Fußball | Regionalliga Krallt sich Lok Leipzig auch Kellerkind ZFC Meuselwitz?

13. Spieltag

Nach zwei 4:0-Galaauftritten will sich der 1. FC Lok Leipzig auch auf der Glaserkuppe in Meuselwitz die drei Punkte krallen (Freitag, 18:30 Uhr im Livestream in der SpiO-App) und so weiter in Richtung Spitzengruppe der Regionalliga Nordost marschieren. Was spricht in diesem Duell für Lok – eigentlich alles? Was spricht für den ZFC – eigentlich nichts. Und dennoch haben die Spiele stets eine Eigendynamik entwickelt, auch wenn die Rollen diesmal klarer als sonst verteilt sind.

Djamal Ziane jubelt mit Farid Abderrahmane
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Lok Leipzig: Defensive steht – vorn knallt es

Nur drei Gegentreffer in den letzten acht Spielen, die Defensive des 1. FC Lok Leipzig steht aktuell bombensicher. Dazu gehört mit Jan-Ole Sievers auch ein sicherer Rückhalt zwischen den Pfosten. Und vorn lässt es das Civa-Team mächtig krachen. Neben Djamal Ziane, der in fünf Spielen schon fünf Buden gemacht hat, sorgte Farid Abderrahmane vergangenes Wochenende mit zwei Treffern – auch dem Volltreffer der Woche – für Furore.

Dennoch warnt Trainer Almedin Civa im "Lokcast": "Meuselwitz ist seit Jahren in der Regionalliga, wenn man auf die Mannschaft schaut, wie viele erfahrene Spieler die haben. Ich habe die letzten Spiele gesehen. Die bekamen immer unglücklich ein Tor. Wir müssen Gas geben, wir sind keine Übermannschaft. Wir müssen alles reinwerfen. Die sind sehr unter Druck. Wir wissen, dass wir gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe spielen."

Meuselwitz und das Prinzip Hoffnung

Augenhöhe? Das sieht der Meuselwitzer Trainer anders. "Wir dürfen keine Augenwischerei betreiben, wir sind vermutlich nicht besser aktuell, als wir in der Tabelle stehen." Sagt Holm Pinder angesichts von neun Niederlage aus elf Spielen. Und der 50-Jährige selbst war es gewesen, der vor dem Saisonstart vor zu großer Euphorie gewarnt hatte. Immerhin, so Pinder damals, sei ein Großteil der Mannschaft auch jener, der in der abgebrochenen letzten Saison nur knapp und glücklich nicht abgestiegen ist. Dass jetzt auch die routinierten Neuzugänge fast vollständig ausfallen, tut ein Übriges. "Die Mannschaft liefert ja jede Woche ab, aber es gibt keine Punkte." Und damit ist irgendwann auch das Selbstvertrauen weg. Am Freitag gegen den 1. FC Lok Leipzig soll nun ein weiterer Versuch unternommen werden, die Seuche abzuschütteln. "Wir brauchen dringend den Befreiungsschlag, auch um unsere Heimfans wieder mit ins Boot zu holen."

Co-Trainer Daniel Rupf ZFC Meuselwitz, Trainer Holm Pinder ZFC Meuselwitz
Nicht von Erfolgen verwöhnt: Co-Trainer Daniel Rupf und Trainer Holm Pinder Bildrechte: imago images/Matthias Koch

Die Voraussetzungen für einen Dreier sind nicht die besten. Immerhin dürfte René Eckardt, so er sich nicht noch im Trainings verletzt, diesmal die Mannschaft auf den Platz führen. Auch René Weinert und Fabian Stenzel stehen wieder zur Verfügung. Dagegen fehlen weiterhin schmerzlich Nils Miatke und Andy Trübenbach (beide erkältet). Die beiden Stürmer Benjamin Förster und Jegor Jakubov stehen ebenfalls nicht zur Verfügung.

Fabian Guderitz im Tor oder nicht?

Im Mittelpunkt des Interesses wird gerade beim Spiel gegen den 1. FC Lok Leipzig der ZFC-Keeper Fabian Guderitz stehen. Zwar gibt es noch keine Entscheidung, ob der 24-Jährige auch am Freitag gegen seinen Ex-Klub wieder zwischen den Pfosten steht. Aber einiges deutet darauf hin, dass der erst 18-jährige Justin Fietz eine Einsatzchance von Beginn an bekommen könnte. Genau festlegen wollte sich der Meuselwitzer Trainer noch nicht.

Fabian Guderitz
Fabian Guderitz beim 0:1 bei der VSg Altglienicke Bildrechte: 1006852672

Auch über die Trainerpersonalie wurde in dieser Woche nicht entschieden. Solange die Mannschaft ordentliche Leistungen abruft, will Pinder weiter an der Seitenlinie alles versuchen, damit der Bock umgestoßen wird. Ein Ultimatum hat er sich nicht gestellt. Der Glaube sei da, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Wenn der nicht mehr auf dem Platz erkennbar sei, dann "müssen wir uns über die Trainerpersonalie unterhalten".

Die Bilanz: ZFC wartet seit fünf Spielen auf einen Sieg

Erstaunlicherweise spricht die Bilanz beider Teams immer noch für den ZFC. Die Meuselwitzer haben sechs der 15 Spiele gegeneinander gewonnen, Lok Leipzig deren vier. Allerdings jubelten die Leipziger in den letzten drei Spielen, feierten am 1. August 2019 auch den historischen ersten Dreier auf der Glaserkuppe. Lange Zeit galt der ZFC als Angstgegner von Lok, in zehn Duellen hatte es nur Unentschieden oder Siege der Zipsendorfer gegeben. Das hat sich geändert, vier der letzten für Partien gewann Lok, ein Spiel endete torlos.

rei

Videos aus der Regionalliga

Spieler von Cottbus trifft per Kopfball ins Tor.
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Spieler von Meuselwitz führt den Elfmeter Strafstoß aus.
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 02. Oktober 2021 | 16:00 Uhr