommt nun die Kehrtwende? Der Nordostdeutsche Fußball-Verband will noch in dieser Woche entscheiden. Skepsis kommt u.a. aus Thüringen: Meuselwitz und Jena können sich einen baldigen Restart angesichts des aktuellen Infektions-Geschehens nicht vorstellen.

Ein Spielball.
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Die Corona-Infektionszahlen steigen, die Politik verschärft die Lockdown-Maßnahmen, der Protest der Vereine gegen einen Regionalliga-Restart nimmt zu – wird der für Dezember geplante Restart in der Regionalliga Nordost verschoben? Möglich. NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs sagte am Mittwoch (25.11.2020) dem MDR: "Wir werden uns Freitag unter Berücksichtigung der getroffenen Entscheidungen der Politik und unter Berücksichtigung der aktuellen Lage mit den zuständigen Gremien und dem Präsidium per Videokonferenz treffen und eine Entscheidung zur Regionalliga treffen."

Fuchs: Bundespolitik abwarten

NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs
Fuchs: "Freitag Entscheidung treffen" Bildrechte: imago images/Matthias Koch

Debattiert werden soll, ob der für Anfang Dezember geplante Restart noch vertretbar ist. Nach MDR-Informationen werden auch innerhalb des NOFV die Stimmen lauter, die ein Verschieben des Spielbetriebes ins neue Jahr fordern. Laut Fuchs soll die am Freitag zu treffende Entscheidung von der Bundespolitik abhängig gemacht werden: "Wir können uns über getroffene Entscheidungen natürlich als Verband nicht hinwegsetzen. Am 6.11. haben wir uns mit einem Schreiben schon an die Politik gewendet und unseren Standpunkt klar gemacht. Jetzt müssen wir erstmal die Entscheidungen der Politik abwarten und auf dieser Grundlage treffen wir dann am Freitag unsere Entscheidung." Außerdem kündigte Fuchs an, dass die die Vereine "in unsere Entscheidungen zeitnah eingebunden" werden.

Meuselwitz und Jena spektisch über Neustart

Hubert Wolf, Präsident des ZFC Meuselwitz und Chef der Firma bluechip Fußball.
Hubert Wolf Bildrechte: imago/opokupix

Zuvor hatten sich ebenfalls am Mittwoch (25.11.2020) Vertreter des ZFC Meuselwitz und des FC Carl Zeiss Jena angesichts der weiterhin hohen Corona-Infektionszahlen skeptisch über eine zeitnahe Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Regionalliga Nordost geäußert. "Wer den Lebensunterhalt mit dem Sport bestreitet, sollte eine besondere Behandlung bekommen, aber nur im Rahmen dessen, was die gesellschaftliche Situation hergibt", sagte Meuselwitz-Präsident Hubert Wolf der "Thüringer Allgemeine" (Mittwochsausgabe).

Regelmäßige Tests vs. hohe Kosten

Vor der Präsidiumssitzung des NOFV an diesem Freitag gebe es Anzeichen, dass regelmäßige Corona-Tests eine Bedingung für den Spielbetrieb werden könnten. "Doch monatliche Kosten von 30.000 Euro wären für Vereine, die einen Etat von 700.000 bis einer Million Euro haben, nicht zu stemmen", erklärte Wolf.

Förster: Erneuter Austausch vor Neujahr

Auch Jenas Geschäftsführer Chris Förster äußerte Zweifel, den Spielbetrieb im Dezember fortzusetzen. "Aus unserer Sicht wäre es vernünftig, sich zwischen Weihnachten und Neujahr erneut über die Lage auszutauschen und dann zu beschließen, wie es im neuen Jahr weitergehen soll", sagte Förster.

Widerstand von Vereinen und dem Land Berlin

Zuletzt hatte sich vor allem der Vorjahres-Meister 1. FC Lok Leipzig für eine vorzeitige Winterpause und die Fortsetzung des Spielbetriebs im Januar öffentlich stark gemacht. Noch schärfer formulierte es das Land Berlin. Denn dort scheint die Fortsetzung des Spielbetriebs der Regionalliga-Vereine aktuell ausgeschlossen zu sein. Auf Nachfrage von "Sport im Osten" teilte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Inneres und Sport am Freitag mit, dass der Spielbetrieb laut Infektionsschutz-Verordnung des Landes Berlin aktuell nur in Profiligen möglich sei. Die Regionalliga Nordost ist keine reine Profiliga.

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dpa/red

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 28. November 2020 | 16:30 Uhr

12 Kommentare

Feldspieler vor 35 Wochen

Ganz ehrlich: die Corona-Pandemien ist für alle Vereine eine Herausforderung. Aber ihre kruden Theorien zum Thema Probstheida sorgen dafür, dass mir der Leutzscher Klub mittlerweile mehr und mehr unsympathisch wird! Kommt mal raus aus eurer Opferrolle und schaut ins Land - weit über Leipzig hinaus!

Thommi Tulpe vor 35 Wochen

Ich habe mit "meinem" Club 20 Jahre sogenannten "Amateurfußball" durchlebt. Es gab schon immer Vereine, welche tatsächlich "blank" Amateurfußball spielten, jedes Jahr auf`s Neue damit zu kämpfen hatten und haben, die Klasse auch finanziell zu halten. Und es gab schon immer Vereine, welche mehr oder weniger unter "Profi"bedingungen trainieren und spielen. Planungssicherheit: Was ist denn das für eine Sicherheit, wenn man trotz Spielplan genau weiß, dass in den Wintermonaten selbst unter "Normalbedingungen" massig Spiele wegen Unbespielbarkeit vieler Plätze ausfallen und nachgeholt werden müssen? Was Liga 4 bundesweit betrifft: Der Amateursport hat zu ruhen. Ist die Regionalliga West keine Amateurliga? Zu "guter" Letzt: Es war nie echt zu vermitteln, dass wir "Normalbürger" unsere Kontakte möglichst auf Null reduzieren sollten, Fußballprofis aber mitunter jeden europäischen Hotspot in internationalen Wettbewerben aber "mitnehmen" dürfen.

Chemieschwein vor 35 Wochen

Es geht nicht um den Aufstieg bei uns, das lässt die Infrastruktur gar nicht zu, Es geht um Planungssicherheit und die Tatsache das zich englische Wochen für viele Vereine, die kein reines Profitum haben, der absolute Gau währe und sogut wie nicht praktikabel ist.. @Lok das vorgebrachte Argument schmeckt wohl nicht.. Das hat nichts mit unserem Forum zu tun.. Sondern nur mit Tatsachen.. Es war alle Vereine die letzte Saison Stop gesagt , außer Eure Blau Gelbe GMBH, dieses Jahr ist alles anders rum, obwohl die Pandemiebedingungen die selben sind .. Ohne die Mega Winterpause wie gefordert müsstet Ihr Eure Profis bezahlen, ohne Hauptsponsor und Zuschauer (dieser Fakt trifft im übrigen alle Vereine) wird de Luft im selbstherrlichen Probstheida immer dünner... Deshalb gibts jetzt Schwellen zu kaufen ... Irgendwann kann man mit diesem gescheitertertem Profitum keine Fans mehr "melken ".