Fußball | Regionalliga CFC will gegen Halberstadt die Flügel wiederbeleben

Bei Chemnitz gegen Halberstadt am Samstag haben beide Klubs Druck. Die Germania ist fünf Partien sieglos, droht in die Abstiegszone zu rutschen. Der CFC hinkt komplett allen Ansprüchen hinterher, setzt sich kleine Ziele.

Daniel Berlinski
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CFC droht nächste Minuskulisse

Schon allein an den verkauften Tickets vorm Spiel erkennt man, dass die Himmelblauen so langsam aus ihrem Dornröschen-Schlaf aufwachen müssen. Noch nicht einmal 1.500 Karten waren am Freitag vor der Heimpartie gegen Halberstadt (13:00 Uhr im Liveticker auf sport-im-osten.de und in der "SpiO"-App) über die Theke gegangen. Damit droht nochmal ein schlechterer Besuch als bei den 1.812 Gästen gegen Eilenburg (2:0), was der bisherige Tiefstwert war. Klar, sind das noch Nach-Corona-Effekte und ein drittes Regionalliga-Heimspiel in elf Tagen ist auch nicht günstig. Aber der Grund ist vor allem auch, dass der Chemnitzer FC weiter im Niemandsland der Tabelle steht. Deshalb braucht es dringend einen Dreier, um den Anschluss ans vordere Mittelfeld nicht vollends abreißen zu lassen. Selbst wenn der Aufstieg längst verspielt ist, ist das nun eine Frage der Haltung und Entwicklung.

Zwei Hausaufgaben für die CFC-Profis

Tor für Chemnitz, Lukas Aigner (19, Chemnitz) trifft zum 1:1
Lukas Aigner rettete dem CFC zuletzt einen späten Punkt gegen Cottbus. Bildrechte: Picture Point

Das Last-Minute-1:1 unter der Woche gegen Cottbus durch einen Kopfballtreffer von Lukas Aigner war immerhin ein emotionaler Mutmacher und nicht unverdient, weil das Team zumindest stetig Einsatz zeigt. Leistungstechnisch und gerade im Angriff war es aber genauso mausgrau wie die sonstigen Auftritte. Trainer Daniel Berlinski kam deshalb zu folgender Einsicht: "Wir haben gegen Cottbus zur Pause das System umgestellt und waren dann auf den Flügeln nicht mehr doppelt besetzt. Da hat man gemerkt, dass uns das in den Offensivaktionen beschränkt hat. Ziel wird es sein, jetzt wieder mehr Chancen zu kreieren."

Heißt: Gegen den VfB sollen die Flügel wiederbelebt werden. Dazu stellt Berlinski klar: "Wir haben zuletzt zu viele Körner gegen den Ball gelassen. Dadurch hat uns die Kraft im eigenen Ballbesitz gefehlt, um etwas zu herauszuspielen." Gerade bei der fünften Partie in 15 Tagen will der 35-Jährige daher mehr Ballstafetten in den eigenen Reihen sehen. Berlinski: "Das müssen wir umstellen, vor allem jetzt am Ende der zweiten englischen Woche in Folge. Da muss man schauen, dass man mit den eigenen Kräften ordentlich haushaltet."

Mehr Flügelaktionen mit Flanken, mehr Ballbesitz – das sind die einfachen und wohl auch derzeit umsetzbaren Hausaufgaben für seine CFC-Profis. Nötig wären wohl längst auch bessere Laufwege, ein schnelleres Umschaltspiel und vor allem mehr Pässe direkt in die Tiefe. Die Liste ist so lang, dass sie schnell überfordernd wirken könnte.

Halberstadt seit drei Monaten ohne Auswärtspunkt

Benjamin Duda, Trainer Germania Halberstadt am Spielfeldrand im Spiel Eilenburg gegen Halberstadt 17.10.2021
Schwere Zeiten für Benjamin Duda. Halberstadt konnte in den vergangenen fünf Partie keinen Sieg holen. Bildrechte: imago images/opokupix

Deshalb hofft man in Chemnitz, dass es gegen Halberstadt auch so reicht. Die Germania ist trotz ihres Negativlaufs nur zwei Plätze schlechter und hielt unter der Woche gegen Aufstiegskandidat Altglienicke beim 0:3 immerhin bis zur 80. Minute voll mit. Bei 3:13 Toren in den vergangenen fünf Sieglos-Partien drückt der Schuh aber auf jeden Fall defensiv, was dem CFC wohl gelegen kommt. Berlinski meint: "Halberstadt ist wesentlich besser in die Saison gestartet, als es die Lage nun hergibt. Wir werden sie aber nicht unterschätzen."

Die Gäste knabbern immer noch am Abgang von Top-Torjäger Elias Löder (acht Tore, vier Vorlagen in sechs Spielen) zum Halleschen FC und kamen seit einer Corona-Quarantäne bisher nicht mehr in die Spur. Hinzukommt, dass die Germania seit dem 2:0-Sieg bei Chemie Leipzig Ende Juli auswärts keinen Zähler mehr geholt hat. Es ist eben ein klares Druck-Duell.

Videos aus der Regionalliga

Almedin Civa, Trainer FC Lokomotive Leipzig, im Interview.
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Spieler des HFC am Ball, zieht ab und triftt zum Ausgleich.
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Andreas Patz, Trainer FC Carl-Zeiss Jena. im Interview.
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4 Kommentare

Bernhard vor 12 Wochen

in den Niederungen des sächsischen Fußballs werdet ihr nächstes Jahr auch spielen. Eigentlich müsste jedes Stadion wo ihr spielt überdacht sein, denn Glücksspiele unter freien Himmel sind verboten.

CFC1966 vor 12 Wochen

Das am Freitag nicht einmal 1500 Karten verkauft waren, liegt sicher nicht daran, das wir jetzt drei Heimspiele hatten. Und auch an Corona liegt das sich sicher nicht. Die Zuschauer wollen sich verständlicher Weise dieses Elend einfach nicht mehr antun. Da reicht ganz einfach die Zusammenfassung um sich wieder zu ärgern. Aber das begreift unsere Catering Fee sowieso nicht.
Etwas besserer Fußball wäre wirklich notwendig um die Zuschauer und Fans ins Stadion zu locken. ABER. Vom Aufstieg hat diese Saison wirklich keiner gesprochen.
Ach und Zwickauer1. Schön vor der eigen Tür kehren. Ihr habt doch einen Supertrainer nur die Mannschaft und der Verein passen eben nicht. :-(

MoosMutz vor 12 Wochen

Aha!
"Der CFC hinkt komplett allen Ansprüchen hinterher, setzt sich kleine Ziele." Kann der MDR endlich mal aufhoeren, dem CFC den Aufstieg als erklaertes Ziel zu unterstellen? Das was nie das Ziel fuer dieses Jahr. Das kann, nach gerade mal ueberstandener Insolvenz, nicht das Ziel sein.

Danke!