Fußball | Regionalliga Nordost | B-Junioren VfB Auerbach weist Rassismus-Vorwürfe von Hertha BSC scharf zurück

Der VfB Auerbach setzt sich gegen Vorwürfe von Hertha BSC zur Wehr und erhebt selbst Anschuldigungen. Die Berliner hatten ein B-Jugend-Spiel in Auerbach wegen angeblicher rassistischer Beleidigungen abgebrochen.

Ball Stele des VfB Auerbach mit Spielball.
Bildrechte: imago/Picture Point

Fußball-Regionalligist VfB Auerbach hat Rassismus-Vorwürfe von Bundesligist Hertha BSC scharf zurückgewiesen. Die Berliner hatten ein Spiel der B-Junioren-Regionalliga Nordost am Samstag, sie waren mit ihrer zweiten U16-Mannschaft bei der U16 der Vogtländer zu Gast, wegen angeblicher rassistischer Beleidigungen vorzeitig abgebrochen.

Der VfB schrieb in einer Pressemitteilung am Samstagabend: "Der VfB Auerbach hat mit großem Bedauern den Schritt der U16 von Hertha BSC wahrgenommen, das Regionalliga-Spiel vorzeitig zu beenden. Der VfB Auerbach verwehrt sich gegen den erhobenen Rassismus-Vorwurf. Der VfB Auerbach stellt fest, dass weder der Schiedsrichter noch die Schiedsrichter-Assistenten eine rassistische Äußerung wahrgenommen haben. Dies hat das Schiedsrichter-Gespann dem VfB Auerbach im Anschluss an das Spiel bestätigt. Auch ist der von Hertha BSC erweckte Eindruck falsch, es habe sich um ein Spiel gehandelt, das in irgendeiner Form von rassistischen Aussagen geprägt gewesen sein soll."

Der VfB Auerbach stellt fest, dass weder der Schiedsrichter noch die Schiedsrichter-Assistenten eine rassistische Äußerung wahrgenommen haben. Dies hat das Schiedsrichter-Gespann dem VfB Auerbach im Anschluss an das Spiel bestätigt.

VfB Auerbach Pressemitteilung

Auch Auerbachs Vorstandsmitglied Michael Stöhr-Gäbler äußerte sich: "Ich kann die Meinung und die Äußerungen von Manager Volkhardt Kramer nur bestätigen. Nach ersten Recherchen kann in keinster Weise auch nur ansatzweise von einem rassistischen Verhalten gesprochen werden." Der VfB Auerbach geht allen Vorwürfen "in aller Gründlichkeit intern" nach.

Die Partie wurde geleitet von Martin Wadewitz (Leipzig). Laut "fussball.de" waren 25 Zuschauer anwesend. Auch VfB-Manager Volkhardt Kramer war nach eigenem Bekunden dabei. Der langjährige Fußball-Funktionär sagte: "Wir haben über das gesamte Spiel übelste Pöbeleien und fortwährende Beleidigungen der Berliner Spieler gegenüber unseren Spielern mit Bedauern und Unverständnis feststellen müssen." So sollen eigene Akteure als "Affen" und "Aus-Inzest-Entstandene" bezeichnet worden sein.

Bei der Partie am Samstag (14.12.2019) hatten die Hertha-Junioren das Feld in der 68. Minute beim Stand von 2:0 verlassen und sich dafür entschieden nicht weiterzuspielen. Normalerweise darf nur der Schiedsrichter eine Partie abbrechen. Als Grund schrieb der Klub in einer Pressemitteilung auf der Homepage: "Mehrere Spieler unserer Mannschaft sind von ihren Gegenspielern rassistisch beleidigt worden. Nach Hinweisen beim Schiedsrichter haben wir uns entschieden (...) das Spiel nicht fortzusetzen, denn wir als Hertha BSC verurteilen Rassismus und Diskriminierung in jeglicher Form."

Mehrere Spieler unserer Mannschaft sind von ihren Gegenspielern rassistisch beleidigt worden.

Hertha BSC Hertha-Pressemitteilung

Der Trainer der Jugend-Mannschaft, Ex-Profi Sofian Chahed, twitterte ein Foto des Teams und schrieb dazu: "Es darf keinerlei Spielraum für Rassismus auf und neben dem Platz geben""

Der Nordostdeutsche Fußballverband prüft nun die Einleitung eines Verfahrens. Das bestätigte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs am Sonntag.

Bereits eine Woche zuvor hatte es bei einem Hertha-Spiel Rassismus-Vorwürfe gegeben. Bei der Partie der zweiten Herren-Mannschaft in der Regionalliga Nordost gegen Lokomotive Leipzig (1:2) am Freitag (06.12.2019) soll Torschütze Jessic Ngankam von Lok-Anhängern und einem Lok-Spieler rassistisch beleidigt worden sein. Daraufhin stellten die Profi-Spieler Jordan Torunarigha und Javairo Dilrosun ein Ngankam-Bild auf Instagram. Hertha reagierte auf die Lok-Begegnung offiziell erst am Montag (09.12.2019). Man verurteile "jegliche Art von Rassismus und Diskriminierung". Paul Keuter, Mitglied der Hertha-Geschäftsführung, schrieb: "Ja, wir hätten schneller reagieren müssen. Aber an unserem sehr ernst gemeintem Einsatz gegen Rassismus sollte keiner zweifeln."

red

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 15. Dezember 2019 | 16:30 Uhr

30 Kommentare

MDR-Team vor 40 Wochen

Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
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Auerbacher vor 40 Wochen

Anmerkung:

30.11. Hertha gg VfB Auerbach 6:0 B-Jugend
"Keine Auffälligkeiten"

06.12. Hertha2 gg LOK Leipzig 1:2 Regionalliga Nordost
"Angebliche Rassistische Beleidigungen seitens der Gäste"

14.12. VfB Auerbach gg Hertha 0:2 B-Jugend
"Abbruch der Gäste ca. 10 min vor Schluss aufgrund angeblicher Rassistischer Beleidigungen der Heimelf"

Zufall?! Am 30.11. fand das "Hinspiel statt, ohne das was war"

Ich war bei keinem der 3 Spiele, finde es nur komisch.. Sport frei!

Daniel vor 40 Wochen

@Mustermann Leider ist da Dein Anspruch auf sorgfältiges Recherchieren zu hoch auch an den MDR. Ich musste das leider schmerzlich erleben. Da werden Einträge auf Twitter zitiert ohne den Ursprung zu kennen. Erst einmal veröffentlichen ohne die Hintergründe zu kennen oder die Person zu befragen die öffentlich gemacht wird. Ist doch ganz einfach heute jemand der unbeliebt ist...man erstellt einen Facebook Account macht im fremden namen einen Post und stellt den in Twitter ein. Schon stehts Du am Pranger und weist es nicht mal.